Archiv: Juli 2013

  Ab und zu musste sie mal Stadtluft schnuppern, mal viele Menschen erleben, sich ins Gedränge begeben, sich berühren lassen, vielleicht nur mit den Augen. Menschen wahrnehmen, ganz offen sein für die kleinen Alltagsepisoden einer Stadt. Sie konnte die Stadt gut mit der Bahn erreichen und lebte doch scheinbar weit weg von ihr in ihrer […]

  Es regnet leise, eine stille Pause, im Regen hat sich Gold gelöst, als er so vor sich hin gedöst, veredelt gehe ich nach Hause. Auch hier hat alles einen güldnen Hauch: die Blumen, Bücher, sogar heißer Tee und jenes Bild vom goldnen See, mein großer Spiegel funkelt auch. Eins von den Wundern meiner Welt, […]

  Über das Schriftbild der Ärzte – vornehmlich traditionelle Rezepte und Unterschriften betreffend – gehen die Meinungen auch wohlmeinender Betrachter nicht weit auseinander. Den Medizinern wird allgemein eine schlechte und vor allem unleserliche Handschrift attestiert. Das hat Ursachen in der Hatz des beruflichen Alltags, was das erwähnte Urteil allerdings auch nicht mildert. Doch es gibt […]

  Auch unser tägliches Befinden ist gespalten. Einmal in unser eigenes Hoch und Leiden. Zum anderen werden wir stark beeinflusst vom Befinden anderer, die uns unmittelbar begegnen. Manchmal ist dann deren Befinden schon unser eigenes. Nicht, weil wir keinen Charakter hätten, sondern weil andere ihren nicht immer ausgeglichenen Charakter wie einen schweren Schmiedehammer auf unseren […]

  Der Deutsche hat zwei sehr unterschiedliche Charakterseiten, die aber eigentümlicherweise zusammengehören. Einesteils neigt er zum unkontrollierten Herrenmenschen, der Weltkriege vom Zaun bricht und menschenmordende, perfektionierte Massenvernichtungssysteme ausklügelt und zulässt. Zum anderen leidet er an einem gemischten Anbiederungs-Selbstaufgabe-Selbstverleugnungssyndrom, garniert mit erstaunlicher Klagfähigkeit und Selbstbemitleidsphasen. Trost – wenn auch keine Absolution – können wir Deutsche bei […]

Kindermund  Die Carmen zu der Mutter spricht, den Vater, den begreif ich nicht. Mich nennt er großes Mägdelein. Dabei will ich erst Schulkind sein. Doch kommt bei Tante Lies er raus, sagt er zu ihr: „Tschüß, kleine Maus“.   Bittere Wahrheit  Der Jonas fragt den Vater schlicht, stimmt’s, dass in manchen Ländern nicht die Männer […]

  Ich sah dich ruhevoll rauchen, stiller Wüterich, als der Morgenlichtball hinter Frühdunst friedlich doch deinen Berggrat erklomm, blickte aus Turmfenstern über Masten und Märkte hinweg wo Träumer und Täter sich reckten, wehrfürchtig hin auf den prätentiösen Vulkan lauschte Katzengejammer Dampfersirenen und der geschäftigen Hafenmusik die unter mir gerade begann Mir imponierten Paläste und Gassen, […]

  Wiedertäufer wiederholen Wiedehopfens Grabgesang widertürmlich unnatürlich überhöht zum Geierhang geistern durch der Hänger Hirne Hunderte von Jahren lang. Drunten radeln ruhig Radler wieder frei von Drängers Drang   Copyright Martine und Hans-Joachim Behnen

  1. Ich brauch auf Borkum nur ein Hemd und eine Hose Ich brauch nicht mehr; denn mehr wär viel zu viel Vielleicht ein Bett, ein Buch und eine Butterdose Ein Fahrrad und den Blick aufs Meer als Ziel 2. Ich mag den Wind, die Wetterjacke, Meeresrauschen Den Sand vom Strand, die Dünen und den […]

  Ich habe etwas ausgepackt (ich bin gerade am Umziehen) ich nahm es in die Hand eine erdbraune Muschel eine von denen aus unserer Kinderzeit wenn du sie ans Ohr hältst (auch fern von jeglicher Küste) kannst du das Rauschen des Meeres hören … Später erklärten mir kluge Menschen: du hörst das Rauschen deines eigenen […]