Archiv: Dezember 2013

Wühlende Hände traktieren durch schabendes Spachteln von schmierig-schwarzen Linien den blassen Malgrund, bilden berserkerhaft regellose Strukturen, führen besessen spontane Dialoge zwischen dunklen und lichthellen Farben, formen krustige Kerne, lösen sich aus verwaschenen Wirbeln, eskalieren zu einer feurigen Orgie explodierenden Zinnoberrots oder versinken im Vollbad eines schreienden Ultramarins, der Erde stets näher als den Sternen. (Dieses […]

Erproben wir mit unseren Küssen das Ersticken oder nur die Mund-zu-Mund Beatmung für die Stunde Null? (Dieses Gedicht von Orlando M. ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 1989 erschienen)

Ich atme Deine Haut, Dein Haar. Ich trinke Deinen Mund, den Schoss. Treff‘ ich dabei auf Deine Lippen, Deine Lende, sind dies Symbole bloß für Lebenshauch und Atemspende. (Dieses Gedicht von Orlando M. ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 2000 erschienen)

Schreib mir doch Deine Liebe aus der Seele, ritz mir mit Worten Deine Sehnsucht in den Leib. Schreib mir wie sehr ich Deiner Traumlust fehle zum ich verlor’nen Götterzeitvertreib. Drück mir doch Deine Küsse in die Briefe, damit das Brennen Deiner Lippen zu mir dringt. Schreib mir, dass auf dem Grunde Deiner Tiefe der letzte […]

Zerquetschte Körper verknäueln sich zu wuchernden Fleischkonstrukten, verzahnen sich als geballte Kraftbündel in fülligem Barockwulst, spalten wie Donnerkeile die Geometrie des Arrangements, kochen drangsaliert in brodelnden Farbkratern, irrlichtern auf den Kopf gestellt zum absurden Getümmel eines implodierenden Pandämoniums. (Dieses Gedicht von Orlando M. ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 1997 erschienen)

Schweigende Schwermut des kalten Lichts, hypnotische Starre magischer Melancholie, spirituelle Traumwelten der langen Schatten, spiegeln unbewusste Vergangenheit, sublimieren zum metaphysischen Rebus. (Dieses Gedicht von Orlando M ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 1997 erschienen)

Stille Nacht heilige Nacht im entlegenen Einödhof heute Kinder wird’s was geben seit dem frühen Morgen Wehen leise rieselt der Schnee vom Himmel hoch verschleppte Querlage ich bring Euch eine drohende Ruptur süßer die Glocken nie klingen misslungene Wendung auf den Kopf Euch wird heute keine frohe Botschaft widerfahren tröstet der Altbauer Joseph lieber Joseph […]

Vibrierende Fingerspitzen hauchen dem fauchenden Instrument die Seele ein, lassen es klagen, trauern, stöhnen, weinen, erschauern, treiben es tremolierend mit springenden Tempi zu beklemmender emotionaler Intensität, entlocken ihm mit schwellenden, schwebenden, sich verlierenden Modulationen den Atem des Leidens . (Dieses Gedicht von Orlando M. ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 1990 erschienen)

Er gehöre mir, so glaubte ich, und liefe hinter mir her. Doch wenn er mit mir durch die Wälder strich, aufgeregt schnupperte und jagte, fragte ich mich, ob nicht ich ihm gehöre, denn er war ganz er, und ich lief hinter ihm her. (Dieses Gedicht von Orlando M. ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 1999 […]

Züngelnder Pinselrausch bannt besessen provencialische Helle, wirbelt lodernde Farbwellen zu fiebriger Intensität, umreißt expressiv Flächen und Formstrukturen, verbirgt schwelende Ängste, lauernde Leiden, steigert den schlängelnden Malstrom entfesselt zum Alraunengeflecht der eigenen Biographie. (Dieses Gedicht ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 1996 erschienen)