Auf allen Vieren.

Ich gehe so für mich hin, den Kopf in den Wolken, unter meinen Füßen nasses Laub. Auf einmal sind die Beine weg, und ich liege auf dem Rücken wie ein Mistkäfer. Wirbelsäule und Hüften sind allem Anschein nach in Ordnung, nur aufstehen kann ich nicht. Herumgewälzt habe ich mich schon, auf Hände und Knie, aber aufstehen kann ich nicht. Ich versuche es über Minuten. Endlich krieche ich auf einen Laternenmast zu, und es gelingt mir mit großer Mühe, mich hoch zu ziehen. Niemand hat mich gesehen oder gehört.

1. Weihnachtsfeiertag morgens 8.00 Uhr, in Dahlem auf der Podbielski-Allee, zwischen dem Gästehaus und der Bibliothek des Deutschen Archäologischen Instituts. Was hätte ich gemacht, wenn das Hochziehen nicht geklappt hätte? Die Polizei anrufen oder so laut schreien, dass die Polizisten, die sich vor der Iranischen Botschaft langweilen, mich hören können? Eine kräftige Hand hätte ja genügt.

Die Knie sind von der Sache nicht begeistert, aber richtig übel genommen hat es mein linkes Handgelenk, das ich, nachdem ich zwei Stunden auf dem Laptop herum geklopft habe, kaum noch bewegen kann. Meine Selbstuntersuchung ergibt einen heftigen Druckschmerz über dem Os naviculare, na Prosit! Eine Naviculare-Fraktur dauert mit konservativer Behandlung ein Dreivierteljahr, mit Operation auch  wenigstens drei Monate. Ich lege mir einen Notverband an mit den unzureichenden Hilfsmitteln, die ich finde. Dazu 400 mg Ibuprofen. Das hat tatsächlich geholfen. 24 Stunden später sind nur noch die Rotation und die ulnare Abduktion leicht schmerzhaft eingeschränkt. Was für ein Glück!

Merke: In jede Reisetasche eine elastische Binde, außerdem intensive Schulung des Musculus quadrizeps femoris, in der fröhlichen Hoffnung, die Eisen, die ich derzeit im Feuer habe, in diesem jungen Jahr fertig schmieden und in ansprechende Form bringen zu können.