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Autor: Paul Rother

Paul Rother wurde 1936 in Mamba (am Kilimandscharo) geboren. Nach dem Medizinstudium arbeitete er an Kliniken in Chemnitz und danach 41 Jahre am Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie der Universität Leipzig, die letzten 17 Jahre als Professor. Nach seiner Emeritierung 2001 begann er ein geisteswissenschaftliches Zweitstudium (Geschichte, Psychologie und Russistik) und schloss es 2006 mit den Magisterexamina ab. Er hat in verschiedenen Zeitschriften literarische Texte publiziert und drei Büchlein. u.a. "Erst ein Weiser, dann ein Kind" im Verlag Steinmeier, Deiningen, 2001, veröffentlicht

Gedichte zur DDR (Paul Rother)

Diese Gedichte wurden vorgetragen bei der BDSÄ-Jahrestagung 2015 in Bremen in der Lesung mit dem Thema „Fehler“   Hymne an den Stacheldraht  Stacheltier, du ausgerolltes Borstenvieh, du ungewolltes, von Tyrannen festgenagelt, dir sei jetzt ein Lied spektakelt! Von dem Volk, das du umfasst, von dem Volke, das dich hasst, von dem Land, das du umringst und in deinen Kerker zwingst. Wer kann deine Stachel zählen, die Millionen Menschen quälen, die Millionen tiefe Wunden in das Menschenherz geschunden? Magst du wie…

Hölzerne Texte (Paul Rother)

  Die Paläographie, die Schriftgeschichte oder genauer Lehre von der alten Schrift, ist eine etablierte Wissenschaft, ebenso ein Zweig davon, die Inschriftenkunde oder Epigraphik. Dazu ein kurzer Beitrag. Inschriften wurden und werden mit unterschiedlichen Schreibwerkzeugen angefertigt, mit Meißel, Messer, Feder, Pinsel, Stift et cetera, und entstehen auf ganz verschiedenen Beschreibstoffen: auf Tontafeln, Steinen, Metall, Glas, Papyrus, Leder, Haut, Holz. Um das letztere Medium geht es, um Holz, aus dem die Hörsaalbänke gemacht sind. Er hatte, nicht zum ersten Mal, die…

Die somatische Mutation (Paul Rother)

Somatische Mutation = Veränderung der Erbsubstanz von Körperzellen, die z. B. Sommersprossen zugrunde liegt) Frau Dr. R. hat einen Mann, sie hat zwei kleine Kinder, die liebt sie sehr, so oft sie kann, und ihren Mann nicht minder. Letzterer kommt heut spät nach Haus, viel später als gewöhnlich, denn eine kleine weiße Maus hatte er höchstpersönlich Im Zoogeschäft der Stadt gekauft, statt Blumen – es ist Winter – und auf den Namen Max getauft, zur Freude für die Kinder. Die…

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