Kategorie: Gedichte

Zwischenwelten   Wie man eine Schranktür wohl Von innen öffnet Die Tür könnte verschlossen sein Ich denke mir einen Schlüssel Spaltbreit geöffnet Vielleicht nur angelehnt Kann ich es wagen Oder habe ich selber Den Riegel vorgelegt Die Tür vernagelt Und mich hat man hier vergessen Vor Jahren schon Ich habe geschlafen, lange Geträumt Es gab […]

Frei   Vielleicht bringt dich ein heller, sandiger Strand Vielleicht Wirst du kommen Um wieder zu gehen Manche Stunde löst sich Während die Angst wächst Ein eigenes Zeitmaß In der goldenen Taschenuhr in einer Schreibtischschublade Du schreibst geschwungen lange Worte In schwarzer Geburtstagsfüllertinte An den Schlossplatz 8 Nur in deinen Gedanken Das Meer, der Strand Noch […]

 Lieber weinselig als bierernst Lieber pudelwohl als saudumm Lieber unfassbar als sturzbetrunken Lieber lammfromm als fuchsteufelswild Lieber furztrocken als schleimscheissend Lieber knochenhart als windelweich Lieber lichterloh als stockduster Lieber vertrauensselig als abgekocht Lieber blitzgescheit als strohdumm Lieber abgefahren als stubenhockend Lieber extravagant als stinknormal Lieber geistreich als politisch korrekt Lieber kleines Licht als großer Zampano […]

Licht-Hain (1.1.2019)   Am ersten Tag des Jahres ruhte das Städtchen am Fluss im seichten Meer des Nebels In der Ferne zeigte sich magisch der Umriss der bewaldeten Berge Ich blieb voller Bewunderung am offenen Fenster stehen Die frühlingshaft anmutende Kulisse allmählich durchwebt mit Sonnenstrahlen verwandelte sich in einen Licht-Hain Der Gesang lichter Veränderungen durchströmte […]

Gleichberechtigung (19.1.2019)   Rufe nach Gleichberechtigung kann der Kapitalismus wohlwollend, großzügig in sein Ganzes Aufnehmen solange es um die Regulierung der Teilhabe an seinen Verbrechen oder deren Duldung geht Gnadenlos geht er allerdings vor wenn Bestrebungen nach Gleichberechtigung sein Bestehen in Frage stellen ֎֎֎

Ich muss diesen Gedichten ein paar Worte vorausschicken: Wegen körperlicher Gründe ist mir das Schreiben schwergefallen (egal, ob von Hand oder am Computer). Ich musste aber meine Gedichte aufschreiben, sonst kann ich die Entwürfe bald selbst nicht mehr lesen… Ich entschloss mich, sie in den Mac zu diktieren und später in mein Gedichtbuch einzufügen. Dann […]

Gemeinsame Werke (1.1.2019)   Manche Schriften und Gedichte aus meiner Heimat und anderen Teilen dieser Erde behüte ich wie Schätze in meiner Brust Ihre Aussagen verbinde ich bei neuen Wahrnehmungen Begegnungen und Berührungen mit gegenwärtigen Klängen, Farben und Düften Das Ergebnis teile ich meiner Umwelt bedacht  in der Hoffnung mit dass Betrachtungen und Behandlungen allgemein […]

Stilles Wasser – Blanker Hans Schon am Tag nach Neujahr wurde das Sturmtief Zeetje aktiv. Das wurde auch rechtzeitig vorhergesagt. Das ist auch nichts Neues, Unerwartetes. Das Neujahrssturmtief aus dem letzten Jahr hieß Burglind. Haben wir aber schon vergessen. Wir vergessen schnell. Dieses Jahr kam Zeetje: Der Norddeutsche Rundfunk berichtete: „Die Ostseeküste hat am Mittwoch […]

Mütter wollen den Frieden  (1950)   Von Jaleh Esfahani (1921-2007) Übersetzung aus dem Persischen von Amir Mortasawi und Andreas Schmidt   (für meinen Sohn Bijan) Du, verführerisches, schönes Kind, du, Frucht meines Lebens, dein Gesicht ist wie ein heller Spiegel meiner Kindheit und meiner Jugend. Ich betrachte in deinem Gesicht mein geliebtes vergangenes Leben und […]

Teheran und der Krieg  (Winter 1981)   Von Jaleh Esfahani (1921-2007) Übersetzung aus dem Persischen von Amir Mortasawi und Andreas Schmidt   Die schwarzen, furchtbaren Flügel des Kriegsdämons liegen bedrückend auf den Teheraner Nächten. Das einzige brennende Licht der Stadt ist der Mond, der bernsteinfarbene Mond, der auf dem unsichtbaren Dach Teherans leuchtet. Teheran ist […]