Der Tod eines Ausländers in Deutschland

 

Er nannte sich Abdul Amry. Er war 24 Jahre alt und aus Afghanistan geflohen. Nach 5 Monaten war er in Deutschland angekommen und hatte Asyl beantragt. Man hatte ihn in eine Unterkunft in eine Stadt mit Namen Chemnitz gebracht. Freundliche Menschen hatten ihm gebrauchte Kleider geschenkt, die noch richtig neu waren und sehr schön aussahen. Abends war er in der Unterkunft.

Da verbreitete sich unter den Bewohnern, die ausnahmslos Asyl suchende Ausländer waren, das Gerücht, dass ein deutscher Mann von einem Ausländer getötet worden war und die Bewohner der Stadt deshalb sehr ärgerlich wären. Er hörte, wie draußen vor dem Haus wütende Menschen ein großes Geschrei anfingen. „Ausländer raus!“ konnte er verstehen. Er versteckte sich unter seinem Bett, wie er das auf seiner Flucht gelernt hatte. Plötzlich fingen seine Mitbewohner an zu schreien:“Feuer! Feuer!“

Alle griffen sich ihre Sachen und flohen auf die Straße. Da stand eine wütende Menschenmenge, die schrie „Wir sind das Volk“. Er versuchte, in die Büsche zu entkommen. Da traf ihn ein Stein. Er stolperte, stürzte und schlug mit dem Kopf an einen Betonklotz. Er verlor das Bewusstsein. Im Sterben hörte er noch das Geschrei der Menschenmenge „Ausländer raus“ und „Wir sind das Volk!“.