Nach dem Kriege suchten schriftstellerisch aktive Ärzte Deutschlands Kontakte ins europäische Ausland. Unter ihnen fanden Bolte, Boskamp, Döhmann und Rottler solche in Frankreich, Italien und der Schweiz.

Sie besuchten dortige Kongresse. Begegnungen mit deutsch sprechenden Kollegen wie Paul Noel, Bernard Schmitt, René Kaech und Europa-Präsident Diamand-Berger ermutigten sie, die Kontakte fester zu knüpfen. Arthur Boskamp gab aus eigener Initiative und mit eigenen Finanzmitteln die erste Anthologie mit 194 Poemen deutscher Ärzte heraus.

Boskamp und Rottler gelang es während des Kongresses in Debrecen, die historische Erblast mit dem Kontakt zu Baron, dem jüdischen Kollegen aus Polen, und zu Hesse, Kollege aus Weimar, persönlich auszugleichen. Das Debrecener Erlebnis veranlasste Rottler zu dem historischen Aufruf an deutsche Kollegen, einen Dichterkreis zu bilden, bevor es in der DDR geschähe.

Sein Artikel im Deutschen Ärzteblatt Dezember 1966 führte ihn mit den ersten aktiven Kollegen Karl Hubinger, Helmut Wozovig und Heinz Schauwecker in Berching (Bayern) zusammen. Sie ermunterten, riefen auf, und es kamen zum nächsten Treffen in Bad Mergentheim die Kollegen Bolte, Boskamp, Engelke, Lichdi, Molz, Paschke, Pfeiffer, Weigold und Vescovi.

Am 25. April 1969 versammelten sie sich zur Gründung eines „Bundesverbandes Deutscher Schriftstellerärzte“. Bereits auf dem Kongress in Nizza 1969 wurde er in die Union Mondiale des Ecrivains Médecins aufgenommen. Am 28. April 1970 bestätigte endlich das Registergericht Nürnberg die Gültigkeit der Satzung, die Rechtsperson BDSÄ war aus der Taufe gehoben.

Der bisherige „Ordnungsvorstand“ Heinz Schauwecker wurde erster Präsident des Verbands (1970 -1974). Nach ihm ist unsere Verdienstmedaille benannt. Es folgten ihm Jörgensen (1974 – 1978), Soeder (1978 – 1982), Theopold (1982 – 1992) und Horst-Joachim Rheindorf (1992 – 2008). Am 1. Mai 2008 wurde Harald Rauchfuß zum Präsidenten gewählt und am 17.05.2012 bestätigt, H. J. Rheindorf wurde einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt. Seit 06. Mai 2016 ist Dietrich Weller Präsident des BDSÄ. (Bericht im Ärzteblatt 25/2016)

Regelmäßig erschienen zwei Rundbriefe im Jahr, bis 2013 diese Homepage eingerichtet wurde. Das Schriftbild spiegelte die Entwicklung der Textverarbeitung von der einfachen Schreibmaschine hin zur elektronisch unterstützen Verarbeitung. Sie kündeten von den lebhaften Aktivitäten in den einzelnen Landesgruppen und von der Tatkraft der Bundeskongresse.

Der Bundeskongress tagt jährlich, letzte Kongressorte waren:
2007  Bad Homburg, 2008 Berlin, 2009  Mosbach, 2010  Schwerin, 2011  Leonberg, 2012 Freiberg in Sachsen, 2013  Münster i.W., 2014  Erfurt, 2015 Bremen, 2016 Würzburg.

Eine leider nicht ganz vollständige Liste der Moderationsthemen bei den Kongressen finden Sie hier.

Auch der Weltkongress wechselt jährlich den Tagungsort. 2008 gelang es dem BDSÄ in Dresden, Europas Geschichte und Dresdens Schicksal thematisch so zu verbinden, dass der Kongress bei allen europäischen Kollegen in bester Erinnerung bleibt. 2009 fand der UMEM-Kongress in Sofia (Bulgarien) statt, 2010 in Plock (Polen) und 2011 in Nizza (Frankreich). 2012 organisieren die portugiesischen Kollegen den Kongress in Lissabon. 2013 fand der Kongress in Locarno statt. Der Kongress 2014 war Nürnberg, 2015 Benodet (Frankreich). Details siehe Kapitel Termine -UMEM.

Im Rhythmus von zwei Jahren wurde der Verband den „Horst-Joachim Rheindorf-Literaturpreis“ durch eine unabhängige Jury verleihen. Die erste Preisträgerin ist Renate Klöppel (2007). Siehe hierzu “Anerkennungen”. Zurzeit ruht die Ausschreibung des Preises.

In der Geschäftsstelle des BDSÄ im Haus der Ärztekammer in Bad Nauheim existiert eine umfangreiche Bibliothek von Werken der BDSÄ-Mitglieder, die von unserer langjährigen Sekretärin Frau Näther sorgfältig gepflegt wird..

Der BDSÄ dankt Herrn Prof. Dr. med. Florian Steger für die wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Bibliothek zum 40. Jubiläum des BDSÄ im Jahr 2010. Wir hoffen, bald seinen neuen Artikel zu erhalten. Professor Dr. med. Florian Steger ist Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg, E-Mail: florian.steger@medizin.uni-halle.de (ein erster Artikel erschien im Deutschen Ärzteblatt im Januar 2011).