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Einsamkeit

 

Ich sprech zur Wand, doch die bleibt stumm, sie schweigt;
versteht mich nicht, ist mir nicht zugeneigt.
Oh, Graun, die Einsamkeit ein enges Haus,
ob ich jemals aus dir werd kommen raus?
Voll Sonnenschein, da flimmert sie, die Luft;
jedoch, mein Herz lebt tief in eis’ger Gruft.
Wenn einer sagt, so horch, ein Vogel singt,
ach, meiner Seel wie Totensang es klingt.
Warum nur geht vorbei an mir der Tod?
Sieht er und spürt und fühlt nicht meine Not?
Ach, Tod, kannst du denn Freund sein, der auch liebt?
Der aus der Gruft mich holt und Wärme gibt?
Wer hat erschaffen nur die Einsamkeit?
Ist sie geboren denn vor aller Zeit?
 

 

Copyright Dr. Renate Mykteniuk