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Bei Marx und Engels gab es Klassen
Im Kampf stets um Prestige und Macht.
Heut‘ trennt der Hass Menschen nach Rassen
Und hat viel Leid der Welt gebracht.

Vor einem Flug nach Afrika –
Ich hatte gerade eingecheckt.
Hört‘ Weiß und Schwarz ich ziemlich nah
Mit ’nem Disput, der mich erschreckt‘.

Der Weiße schwärmt‘ von alten Zeiten.
Seit die Apartheid sei passé
Sich Chaos und Gewalt verbreiten.
D i e  Argumentation tat weh.

Doch ließ er’s nicht bei Politik
Geht mit Persönlichem zu weit.
Es gipfelt dann in der Kritik
An seines Partners Farbigkeit.

Doch dieser wehrt sich unerwartet
Nimmt unsren Weißen ins Visier
’nen Conter Coup genial er startet
Und bleibt moralisch Sieger hier.

Wie steht es denn so mit euch Weißen?
Als Baby seid ihr  r o s a r o t.
Doch auf dem Weg zu Tattergreisen
Ganz b l i t z e b I a u  bei Atemnot.

Durch Leberstau bei Hepatitis
Seid  g e I b  ihr wie ’ne reife Quitte.
Und wenn das noch nicht ’s End vom Lied is,
Färbt  g r ü n  der Neid nach alter Sitte.

Es treibt der Zorn die Zornesröte
Dem weißen Manne ins Gesicht.
Manch‘ Allergie bereitet Nöte.
Macht  r o t e  Flecken, so wie Gicht.

Bei Schreck wird jeder Weiße  b I a s s
Ganz ähnlich auch bei Anämie
Und  I i I a  färbt er sich bei Hass
Wenn er vor Wut ganz lauthals schrie.

Wirst du geholzt beim Fußballspiel
Sind  b I a u e  Flecken zu bestaunen.
Verfehlst beim Klogang du das Ziel
Da kommt’s schon mal auch zu ganz braunen.

Auch Weiße ärgern sich oft  s c h w a r z.
Vom Schnaps sind sie am Ende  b I a u
Und durch das Nikotin-Gequarz
Wirkt mancher im Gesicht ganz  g r a u.

So zeigt manch‘ Weißer – ungelogen
’ne große, bunte Farbpalette.
Die Farbpracht von ’nem Regenbogen.
Sie schillern alle um die Wette.

Der Schwarze lächelt ganz verstohlen
Doch sieht man seine Augen brennen:
„Du wagst es – völlig unverhohlen
M i c h  einen F a r b i g e n  zu nennen!“

 

Copyright Dr. Volker Steffen