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Havanna,
unter karibischer Sonne
schillernde Metapher
pittoresken Zerfalls;
Inbegriff des morbiden Charmes
der Vergänglichkeit.

Havanna,
perverse Ästhetik
einer in doktrinärer Dürftigkeit
verrottenden Metropole;
welkende Schönheit
eines dahinsiechenden Inseltraums.

Havanna,
lebensfroher Totentanz
im Salsa-Rhythmus
zerbröckelnder Fassaden;
seufzender Hauch
des kubanischen Fin de siècle.

Das Gedicht stammt aus dem Buch „Jahr greift in Jahr“ von Orlando M., erschienen 2013