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Der Nebel
des Vergessens zieht jetzt auf,
legt sich auf die Erinnerung,
verzeichnet die Konturen,
verwischt die frischen Spuren
von gestern, heute, eben.
Der Nebel
des Vergessens zieht jetzt auf,
erreicht mein Ich, die Zeit,
hängt über meinem Leben.
Das Licht wird trüber,
Dein Wort, der Schall
verschluckt sich und klingt leer.
Ich sehe Dich, ich höre Dich,
ich fühle Dich nicht mehr;
dazu die bange Qual
der immergleichen Frage:
Wo bin ich eigentlich – und wer?

(Das Gedicht von Orlando M ist bereits im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte 1987 erschienen.)