Ein Beitrag von Jürgen von Troschke zu der Lesung „Der Roboter im Menschen – der Mensch im Roboter“ beim BDSÄ-.KOngress in Wismar 2018 

Roboter – ein Ko-Referat

Roboter sind von Menschen gemachte Maschinen, die eigenständig menschliche Arbeitsleistungen übernehmen können. Unter dem Begriff der Künstlichen Intelligenz (KI) werden Erwartungen zusammen gefasst, die davon ausgehen, dass Verhaltensweisen und Fähigkeiten, die bisher Menschen vorbehalten waren, zunehmend von Maschinen übernommen werden könnten. Inzwischen wurden selbstlernende Computer entwickelt, die damit unabhängig von der Steuerung durch Menschen werden und eigene Entscheidungen treffen.

Positiv wird bewertet, dass damit Menschen von ungeliebten Arbeiten und „niederen“ Tätigkeiten entlastet werden.

Ein alter Menschheitstraum könnte in Erfüllung gehen, dass nur noch diejenigen Menschen arbeiten müssten, die auch arbeiten wollen. Computer würden das Bruttosozialprodukt erwirtschaften, mit dem ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ der Massen finanziert werden könnte. Erwerbsarbeit zur individuellen Erwirtschaftung des Lebensunterhaltes hätte „ausgedient“.

Negativ wird bewertet, dass Computer immer mehr, der bisher den Menschen vorbehaltene Entscheidungen übernehmen könnten. Mit der Konsequenz einer Umkehrung der Bestimmungsmacht. Das Herrschaftsverhältnis könnte sich umkehren, so dass zukünftig Computer die Macht übernehmen.

Die aktuelle Entwicklung ist außerordentlich dynamisch und scheint inzwischen unaufhaltsam zu sein.

Dafür gibt es viele Beispiele. Demokratische Systeme werden durch die Manipulation sozialer Netzwerke gefährdet. Kriege werden aus der Distanz mit Drohnen geführt. Kunstwerke werden von Computern geschaffen. Bei komplizierten Spielen besiegen selbstlernende Computer menschliche Weltmeister. Eisenbahnen, Flugzeuge und Auto können sich, mit der Gewährleistung hoher Sicherheitsstandards, alleine steuern. Etc.

Die entscheidende Frage ist, ob die Menschen noch eine Chance haben, die von ihnen in Gang gesetzte Entwicklungen zu steuern und zu verhindern, dass diese für sie außer Kontrolle geraten kann.

Für mich ist das primär keine technische, sondern eine moralische Frage.

Wir müssen möglichst schnell, weltweit verbindliche Regelungen treffen, dass

  • Kriege als politische Alternative für Problemlösungen grundsätzlich unmöglich gemacht werden.
  • Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Menschen nicht mehr geduldet werden.
  • Unterschiede in den Einkommen bzw. den Lebensbedingungen drastisch reduziert werden.
  • Religionen und andere Weltanschauungen sich wechselseitig tolerieren.

 

Copyright Jürgen v. Troschke