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Ich bin die Trauer, fühle mich sehr krank,
denn jede Hoffnung, Lebensmut mir sank.
Der Glaube fror, verlassen hat er mich;
Einst war er stark und reich, ja, königlich.
Ich spür, mein Herz nicht mehr im Rhythmus schlägt,
ob es schon lahm, für sich ein End erwägt?
Die Wolken greifen tief, der Regen fällt;
und mein Gemüt ist grau und ist gequält.
Mein Haus ist leer, die darin warn sind fort,
und Glanz und Gold, die gingen überbord.
Mein Magen, auch, verweigert jede Speis;
verschnürt bin ich, von Freiheit ich nichts weiß.
Ich bin die Trauer, kenne Liebe nicht;
Ich wandere durch Gassen, wo kein Licht.
Ich werd vertreiben oft, werd angezünd´t,
verlacht, mit Tropfen, die da giftig sind.
Ich bin die Trauer, trag ein schwarz Gewand,
werd eingeladen nie, bin ortsbekannt.
 

Copyright Dr. Renate Myketiuk