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Vaterland, mein Vaterland,
mit welchem Recht
hast du dich väterlich genannt?
Was hast du von allem Anfang an
deinen Landeskindern angetan?

Mit Fron und Steuern hast du sie erdrückt,
in Kriege ohne Ende sie geschickt,
ihre Freiheit hast du eingeengt,
ins Gefängnis hast du sie gezwängt,

du hast sie bespitzelt und belogen,
um der Arbeit Früchte sie betrogen,
zu Knechten und Lakaien sie erzogen
immer und immer im Namen des Vaterlands. Amen.

Erst mit allerletztem Wimpernschlag
tritt ein Pflegevater an den Tag,
welcher halbwegs ordentlich agiert,
solange man ihn peinlich kontrolliert.

Vaterland, „der Väter Land“ magst heißen,
doch kann väterlich ich dich nicht preisen.

 

Copyright Dr. Eberhard Grundmann