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Wo sind die Worte,
wo die Namen,
die immer mir so leicht
über die Lippen kamen?
Wo sind die Geistesblitze,
die scharfzüngigen Witze,
die doppelsinnigen Idiome,
Zitate, Phrasen und Axiome?
Sind heimlich sie versandet
und nicht mehr abrufbar
in stummen Schichten
meines Altershirns gestrandet?
Sind sie in ausgewasch’nen Waben
der grau gewundenen Substanz vergraben?
Sind die Engramme,
während eines Lebens mühsam aufgebaut,
im atrophischen Prozess schon abgetaut,
verloren bis ans Ende meiner Zeit?
Ist es soweit?

Das Gedicht stammt aus dem Buch „Jahr greift in Jahr“ von Orlando M, erschienen 2013