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Schlagwort: Kinder

Schutzengel (Breitenstein)

Denk  ich zurück, du warst immer da. Hast mich begleitet still und schön. Bist unsichtbar aus reinem Licht. Erträgst mein Tun und meine Launen in stiller Toleranz. Ich danke dir dafür. Du bist bei mir, denk ich an mich. Begleitest mich so still und schön. Bist unsichtbar aus reinem Licht. Erträgst das auch und stehst mir bei in stiller Toleranz. Ich danke dir dafür. Und brauch ich dich und denk an dich, bist du schon da, so still und schön,…

Liebe zwischen Feuer und Eis (Breitenstein)

  Der Teufel, der war immer da. Die Hölle brannte heiß. Sie waren jung und voll Begehren. Da streute er die Dornen aus und hauchte kaltes Eis. Und doch war so beschützt das Kind. Der Teufel wollt` es haben, riss an sich jetzt den Knaben, der fest an seiner Mutter hing. Da setzte der Teufel Stürme frei, verletzt, verwirrt, trieb nun entzwei zu weit entfernten Polen. Riss liebend Hände voneinander, zwei Menschen irrten tränenschwer, mit kranken Herzen, blutig Füssen, sie…

Sie kann nicht mehr verzeihen (Breitenstein)

Sie kann nicht mehr verzeihen Ihr  habt mich tausend und ein Mal verletzt. Ich hab euch tausend Mal verziehen. Die Liebe, die mit Steinen warf. Die Wunden, die nicht heilen wollten. Die Narben, die mein Leben zeichnen. Und wenn ich glaub, es ist vorbei, ich hab es endlich überwunden, reißen die Wunden  wieder auf. Mit Schmerz und Scham deck ich sie ab. Weiß, niemals werden sie ganz heilen. Was ich auch tue, es hört nie auf, trotz Fleiß und Mühen…

Schädlich (Breitenstein)

Schädlich Du wolltest Macht und unterdrücken, doch wollt` es dir bei ihr nicht glücken. Damit kamst du nicht klar. So fingst du an, sie zu bekämpfen, zu schaden ihr, wo es nur ging, anstatt sie zu beschützen. Statt stolz zu sein, denkst stets sie klein, willst immer nur der Größte sein. Doch das wird dir nichts nützen.    Copyright Dr. Uta-Christine Breitenstein aus dem Buch Alles hat sein Zeit, deutscher lyrik verlag   Uta-Christine Breitenstein Dr. med.Uta Dorothea Christine Breitenstein,…

Frau Holle (Breitenstein)

Frau  Holle Denk ich zurück an Kindertage, da fällt mir die Frau Holle ein. Du wolltest stets die Tüchtige sein, doch lässt dich heute noch bedienen. Ist da nicht etwas schief gelaufen? Du konntest dir stets alles kaufen. Bekamst das Gold noch obendrein. Copyright Dr. Uta-Christine Breitenstein aus dem Buch Alles hat seine Zeit, deutscher lyrik verlag     Uta-Christine Breitenstein Dr. med.Uta Dorothea Christine Breitenstein, geb. 1955 in Niedersachswerfen im Harz, Leben auf dem Lande in einer Vier-Generationen-Familie. 1959…

Falscher Ehrgeiz (Breitenstein)

Falscher Ehrgeiz Von klein auf hörte sie die Worte: Für mich, da musst du anders sein. Einmal zu dünn und dann zu blass. Der Gang war falsch, die Schuh zu flach und dann zu dick, es fehlt der Schick. Und später, als sie älter wurde, da fand sie keine Bilder mehr. Und sah sie in den Spiegel dann, erkannte sie sich nicht. Da packte sie den Spiegel ein und macht` sich auf den Weg. Tauchte tief in ihre Seele ein:…

Eichelhähne (Thomas)

Kennt ihr Eichelhähne? Nein, keine Eichelhäher, sondern Eichelhähne, es gibt auch Eichelschweine, vielleicht auch Eichelhunde. Das kleine dünne Mädchen im Nachkriegsberlin kannte sie auch nicht. Ihr Spielkamerad erzählte ihr davon auf dem Weg zum Gärtner. Sie traute sich nicht mehr, den Weg alleine zu gehen, seit sie der Zwerghahn angegriffen hatte. Er war ihr auf die Schulter gesprungen und hatte ihr auf den Kopf gehackt. Sie schrie fürchterlich und warf den Korb mit den Kartoffelschalen und Gemüseabfällen weit von sich.…

Die Glockenblume oder mein erstes Gebet (Thomas)

Als meine Großmutter fragte – es war eigentlich nur der Form nach eine Frage – „na, du betest sicher nicht?“, spürte ich all die ablehnenden Gefühle in ihrer Stimme, die sie gegen meine Mutter hatte. Ich drückte mich ganz fest ins Bett und sagte mutig zu ihrem Gesicht, das über mir war, jeden Moment bereit, sich herab zu senken und mit den unvermeidlichen Gutenacht-Kuss zu geben: „natürlich bete ich“. Auch wenn sie es sich nicht anmerken ließ, sie war überrascht.…

Semmelweis, febris puerperalis und die Prophylaxe (Wamser-Krasznai)

Ignaz Fülöp Semmelweis ist am 1. Juli 1818 in Buda geboren. Die Familie stammte aus Szikra/Sieggraben im Burgenland, wo sie als Winzer tätig waren. Der Vater betrieb einen Gewürz- und Kolonialwarenhandel im alten Budaer Stadtteil Tabán, am Fuß der Burg. Sie waren angesehene, wohlsituierte Bürger.  Bild 1:  Geburtshaus in der heutigen Apród-utca, unten Geschäft, oben Wohnung   Nach zwei Jahren Philosophiestudium  an der Pester Universität geht Ignaz Semmelweis 1837 für ein Jahr zum Jurastudium nach Wien. Dann beginnt er das…

Wenn es so wäre (Helga Thomas)

Wenn es so wäre, dass nach meinem Tode nichts mehr weiteres kommt und nach dem Tode der Erde keine Weiterentwicklung mehr ist, wenn es so wäre, dass eine geistige Welt nur im Kopfe der Künstler lebt, selbst, wenn es so wäre … Die Trauer um das verlorene Kind, die Sorge um hilfloses Leben die Liebe zum Du und zu anderen Leben Sie wären der Boden, aus dem eine neue Welt erwächst und Leben geboren wird, wo nichts ist. Deine Liebe…

✎ 2020 Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte (BDSÄ)