Schlagwort: Natur

  • Umnachtung

    (21.4.2020)

    In Zeiten großer Verbrechen
    der Sonne Trost in meinem Herzen
    des Regens Frische in meinen Adern
    des Meeres Weite in meinen Augen
    sprach ich bewegt-besorgt
    mit den Kirschbäumen und Schlüsselblumen
    mit den feinen Trieben im Walde
    mit dem Moosteppich auf Steinen und Gehölz
    mit den Schwänen auf den Wiesen
    mit dem Storchenpaar am See
    mit der stillenden Stute auf dem Felde
    Alle sagten mir gefühlsvoll-sachlich
    Es ist nicht der erste Irrsinn
    Es ist nicht der letzte Wahnsinn
    Bleibe verbunden mit der Erde
    Sie wird dir den Weg zeigen

    ֎֎֎

  • Trauer Tag                                                                  

    Dunkel sind ihre Wasser
         Und zerfliessen im Nichts
    Sie bergen den steten Verlust
         Und zerbersten im Licht
    Kalt sind ihre Tiefen
         Und  überfluten das Sein
    Sie greifen nach Wirklichkeiten
         Und verschütten die Hoffnung
    Stark sind ihre Fluten
         Und versprechen welchen Trost?

    All Das                                                                          

    All das
    das rinnt
    die Gassen
    herab
     ein Strom
    trockener Tränen
    ihre Spur
    eingemeisselt
    wofür
    die Zweifel
    schwarzer Entbehrung
    für all das
    das Unvorstellbare
    lauert in jeder Sekunde
    beherrschend  die Welt
    Unverständnis
    für all das
     weht in Zweigen
    bricht den Baum
    fallend auf Stein
    der Gassen
    verborgen ist all das
    unter dem Schleier der Unwissenheit

    Das Zeichen                                                                       

    Flutend  durch Wolkenberge schwarz- geblähtes Segel 
    Ziellos im weiten Raum, einer Aufgabe gehorchend- mit verborgenem Sinn
    Schneidend die Erkenntnis  in Lichtreflexen der Furcht
    Widersprüchlich im zwingenden Strahl eines dunklen Warum
    Aufblitzend-  im fernen Wissen  Gehorsam fordernd
    Ahnen über  jenes Unverfügbare der Zeiten unerklärlich im Jetzt


  • The colors are related with associations. Light blue known as sky-blue is pleasant as a color of bright skies, red as a color of ripe fruits and gray-browns are unpleasant as mud (the exception is brown of the chocolate). The universal meaning of the colors are their effects: red and orange are warm and blue or green are cold. Our preference is for bright warm colors which represent life (color of blood). In the Chinese culture is red a color for passion (red lantern). 

    In some cultures, yellow as the color of Sun, is a symbol of the kings. The kings wear golden embroidered clothes, golden crowns, and the scepters to confirm that they are of divine origin. And the aureole of the saints is golden in the paintings, too.  The golden halos, circle of light shown surrounding, or above the head of a saint, or holy person represents their holiness. This is visible only in the icons otherwise invisible like the difference between sky (visible) and heaven (divine). Even the Latin word for gold is „Aurum“ (Au) possibly etymologically of aura means a person with special [mysterious] charisma, or from «aurora“ in English known as “dawn”. Dawn is a beginning and has a divine origin -shine of dawn- after a dark – (night) a new birth of a glittering life.

    A man often sees only one color  
    sometimes black, sometimes white.
    Now and then, it is a rainbow.  
    That alike a bell across the sky sways.

    Dr. med. André Simon © Copyright

    Übersetzung von Dietrich Weller

    Der Regenbogen

    Die Farben sind verbunden mit Assoziationen. Helles Blau, bekannt als Himmelblau ist angenehm als Farbe von hellen Himmeln, rot als Farbe von reifen Früchten und graubraune Farbtöne sind unangenehm als Schmutz (die Ausnahme ist das Braun der Schokolade). Die allgemeine Bedeutung der Farben sind ihr Wirkungen: Rot und orange sind warm, und blau und grün sind kalt. Unsere Vorliebe besteht für die hellen warmen Farben, die für das Leben stehen (Farbe des Bluts). In der chinesischen Kultur ist rot eine Farbe für die Leidenschaft (rote Laterne).

    In einige Kulturen ist gelb als Farbe für die Sonne ein Symbol der Könige. Die Könige tragen golden bestickte Kleider, goldene Kronen und die Zepter, um zu bestätigen, dass sie göttlichen Ursprungs sind. Und der Glorienschein der Heiligen ist auf Zeichnungen auch golden. Die goldenen Lichtkränze, Kreise von umkreisendem Licht oder über dem Kopf eines Heiligen oder einer heiligen Person, verkörpern ihre Heiligkeit. Das ist nur auf Ikonen sichtbar und sonst unsichtbar wie der Unterschied zwischen dem weltlichen Himmel (engl. sky, sichtbar) und dem Himmel (engl. heaven, göttlich). Sogar das lateinische Word für Gold heißt aurum und stammt möglicherweise etymologisch von Aura ab und beschreibt eine Person mit besonderer mystischer Ausstrahlung oder von aurora im Englischen, das als Morgendämmerung bekannt ist. Die Morgendämmerung ist ein Beginn und hat einen göttlichen Ursprung – Morgenschimmer nach einer dunklen Nacht – eine Neugeburt eines glitzernden Lebens.

    Ein Mensch sieht oft nur eine Farbe,
    manchmal schwarz, manchmal weiß,
    ab und zu ist es ein Regenbogen,
    der wie eine Glocke über den Himmel schwebt.

  • Ein Augenblick

     (21.2.2020)

    Nachts führen die bisherigen Erlebnisse
    ein reges Leben in meinem Gehirn
    Manch eine im Vorübergehen gesehene Blume
    verlangt nach ihrer wirkungsvollen Würdigung
    Manch ein geschwind aufgezeichneter Gedankengang
    gestaltet sprudelnd ein buntes Bilderbuch
    So verzichte ich morgendlich für eine kurze Weile
    auf deine heilsame Körperwärme
    um vergängliche Gedichte zu fotografieren

    ֎֎֎

  • Mein Land

    (15.2.2020)

     Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer gewidmet

    Am Himmelszelt fasziniert friedlich
    das frei fließende Morgenrot
    Und ich denke wieder an dich
    meine Heimat

    So wie Blätter und Baum
    so wie Bäume und Wald
    so wie Wälder und Erde
    verzaubernde Verbindungen vorweisen
    so bin ich innig mit dir verbunden
    mit deinen vielfältigen Landschaften
    mit deinen Höhen und Tiefen
    mit deinen Denkern und Dichtern
    mit deinen Tieren und Pflanzen

    So spreche ich von dir
    und deinen Jahrtausende alten
    schöpferischen Botschaften

    ֎֎֎

  • Usually, being happy one remains silent in the fear that the situation changes, and the happiness disappear. However, the happiness and anxiety or fear do not go together.  The sensation of fear makes nobody happy.      

    It appears that, everybody is afraid to boast “I’m happy”, and instead of singing and praising God for this circumstance, everyone is hiding it. With no confidence and understanding of happiness, there is no joyfulness, and no feeling of stroke of luck. Life is set for our sensation of the happiness. During the life’ journey, we have sometimes painful conflicts, but those are temporary.

    Perhaps, I feel it in that way, because I learned from my mother the wisdom of the art of forgetting unpleasant memories. Perhaps, for this reason all the writers transform those memories into the cheerfulness, embedded in their stories.

     Why am I writing this? The reason for my confession is that, walking on this path in the autumn covered with red leaves, I start thinking of what I have done or missed to do, and I feel the sense of the sorrow for the time lost. Possibly, I try to remake or to repair. After so many years, I realize that the God has bestowed the feeling of happiness to us, and that it is the greatest gift, that people could have received.

    Dr. med. André Simon © Copyright

    Übersetzung von Dietrich Weller

    Mein Weg

    Wenn wir glücklich sind, bleiben wir üblicherweise still aus Angst, dass sich die Situation verändert und das Glücksgefühl verschwindet. Aber Glücksgefühl und Furcht oder Angst passen nicht zueinander. Das Gefühl der Angst macht niemanden glücklich. Es scheint so, dass jeder sich fürchtet, sich mit „Ich bin glücklich“ zu brüsten, und statt zu singen und Gott zu preisen für die Umstände, verbirgt jeder das Gefühl. Ohne Vertrauen und Verstehen des Glücksgefühls gibt es keine Fülle der Freude und kein Gefühl eines Glückstreffers. Das Leben ist bereit für unsere Glücksempfindungen. Während unserer Lebensreise durchleben wir manchmal schmerzliche Konflikte, aber sie sind vorübergehend.

    Vielleicht spüre ich das so, weil ich von meiner Mutter die Weisheit der Kunst gelernt habe, unangenehme Erinnerungen zu vergessen. Vielleicht formen alle Schriftsteller deshalb diese Erinnerungen um in Heiterkeit, die sie in ihre Geschichten einbetten.

    Warum schreibe ich das? Der Grund für mein Bekenntnis besteht darin: Wenn ich im Herbst auf diesem mit roten Blättern bedeckten Weg gehe, fange ich an, darüber nachzudenken, was ich gemacht oder verpasst habe, und ich sorge mich um die Zeit, die ich verloren habe. Wenn möglich versuche ich es zu wiederholen oder auszubessern. Nach so vielen Jahren erkenne ich, dass Gott uns mit dem Glücksgefühl ausgestattet hat, und das ist das größte Geschenk, das wir Menschen erhalten konnten.

  •                                NOSTALGIA

                                   Dal profondo
                                   d’anima
                                   ferita
                                   cresce
                                   la nostalgia
                                   di purezza,
                                   la memoria
                                   d’un fiore,
                                   d’un bimbo,
                                   d’un soffio
                                   di vento
                                   senza peso.

    Commento: Certe ferite dell’anima, che conosciamo, sono curate anche con il ricordo di un fiore, di un bimbo e portano una pace, leggera come il vento.

    SEHNSUCHT

                                Aus der Tiefe
                                der Seele,
                                der verletzten,
                                wächst
                                die Sehnsucht
                                nach Reinheit,
                                die Erinnerung
                                an eine Blume,
                                an ein Kind,
                                an einen Windhauch
                                ohne Gewicht.

    Kommentar: Gewisse seelische Wunden, um die wir wissen, können auch durch die Erinnerung an eine Blume, ein Kind geheilt werden und bringen uns einen Frieden, der so leicht ist wie der Wind.

  • Schöpferisch

    (25.1.2020)

    Sei mit der Sonne
    in ihrem Licht verbunden
    Von Liebe beflügelt befreie dich
    von den Vorgaben der Verwüster der Erde
    der Gewaltherrscher
    der Vernichter der Hoffnung
    Stürze schöpferisch
    ihre billigen Berechnungen
    ihre Voraussagen und Erwartungen
    Mit ihrer Denk- und Vorgehensweise
    mit ihrem zweckgerichteten Regelwerk
    ist eine gerechte Welt nicht erreichbar
    Die neue Welt beginnt
    in den Bergen deiner Gedanken
    in den Flüssen deiner Gefühle
    Sei mit der Sonne
    in ihrem Licht verbunden

    ֎֎֎


  • Perspektiven

    (17.1.2020)

    Inspiriert durch den iranischen Dichter Siavash Kasra’i (1927-1996) entstand der folgende Text.

    Lass die Gedanken fliegen
    hoch in den Himmel
    Horizonte überschreitend
    damit du nicht einer Muschel ähnelst
    die mit einem Sandkorn im Leibe
    von Perlen träumt
    und dabei übersieht
    dass das Meer austrocknet   

    ֎֎֎

  • Heimat

    (17.1.2020)

     Heimat! Dir widme ich meine schönsten Gedichte
    ergreifende, erhellende Herzensbotschaften
    Nicht deine Gewänder verehre ich
    manche zutiefst grässlich und einengend
    Nein. Stets habe ich dein Wesen im Sinn
    Von deinen Sternen
    habe ich das Lieben gelernt
    Mit dem Kampf für dein Bestehen
    verteidige ich das Leben
    Heimat! Dir widme ich meine schönsten Gedichte
    ergreifende, erhellende Herzensbotschaften

    ֎֎֎