In the small town of Wushu, there lives a very rich merchant named Xíguàn. Once, he demands an old Zen Master to teach his son how to avoid bad habits.  The Master takes the young man to walk in the neighboring wood. Suddenly, he halts at one place and asks the young man to clear a  small plant, that grew near the place they were standing on.

The boy snaps with his thumb and forefinger easily the plant off the ground. By further walking, the Master asks the boy to bring him a bit bigger plant. The young man retreats a little and pulls it off, too.

„And now, let try this one to rip out,“ says the teacher, pointing to a bush.  The young man had to use all his power to break it down, but it was impossible.

„Finally try this,“ says the Master, pointing at a thick bamboo plant. The young man encloses the tree with his hands, and tried to rip it out.

„Well this is impossible,“ said he breathlessly.

And the teacher concluded: “The bad habits are in the begin, like the small plants, very easy to break them. As this huge bamboo was impossible to tear out with bare hands, equally the bad habits cannot be unlearned. In this way the bad habits lead our future behavior, dominate the native temperance and influence our way of life”

Dr. med. André Simon © Copyright   

 

André Simon, übersetzt von Dietrich Weller.

Die Angewohnheiten

In der kleinen Stadt Wushu lebte ein sehr reicher Händler mit Namen Xiguan.

Eines Tages verlangte er von dem alten Zen-Meister, seinem Sohn beizubringen, wie man schlechte Angewohnheiten vermeidet.

Der Meister nahm den jungen Mann mit auf einen Spaziergang in den benachbarten Wald mit.

Plötzlich hält er an einem Platz an und bittet den jungen Mann, eine kleine Pflanze wegzuräumen, die in der Nähe des Platzes wuchs, auf dem sie standen.

Der Junge schnippt mit Daumen und Zeigefinger die Pflanze lässig vom Boden weg.

Auf dem weiteren Weg bittet der Meister den Jungen, ihm eine etwas größerer Pflanze zu bringen .Der junge Mann tritt ein wenig zurück und reißt sie auch weg.

„Und jetzt lass uns versuchen, diese auszureißen“, sagt der Lehrer, indem er auf einen Busch zeigte. Der junge Mann musste seine ganze Kraft aufwenden, um ihn niederzubrechen, aber es war unmöglich.

„Und jetzt zum Schluss versuch es mit diesem“, sagte der Meister und zeigte auf eine dicken Bambusstamm.

Der junge Mann umschloss den Baum mit seinen Händen und versuchte, ihn auszureißen.

„Also, das ist unmöglich“, sagte er atemlos.

Und der Lehrer schloss daraus: „Die schlechten Angewohnheiten stehen am Anfang, wie die kleinen Pflanzen, es ist einfach, sie zu brechen. Wie dieser riesige Bambus mit bloßen Händen unmöglich auszureißen war, können die schlechten Angewohnheiten nicht verlernt werden. So führen die schlechten Angewohnheiten zu unserem zukünftigen Verhalten, beherrschen die angeborene Mäßigung und beeinflussen unsere Lebensweise.