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Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte (BDSÄ) Posts

Der aufrechte Gang (Amir Mortasawi)

Der aufrechte Gang (17.1.2021) für Julian Assange Im sechsten Stock angekommenbleibe ich im Treppenhauseine Weile verzaubert stehenBei aufgehender Sonnespendet der Himmelkraftvoll Trost und FreudeAn solch einem Mahlkann ich mich täglichselig satt ernährenUnd was ist mit dirdem Helden unserer Zeit?Seit Jahren sitzt duhinter verschlossenen Türenseit Monaten in IsolationshaftDie Schergen einer Weltmachtdokumentierten prahlendihre eigenen KriegsverbrechenDu veröffentlichtest diese DokumenteDie großen Banditen sind weiterhin freiplanen offen weitere Kriegeund du sitzt voller Ungewissheitin deiner zermürbenden ZelleDer Preis des aufrechten Gangeswird bedrückend hoch bleibensolange die Mehrheit…

Der törichte Tiefschlaf (Amir Mortasawi)

Der törichte Tiefschlaf (16.1.2021) Als sie sich schlafen legtenschien die Welt in Ordnung zu seinSo dachten sie nurSo wollten sieaus Bequemlichkeitaus Feigheitdas Geschehen wahrnehmenAls die gesellschaftlichen Ereignissesie unweigerlich wachrütteltenwar der umfassende Aufbaudes gigantischen Kerkersweit fortgeschritten ֎֎֎

Augen, meine lieben Fensterlein (Waltrud Wamser-Krasznai)

Augen, meine lieben Fensterlein…     Vor einigen Jahren entstand ein Aufsatz: „Alte Augen“. Damit meinte ich Augen-Darstellungen aus dem Altertum und ihre Bedeutung von der Antike bis heute[1]. Wie schnell kann doch ein solches Thema persönlich werden, wenn Sinnesorgane an Prägnanz verlieren und allerlei Phänomene auftreten, die man so nicht oder nicht so schnell erwartet hätte, kurz wenn die eigenen Augen alt werden. Da treten Symptome auf wie „mouches volantes“, zuckende Blitze, entzündete Lidränder und Schleimhäute, Fremdkörpergefühl, rasche Ermüdbarkeit beim…

Lichter verbinden (Amir Mortasawi)

(11.1.2021) für meine Enkelkinder Es gibt häufig helle und dunkle Zeitenlasst euch von ihrem Wechsel nicht verleitenImmer wenn die Kräfte des Tages versiegenwerden Lichtschmetterlinge in Brunnen fliegenSolche wunderbaren Brunnen sollt ihr findenLichter suchen und sie fröhlich verbinden ֎֎֎

Der Orinoco, Alexander von Humboldt, Wikipedia und Fritz (Heiner Wenk)

Prolog 1: Die „Fritz“ ist ein Renndoppelzweier unseres Ruderclubs RV OSCH (Osterholz-Scharmbeck), ein in die Jahre gekommenes Boot des Herstellers Filippi, einer Ruderwerkstatt aus Wetzlar. Zugelassen bis 90 kg. Es fährt nicht mehr so richtig geradeaus, es ist ein bisschen „weich“, aber ich liebe es. Prolog 2: Alexander von Humboldt reiste im Jahr 1800 ins Orinoco-Tal. Zusammen mit seinem Begleiter, dem französischen Botaniker Aimé Bonpland sammelte er wichtige geographische, zoologische und botanische Daten, die viele Mythen um die unerforschte Region…

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Horst Ganz + (Nachruf von Harald Rauchfuß)

aus alter Schweizer Familie stammend – geb. am 25.05.1931 in Berlin-Charlottenburg –unerwartet verstorben am 03.01.2021 in Marburg Horst Ganz verkörperte einen willensstarken und gleichwohl lustigen Kollegen, stets einem lebhaften Dialog zugeneigt. An einer ungewöhnlichen Lebenskarriere hielt er bis zum Schluss fest. Seine Gedanken boten dem hartnäckigen Wandel zur technisierenden Lebensweise die Stirn. 1942 erlangte die Familie Ganz die deutsche Einbürgerung. Horst Ganz besuchte das humanistische Gymnasium zu Regensburg. Nach dem Abitur 1950 absolvierte er das vorklinische  Medizinstudium in Regensburg, die…

Wolken und Wandel (Amit Mortasawi)

(2.1.2021) Die nächsten weißen Wolkenwerde ich bittenmich mitzunehmenIch halte es hiernicht mehr ausEndlich möchte ichglücklich seindachte einst ein Mitmenschunruhig, beschwertBald erschienen am Himmels Zeltweise Wolkenund dachten wohlwollendSeine Definition des Glückssein Verhältnis zur Ruhe und Beständigkeitbedingen seine RastlosigkeitWir haben längstdiesen stetigen Fluss des Lebensgründlich begriffenund tragen ihn in unsSo haben wirmitten im beständigen Wandelglückliche Gelassenheit gefundenleichtfüßig, federleicht ֎֎֎

Das Kartenhaus (Amir Mortasawi)

(2.1.2021) Liebste! Gehe ein paar Schritte zurückAus der Fernelässt sich dieses grauenvolle Gebäudebesser betrachtenSchau dir gründlichseine Grundsteine anSie bestehen aus hohlen HalbwahrheitenLiebste! Habe ZuversichtSelbstvertrauenund einen langen AtemFrüher oder späterwird ein Lufthauchdieses Kartenhaus umblasen ֎֎֎

Tauperle (Amir Mortasawi)

(2.1.2021) Inspiriert durch ein Gedicht des iranischen Lyrikers Siavash Kasra’i (1927-1996) entstand der folgende Text. Schau andächtig hin!Auf dem steilen Gefälle der Blätterbin ich eine tanzende Tauperlevoll Blick und BetrachtungEinst die Träne der Nachtjetzt das Lächeln des Morgenswerde ich baldauf den Lippen der Blumezum Abbild des SeufzersUnterschätze nichtdas Beben meines LebensMein Körper ist die Wiege vieler Sonnenmeine Brust voller Sturm und Wellenmein Auge randvoll mit HoffnungHör aufmerksam hin!In meinem Herzentobt der Donner der WutIn meinem Kopfgedeiht der Gedankeein Meer zu…

Getreuliche Hoffnung (Amir Mortasawi)

(11.7.2020) Inspiriert durch ein Gedicht des iranischen Poeten Houshang Ebtehaj (Saye) (1928 geboren) entstand der folgende Text. Du! Unsichtbares Samenkornund doch für mich spürbarwie mein eigener AtemSteh auf aus dem winterlichen SchlafSteh auf Schau! Mit jedem Teil meines Herzenshabe ich dich tagein, tagausmit Sonnenschein ernährtFeindseligkeiten und Hohn trotzend voller Liebe und Leidenschafthabe ich dich vor den Böswilligen behütetSteh auf aus dem winterlichen SchlafSteh auf In meiner Brust gab es manchmalnur Asche und Glut, und dochhabe ich für dich stets beharrlichein würdiges…

Zum Corona Weihnachtsfest 2020 (Klaus Kayser)

Frohe Weihnacht unbeschwertSei diesen Tagen Euch beschert.Das Christenkind  nach Stall und StrohWünscht Weihnachten beglückt und frohIn Frieden fröhlich zu gestaltenBesiegt Corona und Naturgewalten.Zeigt Liebe ist der Weg ins LebenUnd Hoffnung sind von Gott gegeben.

Der Tod des Heute (Klaus Kayser)

Das Morgen ist der Tod des Heute Heute lag im Bett und schliefTräumte seinen TraumKindchen gestern kam und riefNimm den Apfel von dem BaumIm Paradies im Traum. Und der Apfel fielAus dem Paradies und fielAus dem Apfeltraum. Auf die Straße, auf die SteineVor den Kasten, vor die BeineVom LeierkastenmannDer den Apfel sah und sang: Vom Chaos geborenZum Leben bestelltDas Heute verlorenIm Morgen der Welt. Tröstet euch LeuteDas Morgen wird heuteUnd das Heute fälltin das Gestern der Welt. Heute legt mirDas…

Wir müssen mit dem Klima leben (Klaus Kayser)

Wir müssen mit dem Klima leben,das Feuer speit und Menschen frisstWir müssen an der Zukunft webenDie nur schwer zu ändern ist. Seht nur,die Naturmacht ihr eigenes Ding. Was kümmert sieDie Kohle,wenn wirr zu viele Menschen sind. Was kümmert sieDas NashornIn der Steppe ist sie blind. Natur kennt keine SorgenSie geht ihren Weg.Wir sind nicht jetzt, nicht morgenIhr Lebensprivileg. Egal ob süß ob sauerIhr ist nichts von DauerIhre LebenszeitIst unsere Ewigkeit. Wir müssen uns fügenSie bestimmt den GaloppWirft uns aus dem…

Strauch und Baum (Klaus Kayser)

Klagt der Strauch zum BaumIch bin so klein, Licht hab ich kaum. Klagt der Baum zum StrauchKlein zu sein wünsch ich mir auch. Weißt du, was Angst und Schmerzen heißt,Wenn dir der Sturm die Äste reißt? Sagt auf dem Ast der schwarze RabeGott schenkte euch die Pflanzengabe: Klein sein heißt nach Licht zu streben.Groß sein heißt im Sturm zu leben. K.K. 15.12.2020

Klaus Kayser: Verkauft mir den Mao nicht, Rezension von Dietrich Weller

Klaus Kayser, Verkauft mir den Mao nicht.Lehmann media ISBN 978-3-96543-139-3 Unter Globalisierung verstehen wir im Allgemeinen eine wirtschaftliche Verbindung und Verknüpfung der Länder und Menschen über Kontinente hinweg – mit allen guten und schlechten Folgen, von der raschen Verfügbarkeit der Güter in allen Bereichen der Welt bis zur stundenschnellen Verbreitung eines gefährlichen Virus zu allen Völkern. In dem vorliegenden Buch erlebt der Leser einen anderen weltweit aktuellen Gegensatz, nämlich wie drei Religionen und deren Anschauungen drei Personen auf die Probe…

✎ 2020 Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte (BDSÄ)