Der kleine Zusatz                   

 

An vertrauten Hügeln
hab ich die Sorgen
mit Eindrücken besänftigt,
dem unsteten Tanzen der Halme
in purpurnem Licht
dem Atmen der klumpigen Erde
auf jedem Schritt
Wie ein Stein
in hungrigem Wasser
wurde ich eins
mit deinem wilden Treiben
eins in deinem maßlosen Meer
Weißt du´s?
Weißt du es noch, Eglantine?

Den kleinen
vordergründig unbedeutenden Zusatz
sollte man schätzen lernen,
den Schlaf
den möchte er uns so gerne nehmen
sicherlich wird er ihn nehmen
so wie die Nacht zum Tage wurde
als ich dich vernahm
stolzerfüllt die Leidenschaften schwingend
auf festlichen Alleen

Weit öffne ich das Fenster, weit
ich schmecke
ich lausche und begehre,
der kleine Zusatz
der lässt mir keine Ruh
Oft waren es doch nur
Clementinen in meiner Hand
reich an sattem Fleisch
und süßem Saft,
liebevoll verklärte Zehrung
auf später Heimkehr
mit Vater und Mutter
fernab der rumorenden Stadt
… eine Weltbühne die Vaterstadt

Bretter drei an der Zahl
nur behelfsmäßiges Werk der Zaun
ein Stamm am Rand
hochgewachsenes Gras, wenige Blumen
Gestern fiel er mir nicht auf
heute sah ich ihn
umrankt vom ersten Abendlicht
dem ersten kühlen Hauch ergeben
und da staune ich nur
gebannt

Ein Zwielicht ist´s,
in ihm schmücken das Pflaster
feine Fassaden
dringen zu uns vielfach die Stimmen
betörende Düfte und beste Musik
Ein Zwielicht hat mich angelockt
jenes Halbdunkel
konnte mir so sehr gefallen
Und weiß ich ja nur allzu gut,
dass ich den Schlaf verlieren werde
wenn du einst lächelnd runterkommst
auf der geschmückten Straße
und ich mich an dir erfreue

 

 

 

 

The DOORS

          

It is an ancient truth that, after one small narrow door is closed for us, almost immediately a new huge entrance opens. We often hear people say, that happiness is like a butterfly; chasing, it escapes and if we stand still, it       leans on our shoulders. If we have listened to these veracities, we would conclude, that happiness and opportunities happen alone and almost by magic.

However, in the reality, when one small narrow door is closed for us, we often spend a lot of time complaining about what happened, and the emptiness and noise of our sadness remained. No one reacts quickly enough to see the other entrance where it is assumed to be the better choice.

Perhaps, at some point in our life’ cycle, we take the best choice, for a certain period. This is enough to make us believe, that it would be our final destiny. However, we should create the destiny with determination and courage by finding for us the proper exit.

This alleged „emergency exit“, which offers new path towards the „true happiness». is not always open immediately. It is worth pondering over the issue to understand, that life, in reality, is a maze of doors to overstep.   Though, by the failures, we take advantage to acquire the experience and start over.

The closed door does not work well. Neither, the sadness can go out, nor the happiness can come in.

Dr. med. André Simon © Copyright

 

Translator´s addition

A wise chinese saying points out the background of our destiny:

„By trying to avoid mistakes in choosing our way of life at forks of our paths we are led to our real destiny. Our assumed detour is the true path.“

 

Übersetzung von Dietrich Weller

Die Türen

Es ist eine alte Wahrheit: Wenn eine kleine enge Tür sich für uns schließt, öffnet sich fast sofort ein riesiger Eingang. Wir hören oft, dass die Leute sagen, Glück sei wie ein Schmetterling: Wenn wir ihn jagen, flieht er, und wenn wir verharren, lehnt er sich an unseren Schultern an.

Wenn wir diesen Wahrhaftigkeiten zuhören, schließen wir daraus, dass Glücklichsein und Gelegenheiten von allein und fast wie Zauber geschehen.

Aber in der Wirklichkeit verbringen wir viel Zeit damit, nachdem sich eine Tür geschlossen hat, über das Geschehene und über die verbleibende Leere und die Störgeräusche unserer Seele zu klagen. Keiner reagiert rasch genug, um den anderen Eingang zu erkennen, von dem wir die bessere Wahlmöglichkeit vermuten.

Vielleicht ergreifen wir die beste Wahl an einem Punkt unseres Lebenszyklus für eine bestimmte Phase. Das genügt, um uns glauben zu machen, es sei für unser endgültiges Schicksal. Allerdings sollten wir das Schicksal mit Bestimmung und Mut erschaffen, indem wir für uns den passenden Ausgang suchen.

Dieser angebliche „Notausgang“, der uns den neuen Pfad zur „wahren Glückseligkeit“ anbietet, ist nicht immer sofort offen. Es lohnt sich, über die Angelegenheit nachzudenken, um zu verstehen, dass das Leben in Wirklichkeit ein Labyrinth von Türen darstellt, die man verpassen kann.

Doch durch die Fehlversuche haben wir den Vorteil, Erfahrungen zu sammeln und von vorn anzufangen.

Die geschlossene Tür funktioniert nicht gut. Weder die Traurigkeit kann entweichen noch kann das  Glück hereinkommen. 

Zusatz des Übersetzers:

Durch den Versuch, Fehler an Weggabelungen auf unserem Lebensweg zu vermeiden, werden wir zu unserem wirklichen Schicksal geführt. Unser vemeintlicher Umweg ist der richtig Weg.“