HARMONY              

 

The art of music follows nature as harmoniously as day follows night and as light follows darkness. There is a Chinese legend about a young musician who lived on his own on an uninhabited island and had as his only possession his guzheng (zither).

He survived on this island by nourishing himself with wild berries and herbs. It was on the sandy beach one day, as he was observing the sea, listening to the wind and playing his zither, that flocks of multi-coloured birds flew towards him. He listened with great delight to the sweet chirping and reproduced their songs on his zither. It was then that the birds began to accompany him in chorus, with their “tweet-tweets”. The only way to mastery is to pursue the divine rules of nature.  After many years, the musician returned as a Master of harmony.

The inspiration for his music were the birds’ songs, and his music, once started, continued and finished, just as a flower buds, grows and blooms.

 

Dr. med. André Simon © Copyright

 

Übersetzung von Dietrich Weller

Harmonie

Die Kunst der Musik folgt der Natur s harmonisch wie ein Tag der Nacht folgt und das Licht der Dunkelheit. Es gibt eine chinesische Legende über einen jungen Musiker, der allein auf einer unbewohnten Insel lebte, und sein einziger Besitz war seine Guzheng (Zither).

Er überlebte auf dieser Insel, indem er sich von wilden Beeren und Kräutern ernährte. Während er eines Tages auf dem sandigen Strand das Meer beobachtete, dem Wind zuhörte und auf seiner Zither spielte, flogen Schwärme von vielfarbigen Vögeln auf ihn zu. Er hörte mit größtem Vergnügen dem süßen Zirpen zu und ahmte ihre Lieder auf seiner Zither nach. Dann begannen die Vögel ihn im Chor zu begleiten mit ihrem „Zwitscher-Zwitscher“.

Der einzige Weg zur Meisterschaft besteht darin, den göttlichen Regeln der Natur nachzustreben. Nach vielen Jahren kehrte der Musiker als Meister der Harmonie zurück. Die Eingebungen für seine Musik waren die Gesänge der Vögel. Und wenn seine Musik einmal begonnen hatte, floss sie weiter und endete wie eine Blume knospt, gedeiht und blüht.

 

 

 

 

 

 

 

Wind, Wolken, Tränen

(8.10.2017)

für Maria

 

Mitten im Gedränge der Reisenden
singst du mir auf dem Bahnsteig das Lied
das du einst deinem Liebsten
geschrieben und wiederholt gesungen hast
und bewegst dabei deine Hände
Freude und Wärme strahlend
wie eine Chorleiterin 

„Die Wolken kommen von Westen her
Die Wolken kommen von Westen her
Sie bringen uns den Regen
Sie bringen uns den Regen
Die Wolken kommen, die Wolken gehn
Sie bleiben an keinem Orte stehn
Sie müssen sich bewegen
Sie müssen sich bewegen
Ich komme mit den Wolken zu Dir
Ich komme mit den Wolken zu Dir
Ich bringe Dir das Leben
Ich bringe Dir das Leben
Die Wolken kommen die Wolken gehn
Sie bleiben auch bei Dir nicht stehn
Sie lassen uns die Tränen
Sie lassen uns die Tränen“ 

Dein Singen steckt an
Eine junge Reisende dreht sich um
und klatscht fröhlich
Deine Augen nehmen mich mit
zu einem auf dem Lande aufgewachsenen Mädchen
voller Sehnsüchte und Lebensfreude 

Ja, sicher wirst du weiterziehen
wie der Wind
wie die Wolken
und uns stehen lassen
mit Tränen der Lebensbejahung

֎֎֎