The SILENCE      

 

                                                                          Oak-tree (Dr. Dietrich Weller )

 

Many years ago, on a hot sunny day, in the shade of an old oak-tree, Master Xi and his pupils were resting. There was silence in the air. Suddenly, Master Xi asked his pupils: “What is the meaning of silence? “ The pupils remain silenced. Than he started to explicate:

“Let’s consider the virtues of an aged turtle, which is the symbol of universe, longevity and endurance. Turtles crawl over the Earth on their bellies, but their shells, with their dome shaped backs, are like a vault to the sky, representing the universe. Their incredible longevity and endurance leads one to believe they are everlasting. The shell pattern describes their ability to pass on their virtues for posterity. However, a turtle’s greatest virtue is silence.                              In silence, the turtle overcomes the storms.  In silence man overcomes the stormy times.

The world is old; the silence is even older. The Almighty communicates to all beings, in the unique mode  understood from everyone – with the voice of Silence.

Silence is the evidence of inner knowledge, and the joy of a deeply satisfying inner awareness. By reaching into the inner silence, one achieves just the right sense of serenity and realization of utter bliss and perfection.

Fruits ripen in the sun; noble thoughts ripen in the silence.         In the silence of the silent mind there is nothing to hear but peace.

Dr. med. André Simon

 

Credits

An Oak-tree was photographed by Dr. Dietrich Weller, who agreed to illustrate this text. The author is grateful for this permission.
 http://www.fotocommunity.de/user_photos/38236792

 

Übersetzung von Dietrich Weller

Die Stille

Vor vielen Jahren ruhte sich Meister Xi mit seinen Schülern an einem heißen, sonnigen Tag im Schatten einer alten Eiche aus. In der Luft war es ruhig. Plötzlich fragte Meister Xi seine Schüler: Was bedeutet Stille?“

Die Schüler blieben stumm. Dann begann er zu erklären:

„Lasst uns die Tugenden einer alten Schildkröte betrachten, die das Symbol für Universum, Langlebigkeit und Ausdauer darstellt. Schildkröten kriechen auf ihren Bäuchen über die Erde, aber ihre Panzer mit ihren kuppelförmigen Rücken ragen wie ein Tresor in den Himmel und stellen das Universum dar. Ihre unglaubliche Langlebigkeit und Ausdauer lässt uns glauben, sie leben ewig. Das Panzermuster beschreibt ihre Fähigkeit, ihre Tugenden an die Nachwelt weiterzugeben. Die größte Eigenschaft einer Schildkröte jedoch ist ihr Schweigen.

In der Stille überlebt die Schildkröte die Stürme. In der Stille überlebt der Mensch stürmische Zeiten.

Die Welt ist alt; die Stille ist noch älter.

Der Allmächtige nimmt mit allen Wesen in einer einzigartigen Weise, die von jedem verstanden wird, Kontakt auf, mit der Stimme der Stille.

Stille ist das Zeichen des inneren Wissens und die Freude einer tief befriedigenden inneren Achtsamkeit. Indem man in die innere Stille hineinreicht, ermöglicht man genau den richtigen Sinn von Abgeklärtheit und die Verwirklichung der äußersten Glückseligkeit und Vollkommenheit.

Obst reift in der Sonne; edle Gedanken reifen in der Stille. In der Stille eines stillen Geistes gibt es nichts hören außer Friede.

Dank
Die Eiche wurde von Dietrich Weller aufgenommen, der erlaubt hat, diesen Text damit zu bebildern. De Autor dankt für die Genehmigung.
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Auf allen Vieren (Waltrud Wamser-Krasznai)

Wamser-Krasznai Dr. med. Dr. phil. Waltrud 15. Januar 2019

Auf allen Vieren.

Ich gehe so für mich hin, den Kopf in den Wolken, unter meinen Füßen nasses Laub. Auf einmal sind die Beine weg, und ich liege auf dem Rücken wie ein Mistkäfer. Wirbelsäule und Hüften sind allem Anschein nach in Ordnung, nur aufstehen kann ich nicht. Herumgewälzt habe ich mich schon, auf Hände und Knie, aber aufstehen kann ich nicht. Ich versuche es über Minuten. Endlich krieche ich auf einen Laternenmast zu, und es gelingt mir mit großer Mühe, mich hoch zu ziehen. Niemand hat mich gesehen oder gehört.

1. Weihnachtsfeiertag morgens 8.00 Uhr, in Dahlem auf der Podbielski-Allee, zwischen dem Gästehaus und der Bibliothek des Deutschen Archäologischen Instituts. Was hätte ich gemacht, wenn das Hochziehen nicht geklappt hätte? Die Polizei anrufen oder so laut schreien, dass die Polizisten, die sich vor der Iranischen Botschaft langweilen, mich hören können? Eine kräftige Hand hätte ja genügt.

Die Knie sind von der Sache nicht begeistert, aber richtig übel genommen hat es mein linkes Handgelenk, das ich, nachdem ich zwei Stunden auf dem Laptop herum geklopft habe, kaum noch bewegen kann. Meine Selbstuntersuchung ergibt einen heftigen Druckschmerz über dem Os naviculare, na Prosit! Eine Naviculare-Fraktur dauert mit konservativer Behandlung ein Dreivierteljahr, mit Operation auch  wenigstens drei Monate. Ich lege mir einen Notverband an mit den unzureichenden Hilfsmitteln, die ich finde. Dazu 400 mg Ibuprofen. Das hat tatsächlich geholfen. 24 Stunden später sind nur noch die Rotation und die ulnare Abduktion leicht schmerzhaft eingeschränkt. Was für ein Glück!

Merke: In jede Reisetasche eine elastische Binde, außerdem intensive Schulung des Musculus quadrizeps femoris, in der fröhlichen Hoffnung, die Eisen, die ich derzeit im Feuer habe, in diesem jungen Jahr fertig schmieden und in ansprechende Form bringen zu können.