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Autor: Wamser-Krasznai Dr. med. Dr. phil. Waltrud

Geb. 1939 in Darmstadt. 1958-1964 Studium der Medizin in Freiburg und Marburg. Promotion Marburg/Lahn 1965, Dr. med.: Knochenveränderungen bei Hautkrankheiten. Fachärztin für Orthopädie. 1974-2007 Kassenarzt-Praxis für Orthopädie, Rheumatologie, Sportmedizin. Sportarzt der Ungarischen Motorsport-Nationalmannschaft. Seit 2007 privatärztlich tätig.
1996 Magister artium, Klassische Archäologie, Gießen: Die italischen Terrakotten der Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität Gießen.
2002 Promotion zum Dr. phil. in Gießen: Studien zu den Typen der Tarentiner Symposiasten
2009: Verleihung der Internationalen Semmelweismedaille in Anerkennung der Verdienste um das ungarische Gesundheitswesen und die deutsch-ungarische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Orthopädie, Rheumatologie und Balneologie.
Sprachen: Italienisch, Ungarisch, Englisch, (Französisch).
Vortragstätigkeit außer in Deutschland auch in Ungarn, Griechenland, Polen, Türkei (Orthopädie, Rheumatologie)

Publikationen:
1999: Frauenraubszene. Eine Kalksteingruppe aus Tamassos, in: Periplus. Festschrift für Hans-Günter Buchholz
2003: Drei Terrakottastatuetten, in: H. Abbasoğlu – W. Martini (Hrsg.), Die Akropolis von Perge 1.
2004: Antike Weihgeschenke im Blickpunkt der Andrologie, Aktuelle Dermatologie 30/12, 584-586
2005: Wer schön sein will, muss leiden….oder Glanz und Elend des menschlichen Fußes, Orthoprof. 4, 5-9
2006: Frau „Kur“ und ihr Schatten oder: Badelust von der Antike bis heute, Orthoprof. 2, 38-40
2006: Irdische Füße olympischer Götter. Zehen- und Nagelbesonderheiten antiker Statuen (mit M. Hundeiker, M. Recke), Internistische Praxis 46
2007: Antike Weihgeschenke im Blickpunkt der Andrologie, in: Kleine Kulturgeschichte der Haut, 100-103
2007: Metamorphosen der Haut im antiken Mythos, Aktuelle Dermatologie 33
2007: Tempelknaben in Tamassos (mit H.-G. Buchholz), Report of the Department of Antiquities, Cyprus
2007: Antike Weihgeschenke im Blickpunkt der Andrologie, in: Kleine Kulturgeschichte der Haut
2008: Kultische Anatomie. Etruskische Körperteil-Votive aus der Antikensammlung der JLU Gießen (mit M. Recke), Katalog und Broschüre zur Ausstellung im Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt
2009: Unter dem Diktat der Mode: Fuß und Schuh, medintern 4, 22
2010: Aus der Taufe gehoben: Das Fibromyalgiesyndrom – jetzt eine „richtige“ Krankheit?
medintern 1, 21f.
2010: CRPS-Sudeck-Syndrom. Ein Symptomenkomplex mit wechselnden Namen, medintern 2, 21 f.
2010: Paratenonitis achillea, eine Zivilisationskrankheit? medIntern 3, 21 f.
2011: Kreuz-Zug gegen den Rückenschmerz, medintern 1, 21 f.
2011: „Die Gicht! Eine Hure ist sie, eine verfluchte Hure!“ Die Gelenkleiden des Hermann Hesse, Orthopädie & Rheuma 14, 2, 45 f.
2012: Auf schmalem Pfad. Grenzgänge zwischen Medizin, Literatur und den schönen Künsten (Minerva Verlag Keszthely – Budapest)
2012/2013: Auf schmalem Pfad. Grenzgänge zwischen Medizin, Literatur und den schönen Künsten. Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage (Minerva Verlag Budapest)
2013: Terrakotten aus Tarent, www.antikensammlung-giessen.de/terrakotten.tarent
Im Druck: Terrakotta- Plaketten mit weiblichen Figuren („Astarteplaketten“) aus Tamassos, Report of the Department of Antiquities, Cyprus

In Vorbereitung:
Terrakotten von der Akropolis in Perge (Fläche 1-3, Bothros, Survey und Sondagen)
Terrakotten aus der Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität Gießen
Kalksteinskulpturen und Terrakotten aus der Grabung H.-G. Buchholz in Tamassos/Zypern

Herzen? (Waltrud Wamser-Krasznai)

Herzen? Wer da glaubt, er dürfe sich unter diesem Titel eine zu Herzen gehende  Liebesgeschichte erwarten, der wird eine herbe Enttäuschung erleben. Es geht vielmehr um handfeste Dinge, nämlich um antike Nachbildungen menschlicher oder tierischer Herzen. Neben vielen anderen Weihgaben brachte man sie den Göttern in die Heiligtümer, zum Dank für erfahrene Hilfe oder mit der Bitte um Beistand in Krankheit und Not. Die Tradition wird noch heute in Wallfahrtskirchen fortgesetzt, wo man die Bilder und Altäre der Heiligen mit…

Grand Tour (Waltrud Wamser-Krasznai)

Grand Tour 1958 Beim Wieder-Lesen von D. Richters „Goethe in Neapel“[1] bin ich diesmal an dem Begriff „Grand Tour“ hängengeblieben. Damit ist die Kavaliersreise gemeint. die Aristokraten-Sprösslinge, später auch Söhne von wohlhabenden Bürgern, im 18. und 19. Jahrhundert nach Italien, und dort vor allem nach Venedig, Rom und Neapel unternahmen. In Begleitung der hoffnungsvollen jungen Männer waren oft Kunstgelehrte und Literaten, meist Dienerschaft und immer reichlich Gepäck, denn die Reise ging über viele Wochen und Monate. Nicht alle hatten einen…

Gelagerte Frauen (Waltrud Wamser-Krasznai)

  Im Gegensatz zur Liegestellung in mehr oder weniger horizontaler Körperhaltung, ggf. mit leicht unterstütztem Kopf, meint das „Lagern“ eine Position mit halb aufgerichtetem Oberkörper und erhobenem Kopf, englisch „reclining“, also zurückgelehnt lagern. Dabei stützt sich der Protagonist auf den linken Arm und streckt die Beine, vom Betrachter aus gesehen, nach links. Die Beinhaltung selbst variiert, was zur Unterscheidung in ein „östliches“ und ein „westliches“ Liegeschema führte[1]. Im letzteren Fall ist das linke Bein ausgestreckt, das rechte mit gebeugtem Knie…

Versöhnliches (Waltrud Wamser-Krasznai)

Versöhnliches. Aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mein Vater war wieder im Amt, hielt Schule, gab Nachhilfe-Unterricht und saß in einer Menge Gremien. Die emigrierten Klassen- und Studienkameraden hatten ihn nicht vergessen; auch seine ausgewanderten Schülerinnen hielten ihm die Treue und besuchten ihn, wenn sie der Weg wieder einmal in dieses Deutschland führte. Aus Amsterdam kamen Päckchen mit Dingen, die es bei uns noch nicht so ohne Weiteres gab, Sonnenbrillen, Taschenschirme, Lederhandschuhe. Aus Brasilien trafen nahrhafte Dinge ein, Kaffee…

Geo- und Ethnographisches zu Kelten und Germanen (Waltrud Wamser-Krasznai)

Geo- und Ethnographisches zu Kelten und Germanen in C. Julius Caesar, De Bello Gallico[1] (58-51 v. Chr.)   Die Schilderung hält sich so eng wie möglich an den Text des Bellum Gallicum, dessen Belegstellen mit in Klammern gesetzten römischen und arabischen Ziffern angegeben sind  – ergänzt durch passende Passagen aus der Germania des Publius Cornelius Tacitus, auf die mit Fußnoten hingewiesen wird. Wörtliche Zitate aus den Übersetzungen ins Deutsche stehen in Anführungszeichen. Quellen: Julius Caesar, Der Gallische Krieg, Lateinisch-Deutsch, Herausgeber:…

K.u.K. (Waltrud Wamser-Krasznai)

  Der junge Fähnrich István Krazňai dient in der Leibgarde der Kaiserin Maria Theresia in Wien und sieht während eines Kontrollgangs, wie sich ein Frauenzimmer in lebhaftem Gespräch aus dem Fenster beugt. Das runde Hinterteil wölbt sich ihm verlockend entgegen, er kann nicht widerstehen und haut kräftig drauf. Die Gestalt fährt herum und  – o Schreck! – es ist die Kaiserin. Er bricht ins Knie und stammelt: „Majestät, wenn Ihr Herz ebenso hart ist wie Ihr Hintern, dann bin ich…

Auf allen Vieren (Waltrud Wamser-Krasznai)

  Ich gehe so für mich hin, den Kopf in den Wolken, unter meinen Füßen feuchtes Laub. Auf einmal sind die Beine weg und ich liege auf dem Rücken wie ein Mistkäfer. Wirbelsäule und Hüften sind allem Anschein nach in Ordnung, nur aufstehen kann ich nicht. Herumgewälzt habe ich mich schon, auf Hände und Knie, aber aufstehen kann ich nicht. Ich versuche es über Minuten. Endlich krieche ich auf einen Laternenmast zu und es gelingt mir mit großer Mühe, mich…

Ex Castris – Römische Soldaten am Limes (Waltrud Wamser-Krasznai)

  Römer und Germanen, Italiener und Deutsche sind von alters her verbunden in Freud und Leid, in Freundschaft und Feindschaft, in Herablassung und Bewunderung. Was dem Deutschen sein Fleckerl-Teppich (Sachsen-Weimar-Eisennach, Reuß jüngere Linie, Löwenstein-Wertheim-Freudenberg) ist dem Italiener sein Campanilismo. Germanicus war ein Beiname derjenigen römischen Feldherren und Kaiser, denen es gelang, die Scharte der verlorenen Varusschlacht auszuwetzen und sich – vorübergehend – ein namhaftes Stück Germanien einzuverleiben. Anfangs bestehen die römischen Militärlager aus Erdwällen mit hölzernen Palisaden, die Unterkünfte aus…

Wie geht es dir? (Waltrud Wamser-Krsaznai)

Wie geht es dir? Eine entsetzliche Frage! Wie sollte wohl die Antwort darauf lauten? Allemal: danke, gut. Und Dir? Auch gut. Na, dafür können sich jetzt beide etwas kaufen. Viel schlimmer treiben es die Amis auch nicht, mit ihrem how do you do – how do you do, die zeigen wenigstens gleich offen, dass sie es gar nicht wissen wollen, nämlich wie es dir wirklich geht. Eine banale, vollkommen überflüssige  Begrüßungsfloskel. Wehe, man nimmt die Frage ernst. Das ist mir…

Was uns geprägt hat (Waltrud Wamser-Krasznai)

Zum Thema: Was uns geprägt hat.  Waltrud Wamser-Krasznai: Sprache.   Wie bin ich nur, ein gut bürgerliches hessisches Frauenzimmer, in diesen östlichen Schlamassel hineingeraten? Mein Petúr und ich passen doch überhaupt nicht zusammen. Wir sind so verschieden, dass ständig die Fetzen fliegen. Wir halten einander nur aus, weil er so viel unterwegs ist und wir vollkommen unterschiedliche Freizeit-Interessen haben. Was verbindet uns dann überhaupt? Antwort: Wir sprechen dieselbe Sprache. Ha, ha, ha, höre ich da. Der eine artikuliert sich zwar…

✎ 2020 Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte (BDSÄ)