Kategorie: Neue Prosa

oldest Juli 2023

# 10

  • Eine Geschichte darüber, wie es ist, plötzlich auf der anderen Seite zu sein
    Heute
    „Haben Sie schon einmal über einen Strick nachgedacht?“
    Die Frage kommt so beiläufig, als würde der Gutachter mich fragen, ob ich meinen Kaffee lieber schwarz oder mit Milch trinke. Er blickt nicht einmal auf. Ich hatte erwartet, er würde wenigstens seine Augenbrauen hochziehen, seinen Kopf etwas nach unten neigen, um mich dann mit durchdringendem Blick über den Rand seiner Brillengläser zu mustern. Nichts.
    Seine Finger fliegen über die Tastatur eines klobigen Laptops, der leise summt. Etwa alle vierzig Sekunden nippt er an seinem viel zu heißen Automatenkaffee. Bei jedem Hinstellen verschüttet er etwas. Das dunkle Büro riecht nach kaltem Rauch der Mittagspause, die er vor zehn Minuten beendet hat.
    Die Augen des Gutachters sind leer und schauen unendlich gelangweilt aus. Er hat so ein Gespräch heute schon viermal geführt und ist nichts mehr als der Torwächter eines Budgets, das vor drei Wochen abgelaufen ist.
    Er weiß es. Ich weiß es.

    Der Stuhl, auf dem ich sitze, ist so hart, dass ich mehrfach hin- und her rutschen muss, da ich das Gefühl habe, dass das harte Holz meine Sitzbeine durchbohren könnte. Dieser Stuhl hier gibt einem das Gefühl, möglichst unerwünscht zu sein, seine Verweildauer möglichst auf ein Minimum zu begrenzen.
    Meine Jacke habe ich angelassen, zugeknöpft. Auch wenn Juli ist. Sie ist mein Panzer gegen den Raum.

    „Wie bitte?“, frage ich. Meine Stimme klingt leise, fast entschuldigend.

    „Ein Strick“, wiederholte er, tippte ungerührt weiter und sah beiläufig auf seine Armbanduhr.
    Klack.
    Klack.
    Klack.
    Was auch immer er tippen mochte, während ich nichts sagte.
    Er sah so aus, als habe es gestern Abend Germknödel mit Vanillesoße bei ihm zu Abend gegeben. Ich wusste nicht, wie so jemand aussah, bei dem es so etwas zum Abendessen gab. Aber in meinen Vorstellungen war das so. Oder aber Rosmarinkartoffeln vom Backblech mit einem medium Steak vom argentinischen Rind, das ganze an Orangen-Senf-Soße. Vielleicht gab es auch beides bei ihm.
    Ein ganz klein wenig Hunger hatte ich schon, nur eben keinen Hunger nach Leben. Also gab es auch nichts zu essen. Die Rechnung war ganz einfach.

    „Oder Schlaftabletten? Springen? Haben Sie konkrete Pläne? Vorbereitungen getroffen? Wenn Sie keine akute Eigengefährdung aufweisen, kann ich Sie im Gutachten für die Krankenkasse nicht als dringlich einstufen. Und ohne dringlich werden Sie in diesem Jahr sicherlich keinen Therapieplatz mehr bekommen. So sind die Richtlinien.“

    Er braucht ein Codewort. Wenn ich sage: Nein, ich will mich nicht umbringen, ich bin nur unendlich müde und spüre seit Monaten nichts mehr, falle ich durch das Raster. Dann bin ich chronisch, aber stabil. Stabil bedeutet: Kein Notfall. Kein Notfall bedeutet: Wartelistenplatz 387. Wenn ich sage Ja, ich habe den Strick schon im Keller, ruft er die Polizei und lässt mich von hier abtransportieren… auf eine geschlossene Station, auf der ich mit Tavor ruhig gestellt werde, man mir in Narkose einen Schlauch durch die Nase stopft, um mich zu ernähren. Dann werde ich dort rumliegen, eigentlich therapiebedürftig. Aber was man mit mir machen wird, ist nichts anderes als ein Konservieren. Einige Tavordosen später wird einem ein Stundenplan ausgehändigt: Lauftherapie, Ergotherapie, Einzelgespräch, Gruppentherapie. Zu keinem der Dinge kann ich aufstehen, zu allem fehlt mir die Kraft. Dann wird man mir mangelnde Mitarbeit vorwerfen, mir sagen, entweder Sie machen mit oder Sie landen wieder auf der geschlossenen Station. Dann zwingt man seinen müden Körper dazu, Elefanten aus Ton zu bauen oder einen Korb zu flechten, mit fremden Menschen am Fluss langzutraben und sich Geschichten von Menschen anzuhören, die man sich nicht anhören möchte. All dies wird man in einer Perfektion tun, man wird es abarbeiten. Ärzte werden sagen: sie ist auf dem richtigen Weg. Dann wird man entlassen, alles ist genauso schlimm, genauso schwarz in einem, wenn nicht schwärzer.
    Und jetzt sitze ich hier, zerbreche mir den Kopf über meine Wortwahl. Dabei bin ich so verzweifelt, dass ich nichts möchte als einfach frei rauszusprechen. Das System zwingt mich, meine eigene Tragödie zu skalieren, das richtige Maß an Verzweiflung zu transportieren, nicht zu viel, nicht zu wenig, eben genau so, um die Bürokratie zu füttern.
    Was soll ich also sagen? Natürlich habe ich dezidiert über all dies nachgedacht. Über einen geflochtenen Strick, die halten besser…Ein Juteseil… die sind robust, widerstandsfähig, in verschiedenen Stärken verfügbar, Länge fünf bis fünfzig Meter, hohe Stabilität und Reißfestigkeit, 597 kg Tragkraft, 3-schäftig geschlagen, vielseitig einsetzbar, lässt sich sogar färben, 2,95€ pro Meter, lieferbar in 1-2 Werktagen, zzgl. 5,95 € Versand, ich musste also noch nicht mal die Wohnung verlassen. Und dann wird der Paketbote klingeln, mir das Paket übergeben, nichtwissend, was er da eigentlich tut und mir noch einen schönen Tag wünschen.
    Natürlich war er längst im Keller. Natürlich hatte der Postbote mich nichtsahnend angegrinst.
    Fertig geknüpft. Nach Anleitung.

    „Nein, habe ich nicht.“

    Ich hatte nicht nur einmal darüber nachgedacht, sondern sehr viele Male.
    „Ok, das heißt Sie sind stabil. Das tut mir leid, das wird nicht reichen.“
    Es tat ihm nicht leid – das wusste ich. Und hätte er mir wenigstens in die Augen gesehen, hätte er die Halbwahrheit erahnen können. Aber so war ich – ich war perfekt, um durch das Raster zu fallen. Ich hatte noch so viel Fähigkeit, dies alles zu reflektieren, dass ich wusste, dass mich keine geschlossene Station aus all dem heraus holen würde. Ich brauchte einen Psychotherapeuten. Oder eine Psychotherapeutin. Dringend. Es war fünf nach zwölf.
    „Wir könnten es mit Medikamenten versuchen. Oder aber die somatische Schiene, dafür muss ich Sie zum Neurologen schicken.“
    „Weiß ich – dort habe ich einen Termin, am 15. Dezember. Der erste, den es gab.“
    „Vielleicht könnten Sie den Radius Ihres Wohnorts erweitern, was die Suche nach einem Facharzt angeht. Sie wohnen… in… Moment.“
    Seine Augen schwirren über den Laptop.
    „Ah, Sie haben ja einen Doktortitel. Worin haben Sie den denn gemacht? Doch nicht etwa in arktischer Tiefseeforschung?“
    Vermutlich machte er sich gerade über meine Jacke im Juli lustig.
    „Medizin“, antworte ich knapp.
    „So so.“ Es war ihm unangenehm, seine Worte reichten nicht für mehr.

    Alle Fragen, die ihm eindeutig zeigen würden, dass ich alles andere als stabil bin, lässt er entweder gekonnt aus, vergisst sie zu stellen, oder es interessiert ihn sowieso nicht. Oder eine Mischung aus allem.
    Wie sieht es in Ihrem Kühlschrank aus?
    Was ist mit Rechnungen?
    Gehen Sie raus?
    Stehen Sie überhaupt auf?
    Wie lange sind Sie schon zu Hause?
    Wann haben Sie zuletzt gegessen?
    Gibt es auch mehr an Kalorien als den Orangensaft, den Sie letzte Woche getrunken haben?
    Weiß eigentlich irgendjemand, wie es Ihnen geht?
    Man konnte innerlich sterbend vor einem Psychiater sitzen.
    Er nippt erneut an seinem Kaffee, während ich nach dem Wasserglas greife, das mir seine Sekretärin hingestellt hatte. Ich hatte seit zwei Tagen nichts getrunken. Es tat gut, meinen trockenen Mund zu benetzen und das leicht sprudelnde Wasser meinen Hals hinunter laufen zu lassen und zu spüren, wie es meinen leeren Magen langsam blubbernd ausfüllte.
    „Gut, ich wünsche Ihnen alles Gute. Sollten Sie es doch mit Medikamenten versuchen wollen, können Sie über mein Sekretariat einen Termin machen. Melden Sie sich im nächsten Quartal. Wegen der Überweisung. Zum Neurologen.“
    „Der nächste, bitte“, höre ich im Weggehen.
    Es war 13:15. In etwa einer Stunde hatte ich einen Termin bei der Hausärztin. Zwei Termine an einem Tag, das war für jemanden, der eine bleierne Schwere in sich trug, nicht leicht.
    Eigentlich war es nicht meine Hausärztin, ich musste mein Auto eine halbe Stunde bemühen, um dort hinzugelangen. Selbstverständlich war auch ich im Besitz eines fußläufig entfernten Hausarztes, sofern man so jemanden „besitzen“ konnte. Aber nun kamen zwei Dinge zusammen: sein dreiwöchiger Urlaub und, was noch viel wichtiger war: ein hartnäckiger Infekt, der vor mehr als einem Jahr nicht von mir weichen wollte, schien damals sowohl meinem Körper zu viel, als auch meinem fußläufig entfernten Hausarzt. Darum suchte ich eben jene Ärztin auf – es war damals eine gute Idee und ich weiß noch, dass ich diese Praxis verlies und den Gedanken „bei schwierigen Dingen“ hierhin zurückzukommen in meinem Hinterkopf parkte.
    Diese Angelegenheit war nicht nur schwierig, sie war nicht leicht in Worte zu fassen und vor allem auch schwer zusammenzufassen. Dieser Termin heute Morgen war nur eins der Paradebeispiele, wie ich seit vielen Monaten durch das System fiel. Es war längst nicht mehr nur noch fünf vor zwölf.
    Mein eigentlicher Besuchsgrund bei ihr war allerdings ein ganz anderer: ich schlug mich seit geraumer Zeit mit einer Luftnot herum, die mitten aus dem Schlaf heraus nachts auftrat. Da ich keine Alpträume hatte, oder mich zumindest an keine erinnern konnte, schienen mir seelische Ursachen eher unwahrscheinlich.
    In letzter Zeit war es so unangenehm, dass es nicht möglich war, dies weiter vor mir herzuschieben.
    Ich hielt mir die Option offen, ihr – sollte sich die Gelegenheit ergeben – einen kurzen Abriß über meine ausweglos scheinende Lage zu geben.
    Um kurz nach zwei betrat ich die Praxis. Sie war das Gegenteil dieses dunklen Gutachterbüros.
    Ich saß gerade zwei Minuten im Wartezimmer, in einem gemütlichen Stuhl, da wurde ich auch schon von ihr abgeholt. Ich folgte ihr ins Sprechzimmer – der Stuhl, in welchen ich mich dort plumpsen ließ, war noch gemütlicher. Uns trennte ein Schreibtisch. Vor mir saß der erste Mensch seit Monaten, der seine Hände nicht, noch bevor ein Hallo seinen Mund verließ, auf der Tastatur eines Laptops platzierte, sondern diese ruhig auf dem Schoß gefaltet hatte. Das war ich so nicht gewöhnt. Damit war auch schon die Entscheidung gefallen.
    „Was kann ich tun?“, fragte sie geduldig und sah mich an. Wie mich niemand angesehen hatte in den letzten Monaten.
    Ich rutschte nervös so weit an den Rand des Stuhls, dass neben mir noch jemand hätte Platz nehmen können.
    „Ich…also…wollen Sie erst mein körperliches Problem hören? Oder lieber erst in die Abgründe meiner Seele abtauchen?“
    Ich war etwas verwundert über meine Formulierung, aber es kam einfach so aus mir raus.
    „Letzteres… ist… also… letzteres… ist… eigentlich…. Es ist….“
    „Es ist schlimmer?“, fragte sie.
    „Genau.“
    Die Worte sprudelten aus mir raus. Ich versuchte, so gut ich konnte, das letzte halbe Jahr zusammenzufassen. Sie wandte den Blick nicht von mir ab. Die Tränen waren nicht mehr aufzuhalten. Ich versuchte, zusammenzufassen, was sich kaum zusammenfassen ließ.
    Als ich fertig war, war die Stille im Raum zum ersten Mal weder erdrückend noch niederschmetternd, sondern befreiend. Zum ersten Mal war da kein Tippen auf irgendeinem Laptop, kein sich Verstecken hinter einem Computer, kein Rezept, das parallel ausgefüllt worden ist, kein hektisches Schauen auf die Armbanduhr.

    „Ich möchte Sie morgen wieder sehen.“

    Das war eine gute Idee, hierhin zu fahren, dachte der kleine Rest meines gesunden Anteils in mir drin. Der, der mich aufgegeben hatte, sagte gar nichts. Vermutlich zu schwach für überhaupt irgendetwas.

    Ein Jahr zuvor

    Ich drehe den Schlüssel in der Wohnungstür um und lasse die massive Tür sanft ins Schloss fallen.
    Das Gewicht meiner Tasche erinnert mich daran, dass mein Frühstücksbrot noch in ihr sein musste und ich es, wie so oft, geschmiert wieder mit nach Hause genommen hatte.
    Viel Zeit hatte ich nicht mehr, ich war auf dem Geburtstag einer guten Arbeitskollegin eingeladen.
    Ich kramte mein Käsebrot hervor, biss rein und stellte fest, dass es genauso schmeckte, wie ich mir den Geschmack eines Käsebrots nach zwölf Stunden eingesperrt sein in meiner Tasche vorstellte.
    Während ich auf der trockenen Rinde herumkaute, öffnete ich die Kühlschranktür. Da stand sie: Meine selbstgemachte Limetten-Mohn-Torte. Ein wenig stolz war ich schon.
    Mein Magen war, abgesehen von dem Käsebrot, so leer, dass er beinahe schmerzte, was wiederum dazu führte, dass ich mich dabei ertappte, wie ich darüber nachdachte, in welchem Winkel man sich so geschickt ein Stück der Torte rausschneiden könnte, sodass man sie anschließend wieder zusammenschieben kann, als sei nichts passiert.
    Ich grinste…darüber was Hunger mit einem machen konnte.

    Einige Stunden später kam ich nach vielen guten Gesprächen, kross gebratenen Grillwürstchen, bunten Gemüsesticks, herzhaftem Käse und einer fantastisch schmeckenden Torte zufrieden zu Hause an.

    Das war ein guter Start ins Wochenende.
  • Der kleine Wandertraum, ein Vorwort aus der Realität
    Ein kleiner, süßer Wandertraum
    Mit zottigem, gelbrotem Haar
    Durchsichtig, ja, ich sah ihn kaum
    Wie er gestaltet war

    Besuchte mich fast jede Nacht.
    Wir sprachen, lachten leise.
    Er sagte mir noch zärtlich sacht
    Heute gehe ich auf meine Reise,

    Auf meine Reise zu den andern
    Die ich noch kennen lernen muss.
    Nach all dem Tanzen, Krabbeln Wandern
    komm ich zu dir zurück zum Schluss

    und werde dir die Traumgeschichten
    genau und wahrheitstreu berichten.
    Ich verlasse dich jetzt mäuschenschnell.
    Du wachst jetzt auf, es wird schon hell.

    Ich war noch müde, war kaum wach
    War er schon wieder da:
    Oh weh, oh weh, oh plumps, oh ach
    Höre nur, was mir geschah:

    Ich erreichte nicht den Wanderzug.
    Am Bahnhof wurde demonstriert.
    Ein Engel fing mich ein im Flug
    Hat mir die Haare abrasiert

    und brachte mich zum großen Herrn.
    Der schnarchte heilig weich
    und träume mich als Friedensstern
    In seinem Himmelreich.

    Herr rief mir zu: Zurück zur Erde
    Du kahl geschorener Wandertraum
    Auf das dort Frieden, Freiheit werde
    Allein, ich weiß, ich glaub es kaum

    Ich sehe doch, was wirklich ist!
    Meine Engel helfen nicht!
    Du Wandertraum, du bleibst, du bist
    Mein gesalbtes Friedenslicht.

    Lass wenigstens die Menschen träumen
    Von dem was unerreichbar weit.
    Lass Träume ihren Hass umsäumen
    Bevor zum Töten sie bereit

    Sich selbst und dich, mein Traum vernichten. –
    So bin ich wieder hier bei dir.
    Ich bitte dich, du sollst berichten
    Von deinem Wandertraum, von mir.

    Vorstellung und Definition
    Meine verehrten Damen und Herren, liebe Gen Beschnittene,
    Als leitender Wandertraum begrüße ich Sie herzlich in diesem Seminar.
    Was ist ein Wandertraum? Was unterscheidet mich von einem gewöhnlichen Traum?
    Zunächst: Wanderträume sind eine Spezies der gewöhnlichen Träume. Träume gehören zu den Vögeln in der menschlichen Geisteswelt. Wanderträume aber sind mehr. Sie sind die Flügel eines individuellen menschlichen Geistes. Der Wandertraum vernetzt die Vorstellungswelt mit dem realen Körper eines anderen Menschen. Im realen Schlaf springt er aus Wissen, Verstand und Gefühl in die Höhen einer fantasiereichen Vorstellung. Er hebt sich aus dem Meer der Wünsche, gleitet über kalte Gletscher und kochende Geysire, bis der Träumende liebeserregt oder angstzitternd erwacht.
    Organisation und soziale Gliederung von uns Wanderträumen sind einerseits gebunden an unsere Schöpfer, Ernährer und Wirtsmenschen, andererseits sind wir frei in Inhalt, Gestaltung und Zielsetzung unserer Tätigkeit. Wir stehen außerhalb der realen Naturgesetze. Denn die Zeit ist reversibel in unseren Traumwelten. Wir können erneut sterben und, unsere Feinde töten, immer wieder denselben Fisch aus dem Erinnerungsfluss angeln, und, so oft wir wollen, denselben Spaß ertanzen.
    Wir sind Demokraten und hierarchisch organisiert. Der wichtigste Wandertraum ist gebunden an die totalen Herrscher in der realen Welt, gefolgt von den Kollegen in den Gehirnen der Journalisten, Gotteskrieger, Politiker und Psychiater. Wir wandern in Wirten als wahrhaftig lange und eindrucksvolle Träume. Manchmal sammeln wir das Geträumte in unserem Gedächtnisrucksack und verkaufen die Erinnerungstücke an den nächstbesten Wirt. Manchmal sind sie von Einfluss, häufig aber nicht.
    Wenn sie zu brutal und abscheulich sind, dann rufen wir den Allmächtigen zu Hilfe. Das hat aber kaum Einfluss, weil er oft während unseres Besuches nicht schläft oder unzugänglich laut schnarcht
    Nur selten habe ich ihn persönlich erreichen können. Häufig musste ich mich mit Besuchen bei den irdischen Total – Mächtigen oder zumindest Partiell – Mächtigen begnügen.
    Persönliches Erleben und Erfahrungen
    So spricht mein Wandertraum von Absicht, Grenzen, Zuständigkeit und Ziel der total Mächtigen.
    Ich bin ein gewaltgieriger Wandertraum, geträumt von absolut totalen Mordtyrannen. Vom wahnsinnigen Russenzar P., vom rücksichtslos trampelnden Universalgauner T, vom knieend gedenkenden Grufti S, und vom einst vergasten, grausam gemarterten, jetzt gierig tötenden Drohnengeier N.
    All diesen weisheitsverlorenen Machtsüchtigen bin ich aus Gründen meiner Existenz zu Dank verpflichtet. Das heißt aber nicht, dass ich ihren Absichten und Traumzielen zustimme. Nein, so blöd und menschheitsfeindlich funktioniere und bin ich nicht strukturiert.
    Natürlich erinnere ich mich an den mächtigen skrupellosen W. U. Er träumte mich als Fluchtursache seiner fliehenden Landleute und träumte mit mir wie er die Mauer als antifaschistischen Schutzwall gegen den „Kriegsbrandherd Westberlin errichten wird. Wieder aufgewacht, verkündete er lautstark ‘‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen‘,
    Die Berliner Mauer wurde trotzdem schnell und absolut trennend gebaut So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich, sein ehemaliger Wandertraum dagegen unternehmen können oder sollen?‘
    Nun, das liegt schon Jahre zurück. Ein anderer Vorfall hat mich erst vor wenigen Tagen erreicht. Beteiligt bin ich diesmal als ein Wandertraum von niedrigem Stand. Ein kleiner und unbedeutender Autor Wandertraum wünschte sich, dass sein kürzlich erschienenes Buch ‚das döse und das gute Nichts‘ auf der Leipziger Buchmesse ausgestellt werde. Der Verlag L. druckt das Buch, wurde aber kurz vor dem Messetermin von dem Verlag T aufgekauft.
    Auf die Anfrage, ob das Buch noch auf der Messe gezeigt werde, erlebte der Wandertraum die frohe Antwort; ‚Selbstverständlich, wir freuen uns auf Ihr Werk. Aber der Verlag L war auf der Ausstellung nicht präsent. Der Verlag T erklärte für die Ausstellung in Leipzig nicht zuständig zu sin‘. Auf die Frage: Wer denn zuständig sei, folgte die totale Antwort: ‚Niemand sei zuständig zu wissen, wer für irgendetwas zuständig ist.‘
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich dagegen unternehmen können oder sollen? Ist jetzt die künstliche Intelligenz KI dafür zuständig?‘
    Ich habe als Wandertraum ständig Probleme mit der künstlichen Intelligenz. Die künstliche Intelligenz ist wahrlich die dümmste Intelligenz, die ich Wandertraum erfahren habe. Sie versteht allenfalls Buchstaben, kaum Wörter, fast nie Sätze und findet nahezu niemals ein Ende.
    Ich mache ihr deswegen keine Vorwürfe und bitte Sie, meine Damen und Herren, sowie Gen-beschnittene, das ebenfalls nicht zu tun. Bitte bedenken Sie, dass die Zeit in den virtuellen Welten sich völlig anders gestaltet als in der Realität. Virtuell kann man sich die Schuhe vor den Strümpfen anziehen. Ich und mein Wandertraum sind für die irdischen Träumer unverständlich, weil wir so in ihrer Welt nicht funktionieren. Ich frage: Ist das vielleicht der Grund, warum die KI die dümmste Intelligenz auf Erden ist?
    Vielleicht fehlen weitere Wanderträume als Gesprächspartner? Intelligenz und Nachhaltigkeit werden nur dann erkannt, wenn darüber mehrere Wanderträume in die Realität berichten.
    Wir Wanderträume sind unentbehrlich, weil der Allmächtige nur selten schläft und wir deshalb bei ihm unsere Erlebnisse nicht darlegen können. Deshalb müssen viele Wanderträume unerfüllt und die Macht der irdischen Träumer unkontrolliert bleiben.
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was können oder sollen wir dagegen unternehmen? Streiken oder demonstrieren? Das Böse in die Zukunft jenseits der Erlebnisgrenze, oder in die Vergangenheit bei vergessenem Gedenken verlegen?
    Danksagung
    Für eure Anwesenheit und die guten Ratschläge im nächsten Schlaf danke ich euch. Wünsche eine gute Zeit und herzliche Grüße.
    Euer Wandertraum

  • Der kleine Wandertraum, ein Vorwort aus der Realität
    Ein kleiner, süßer Wandertraum
    Mit zottigem, gelbrotem Haar
    Durchsichtig, ja, ich sah ihn kaum
    Wie er gestaltet war

    Besuchte mich fast jede Nacht.
    Wir sprachen, lachten leise.
    Er sagte mir noch zärtlich sacht
    Heute gehe ich auf meine Reise,

    Auf meine Reise zu den andern
    Die ich noch kennen lernen muss.
    Nach all dem Tanzen, Krabbeln Wandern
    komm ich zu dir zurück zum Schluss

    und werde dir die Traumgeschichten
    genau und wahrheitstreu berichten.
    Ich verlasse dich jetzt mäuschenschnell.
    Du wachst jetzt auf, es wird schon hell.

    Ich war noch müde, war kaum wach
    War er schon wieder da:
    Oh weh, oh weh, oh plumps, oh ach
    Höre nur, was mir geschah:

    Ich erreichte nicht den Wanderzug.
    Am Bahnhof wurde demonstriert.
    Ein Engel fing mich ein im Flug
    Hat mir die Haare abrasiert

    und brachte mich zum großen Herrn.
    Der schnarchte heilig weich
    und träume mich als Friedensstern
    In seinem Himmelreich.

    Herr rief mir zu: Zurück zur Erde
    Du kahl geschorener Wandertraum
    Auf das dort Frieden, Freiheit werde
    Allein, ich weiß, ich glaub es kaum

    Ich sehe doch, was wirklich ist!
    Meine Engel helfen nicht!
    Du Wandertraum, du bleibst, du bist
    Mein gesalbtes Friedenslicht.

    Lass wenigstens die Menschen träumen
    Von dem was unerreichbar weit.
    Lass Träume ihren Hass umsäumen
    Bevor zum Töten sie bereit

    Sich selbst und dich, mein Traum vernichten. –
    So bin ich wieder hier bei dir.
    Ich bitte dich, du sollst berichten
    Von deinem Wandertraum, von mir.

    Vorstellung und Definition
    Meine verehrten Damen und Herren, liebe Gen Beschnittene,
    Als leitender Wandertraum begrüße ich Sie herzlich in diesem Seminar.
    Was ist ein Wandertraum? Was unterscheidet mich von einem gewöhnlichen Traum?
    Zunächst: Wanderträume sind eine Spezies der gewöhnlichen Träume. Träume gehören zu den Vögeln in der menschlichen Geisteswelt. Wanderträume aber sind mehr. Sie sind die Flügel eines individuellen menschlichen Geistes. Der Wandertraum vernetzt die Vorstellungswelt mit dem realen Körper eines anderen Menschen. Im realen Schlaf springt er aus Wissen, Verstand und Gefühl in die Höhen einer fantasiereichen Vorstellung. Er hebt sich aus dem Meer der Wünsche, gleitet über kalte Gletscher und kochende Geysire, bis der Träumende liebeserregt oder angstzitternd erwacht.
    Organisation und soziale Gliederung von uns Wanderträumen sind einerseits gebunden an unsere Schöpfer, Ernährer und Wirtsmenschen, andererseits sind wir frei in Inhalt, Gestaltung und Zielsetzung unserer Tätigkeit. Wir stehen außerhalb der realen Naturgesetze. Denn die Zeit ist reversibel in unseren Traumwelten. Wir können erneut sterben und, unsere Feinde töten, immer wieder denselben Fisch aus dem Erinnerungsfluss angeln, und, so oft wir wollen, denselben Spaß ertanzen.
    Wir sind Demokraten und hierarchisch organisiert. Der wichtigste Wandertraum ist gebunden an die totalen Herrscher in der realen Welt, gefolgt von den Kollegen in den Gehirnen der Journalisten, Gotteskrieger, Politiker und Psychiater. Wir wandern in Wirten als wahrhaftig lange und eindrucksvolle Träume. Manchmal sammeln wir das Geträumte in unserem Gedächtnisrucksack und verkaufen die Erinnerungstücke an den nächstbesten Wirt. Manchmal sind sie von Einfluss, häufig aber nicht.
    Wenn sie zu brutal und abscheulich sind, dann rufen wir den Allmächtigen zu Hilfe. Das hat aber kaum Einfluss, weil er oft während unseres Besuches nicht schläft oder unzugänglich laut schnarcht
    Nur selten habe ich ihn persönlich erreichen können. Häufig musste ich mich mit Besuchen bei den irdischen Total – Mächtigen oder zumindest Partiell – Mächtigen begnügen.
    Persönliches Erleben und Erfahrungen
    So spricht mein Wandertraum von Absicht, Grenzen, Zuständigkeit und Ziel der total Mächtigen.
    Ich bin ein gewaltgieriger Wandertraum, geträumt von absolut totalen Mordtyrannen. Vom wahnsinnigen Russenzar P., vom rücksichtslos trampelnden Universalgauner T, vom knieend gedenkenden Grufti S, und vom einst vergasten, grausam gemarterten, jetzt gierig tötenden Drohnengeier N.
    All diesen weisheitsverlorenen Machtsüchtigen bin ich aus Gründen meiner Existenz zu Dank verpflichtet. Das heißt aber nicht, dass ich ihren Absichten und Traumzielen zustimme. Nein, so blöd und menschheitsfeindlich funktioniere und bin ich nicht strukturiert.
    Natürlich erinnere ich mich an den mächtigen skrupellosen W. U. Er träumte mich als Fluchtursache seiner fliehenden Landleute und träumte mit mir wie er die Mauer als antifaschistischen Schutzwall gegen den „Kriegsbrandherd Westberlin errichten wird. Wieder aufgewacht, verkündete er lautstark ‘‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen‘,
    Die Berliner Mauer wurde trotzdem schnell und absolut trennend gebaut So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich, sein ehemaliger Wandertraum dagegen unternehmen können oder sollen?‘
    Nun, das liegt schon Jahre zurück. Ein anderer Vorfall hat mich erst vor wenigen Tagen erreicht. Beteiligt bin ich diesmal als ein Wandertraum von niedrigem Stand. Ein kleiner und unbedeutender Autor Wandertraum wünschte sich, dass sein kürzlich erschienenes Buch ‚das döse und das gute Nichts‘ auf der Leipziger Buchmesse ausgestellt werde. Der Verlag L. druckt das Buch, wurde aber kurz vor dem Messetermin von dem Verlag T aufgekauft.
    Auf die Anfrage, ob das Buch noch auf der Messe gezeigt werde, erlebte der Wandertraum die frohe Antwort; ‚Selbstverständlich, wir freuen uns auf Ihr Werk. Aber der Verlag L war auf der Ausstellung nicht präsent. Der Verlag T erklärte für die Ausstellung in Leipzig nicht zuständig zu sin‘. Auf die Frage: Wer denn zuständig sei, folgte die totale Antwort: ‚Niemand sei zuständig zu wissen, wer für irgendetwas zuständig ist.‘
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich dagegen unternehmen können oder sollen? Ist jetzt die künstliche Intelligenz KI dafür zuständig?‘
    Ich habe als Wandertraum ständig Probleme mit der künstlichen Intelligenz. Die künstliche Intelligenz ist wahrlich die dümmste Intelligenz, die ich Wandertraum erfahren habe. Sie versteht allenfalls Buchstaben, kaum Wörter, fast nie Sätze und findet nahezu niemals ein Ende.
    Ich mache ihr deswegen keine Vorwürfe und bitte Sie, meine Damen und Herren, sowie Gen-beschnittene, das ebenfalls nicht zu tun. Bitte bedenken Sie, dass die Zeit in den virtuellen Welten sich völlig anders gestaltet als in der Realität. Virtuell kann man sich die Schuhe vor den Strümpfen anziehen. Ich und mein Wandertraum sind für die irdischen Träumer unverständlich, weil wir so in ihrer Welt nicht funktionieren. Ich frage: Ist das vielleicht der Grund, warum die KI die dümmste Intelligenz auf Erden ist?
    Vielleicht fehlen weitere Wanderträume als Gesprächspartner? Intelligenz und Nachhaltigkeit werden nur dann erkannt, wenn darüber mehrere Wanderträume in die Realität berichten.
    Wir Wanderträume sind unentbehrlich, weil der Allmächtige nur selten schläft und wir deshalb bei ihm unsere Erlebnisse nicht darlegen können. Deshalb müssen viele Wanderträume unerfüllt und die Macht der irdischen Träumer unkontrolliert bleiben.
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was können oder sollen wir dagegen unternehmen? Streiken oder demonstrieren? Das Böse in die Zukunft jenseits der Erlebnisgrenze, oder in die Vergangenheit bei vergessenem Gedenken verlegen?
    Danksagung
    Für eure Anwesenheit und die guten Ratschläge im nächsten Schlaf danke ich euch. Wünsche eine gute Zeit und herzliche Grüße.
    Euer Wandertraum

  • Fruchtbarkeitsorgane-in-antiken-Darstellungen-1

  • wamser-krasznai-waltrud-Aquincum

  • „Das Wasser sucht sich seinen Weg“, sagte der Dachdecker, als er die Ursache für die Feuchtigkeit in der Küchenwand herausfinden sollte. Das lag Jahrzehnte zurück. Den Satz allerdings vergaß ich nie.
    Es geht um in Kisten verpackte Bücher. Nicht alle Bücher benötigt man ständig. Die man gerade nicht liest, stellt man in Regale, damit sie jederzeit griffbereit sind. So ist es im Allgemeinen und so ist es auch bei mir.
    Je mehr Bücher sich bei mir ansammelten, desto voller wurden auch die Regale im Haus. Das führte dazu, dass etliche Bücher, die, von denen ich mich nicht trennen mochte, die aber doch noch weiter für mich und im Allgemeinen von Bedeutung sind, oder sein können, oder vielleicht sein werden, wer trennt sich schon von Büchern, zumal sie so viel beinhalten, einen Verbleib haben mussten.
    Für die fortgesetzte Aufbewahrung aller Bücher spricht auch, dass man denen Respekt zollen muss, die sie geschrieben haben, denen, die sie lektoriert haben und Respekt vor dem bedeutenden Inhalt der Werke haben muss, natürlich. Dem Inhalt, einem wesentlichen Bestandteil unseres gemeinsamen kulturellen Erbes, gilt dieser Respekt in erster Linie, das muss betont werden.
    Wohin also mit diesen Büchern?
    Mit schlechtem Gewissen entfernte ich sie aus meinem akuten Radius und legte sie in Kisten, in sehr gute, in sehr stabile Kisten, in Kisten aus wunderbar fester Pappe. Ich achtete darauf, dass nicht zu viele Bücher in den nicht zu großen Kisten Aufenthalt erhielten, wegen des Gewichtes und wegen der Möglichkeit des fortgesetzt einfachen Zugriffs. Die Kisten lagerte ich in dem gut belüfteten Keller, stapelte sie vorsichtig, so dass ich wusste, welche Inhalte wo waren.
    Ich muss gestehen, dass während der Verbringung meiner ausgelagerten Schätze in Kisten mein Herz schwer wurde. Auf keines der Werke mochte ich verzichten. Durfte ich sie so behandeln? Besonders ans Herz waren mir die Enzyklopädien gewachsen. Enzyklopädien, die voluminös und platzgreifend waren und das gesammelte Wissen von Generationen beinhalteten. Da waren Enzyklopädien zum Allgemeinwissen, aber auch vielbändige Werke zu verschiedenen Spezialgebieten wie der Kunst und der Literatur. Ja, die zur Literatur konnte ich nur verkisten, nachdem ich noch einmal mit strengem Blick die Regalsituation in den Arbeitszimmern, in meinem und in dem meines Mannes studiert hatte und wirklich keinen Platz dafür entdeckte. Ich tröstete mich, denn die Auslagerung war ja nicht endgültig. Ich wusste ganz genau, wohin ich die Kisten verbracht hatte und würde einfach Zugriff bekommen, wenn ich das Bedürfnis danach haben würde.
    Wir wollen hier keinen Exkurs über die ausufernden Recherchemöglichkeiten im worldwide web unternehmen, da die Kränkung für die wunderbar gedruckten Werke zu groß wäre und auch, weil meine Treulosigkeit zu den Enzyklopädien, indem ich diese elektronische Informationsquelle nutze, mir wirklich unangenehm ist.
    Auf diese Weise hatte ich das Bücherproblem gelöst. Kein überwältigend großes Problem, aber immerhin eine Sache, die mich einige Zeit und die passende Aufmerksamkeit gekostet hatte.
    Dass es lange regnete, war unübersehbar. Es regnete Tage und Wochen und Monate. So war es. Wir fuhren ein paar Tage fort und kamen erholt zurück, ein wenig durchgeregnet zwar, bis auf die Haut, um genau zu sein, aber daran hatten wir uns gewöhnt. Wir wollten unsere Sachen gerade ausziehen, um sie in die Waschmaschine zu legen, da bemerkten wir den Einbruch.
    Es war ein Wassereinbruch. Es waren nicht nur die Flüsse der Stadt randvoll, sondern das Wasser hatte seinen Weg zusätzlich in unseren Keller, in unseren Bücherkeller gefunden.
    Es stand da wortlos, klar und kühl und zentimeterhoch herum, still, unbewegt, mit großer Gelassenheit und, so kam es mir vor, sehr selbstbewusst.
    Natürlich schöpften wir, bis das Wasser verschwunden war. Es war vom Boden verschwunden, und nun machten wir uns an die Kisten.
    Sie waren zentnerschwer geworden und daher absolut unbeweglich, die Kisten. So hatte ich sie nicht hinterlassen. Auch mit ganzer Kraft waren sie nicht zu verrücken. Sie waren in ihrer unteren Hälfte dunkelbraun-schwarz verfärbt, mit Wasser vollgesogen. Bei näherer Betrachtung waren etliche an den Nähten zusätzlich geplatzt, diese ursprünglich so zuverlässigen Kisten.
    Beim Öffnen der gerade noch beweglichen, weil einigermaßen trocken gebliebenen Deckel stieß ich auf meine Enzyklopädien. Etwas hatte sich in den Kisten zugetragen. Etwas war geschehen. Dieses Etwas hatte die Veränderung zu verantworten.
    Die Bücher waren eine Beziehung mit dem neu erschienenen Wasser eingegangen. Sie hatten sich auf das besonnen, was sie ihrer Natur nach waren. Sie hatten unter Missachtung aller Autoren und Verleger und mit Gleichgültigkeit für die Arbeit der Buchdrucker und Buchbinder im Kontakt mit dem  Wasser zu dem zurückgefunden, was sie ihrer Natur nach waren. Sie waren nämlich Zellstoff, sie waren Holz. In der Verbindung mit dem überraschend anrollenden Wasser hatten sie sich auf das glücklichste damit vermischt, eine Hochzeit gefeiert und das neu Hinzugekommene eingesogen, die Druckerschwärze missachtet und ihr Volumen auf das vorteilhafteste vermehrt, sich in eine schwere, ausufernde Papiermasse verwandelt. Mit solcher Begeisterung hatten die Bücher das Wasser aufgesogen, dass sie dabei ihr Volumen vermehrt, stark vermehrt, sehr stark vermehrt hatten, so dass die nun weich gewordenen Kisten dieser enormen Kraft der Masse nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Sie waren geborsten. Die Enzyklopädien, deren ehemaliger Inhalt noch auf den gewölbten Buchrücken zu lesen war, konnten von mir höchstens als in sich fest verbackene, blattlose Einzelstücke, als Einzelpakete, als Einzelmassen mit einiger Kraftanstrengung entnommen werden. Nicht weiter verwertbares Wasser entließen sie beim Anheben, damit es andere Bücher beglücken konnte.
    Mit den Büchern war es vorbei. Alle Forschungsergebnisse waren unlesbar geworden, das Lektorat war obsolet und auch vom Druck oder gar der Buchbinderei war nichts, aber auch gar nichts übriggeblieben.
    Das Wasser hatte die Regie übernommen. Sie war irreversibel.



  • Anfang 2010 gab ich der Zeitschrift medintern eine gedrängte Zusammenfassung dessen was man damals über das Syndrom dachte. Sie stand unter dem Titel „Aus der Taufe gehoben: Das Fibromyalgiesyndrom – jetzt eine richtige Krankheit?“ (1/2010, 21 f.). Schlaglichtartig referierte ich den Konsens der Fachgesellschaften sowie der S3-Leitlinie, die bis 3/2011 gelten und dann vollständig revidiert werden sollte. Das Krankheitsbild wurde zum Weichteilrheumatismus gezählt. Namhafte Rheumatologen, V. R. Ott und Klaus L. Schmidt, an der Klinik und dem Institut für Physikalische Medizin, Balneologie und Rheumatologie der Universität Gießen in Bad Nauheim[1] hatten mir die notwendige rheumatologische Basis vermittelt. Darauf konnte ich bei den Erfahrungen mit Fibromyalgie-Patientinnen aufbauen. Das Syndrom ging mit großflächigen Schmerzen, die sich über mehrere Körperregionen und einen Zeitraum von über drei Monaten erstreckten, einher. Dazu kamen vegetative Symptome und verschiedene psychische Störungen. Im Gegensatz zu den oft als unerträglich empfundenen Schmerzen waren die Labor- und Röntgenbefunde völlig unauffällig. Medikamentöse Therapieversuche endeten oft enttäuschend. „Polymodale“ Konzepte und „multidisziplinäre“ Behandlung wurden empfohlen, nicht ohne vor den Gefahren der Polypragmasie zu warnen. Die Patientinnen waren darüber zu informieren, dass ihnen zwar im Rahmen der Fibromyalgie keine Organschäden drohten, ihre Beschwerden aber real und sehr langwierig seien[2]. Eine Patientin wurde geradezu abhängig von meinen lokalanästhetischen Infiltrationen und war nur mit großer Mühe von ihrem beständigen Drängen abzubringen.          
        Nun berichtet – den Göttern sei Dank! – das Hessische Ärzteblatt 6/2023, 351 vom  Paradigmenwechsel bei chronischen Schmerzzuständen…
    Die Rede ist von chronischen Schmerzen in mindestens drei oder mehr Körperquadranten (obere/untere/linke/rechte Seite des Körpers; im Achsenskelett Nacken, Rücken, Brust, Bauch) unter Betonung psychischer und sozialer Faktoren. Das Fibromyalgie-Syndrom sei  nicht nur aus der Gruppe der rheumatologischen Erkrankungen verschwunden sondern als Begriff im ICD-11 nicht mehr zu finden. Künftig befindet sich das chronische ausgedehnte Schmerzsyndrom bei den primären Schmerzzuständen (MG30.01). Damit werden wir vorläufig leben können, auch mit dem Begriff Körperquadranten. Die Beschreibung dieser Regionen ist jedoch in einer so heillos infantilen Diktion abgefasst (obere/untere/linke/rechte Seite des Körpers) dass ich mich gezwungen sehe, eine Revision des ‚medizinischen‘ Sprachgebrauchs zu empfehlen.   


    [1] Später Kerckhoff-Klinik, Abteilung Rheumatologie.

    [2] Da schaute dem erfahrenen Diagnostiker der eigene Zweifel am real existierenden Krankheitsbild aus allen Knopflöchern,  Klaus L. Schmidt (Checkliste Rheumatologie, Stuttgart – New York 2000) 368-373 .

  • An ancient legend narrates about tween brothers named Truth and Lie.
    Once, nearby the river, Lie challenged Truth claiming, that he could swim across the river faster. Lie stated that both must take off all their clothes, and after a count to three, try to swim to the other river side and back.
    Lie counted to three, but when Truth jumped in, Lie didn’t. As Truth swam across the river, Lie put on Truth’s clothes and walked back to town dressed as Truth. Lie proudly paraded through the city pretending to be the Truth.
    Truth washed ashore, but his clothes were gone and he was left naked with only Lie’s clothes to wear. Refusing to dress it, he returned to town naked.
    Walking through the city, the people stared at the Truth’ nudity. He tried to explain what happened, and that he was actually the Truth, but because the people felt uncomfortable to look at, they made fun of him; refusing to believe it was really the Truth.  On contrary the people have chosen to believe to the Lie, because he was dressed appropriately.
    From that day on, people have come to believe a well-disguised lie rather than a naked truth, also known as ugly truth.
    To lie means to hide something. After concealing the partial or the whole truth, the lies become the secrets. Those secrets do not end in the „bin“ in our brain, but are planted in precise anatomical structures.
    Neuroscientists explain, that every secret is deposited in the cingulate gyrus which has the function of presenting the truth. This „logic lobe“ signals to the other brain regions how to share information, so those regions perform more important functions, such as learning and memory. But when one keeps a secret locked inside, it doesn’t allow the cingulate cortex to perform its natural functions of learning and memory. Cingulate cortex becomes stressed.
    Simultaneously, keeping a secret, the orbital prefrontal cortex responsible for the complex thinking involved in decision making also simulates in the mind how bad sharing the secret will be.
    The cingulate cortex and prefrontal cortex compete, and if the prefrontal cortex wins the battle in the brain to keep a secret, the pressure it puts on the cingulate cortex causes the body to ramp up the production of stress hormones. If the reaction persists, it can have potentially serious consequences. Every time one thinks about a deeply held secret, stress hormones like cortisol can surge, affecting the memory, blood pressure, gastrointestinal tract, and metabolism. Those hormones also include norepinephrine, which affects parts of the brain where attention is controlled – hence accidents happen.
    The greater the secret, the more intense the conflict within the brain. Even the sleep can be disturbed, which could lead to emotional swings and a propensity to be bad tempered or lose the temper.
    Copyright Dr.med. André Simon

    Übersetzung von Dr. Dietrich Weller
    Wahrheitsgemäß
    Eine alte Legende erzählt von zwei Brüdern, die Wahrheit und Lüge hießen.
    Einmal forderte Lüge Wahrheit heraus und behauptete, er könne schneller über den Fluss schwimmen. Lüge forderte, dass beide ihre Kleider ablegen und dann auf Kommando “drei” zum anderen Ufer und zurück schwimmen.
    Lüge zählte auf drei, aber als Wahrheit hineinsprang, blieb Lüge stehen. Als Wahrheit durch den Fluss schwamm, zog Lüge die Kleider von Wahrheit an und ging in den Kleidern von Wahrheit zurück zur Stadt. Lüge marschierte stolz durch die Stadt und gab vor, Wahrheit zu sein.
    Wahrheit wurde ans Ufer gespült, aber seine Kleider waren verschwunden, und er stand nackt da und hatte nur noch Lüges Kleider zum Anziehen. Er weigerte sich, diese anzuziehen und ging nackt ins Dorf zurück.
    Während er durch die Stadt ging, starrten die Leute Wahrheits Nacktheit an. Er versuchte zu erklären, was geschehen war und dass er eigentlich Wahrheit sei. Aber weil die Leute sich bei seinem Anblick nicht wohlfühlten, verspotteten sie ihn, indem sie sich weigerten zu glauben, dass er in Wirklichkeit Wahrheit sei. Ganz im Gegenteil, die Leute haben beschlossen, Lüge zu glauben, weil er angemessen gekleidet war.
    Von dem Tag an kamen die Leute dazu, einer gut verkleideten Lüge eher zu glauben als der nackten Wahrheit, die auch als hässliche Wahrheit bekannt ist.
    Lügen bedeutet, etwas zu verbergen. Nachdem die Wahrheit teilweise oder ganz verdeckt ist, werden die Lügen zu Geheimnissen. Diese Geheimnisse enden nicht im “Abfalleimer” unseres Gehirns, sondern werden in klar abgegrenzten anatomischen Strukturen gespeichert.
    Neurowissenschaftler erklären, dass jedes Geheimnis im zingulären Gyrus (siehe Anmerkungen des Übersetzers) gespeichert wird, der die Funktion hat, die Wahrheit darzustellen. Dieser “logische Lappen” signalisiert den anderen Hirnregionen, wie sie Information weiterschicken sollen, damit diese Regionen wichtigere Funktionen leisten können wie Lernen und Gedächtnis. Aber wenn ein Geheimnis darin eingeschlossen ist, erlaubt es dem zingulären Gyrus nicht, seine natürliche Leistungen wie Lernen und Gedächtnis zu erbringen. Der zinguläre Gyrus wird unter Druck gesetzt.
    Gleichzeitig wird beim Behalten eines Geheimnisses der orbitale präfrontale Kortex, der verantwortlich ist für das komplexe Denken, das beim Treffen von Entscheidungen einbezogen wird, auch dem Gehirn vormachen, wie schlecht es sein wird, das Geheimnis weiterzugeben.
    Der zinguläre Gyrus und der präfrontale Kortex konkurrieren. Wenn der präfrontale Kortex den Kampf im Gehirn, ein Geheimnis zu behalten, gewinnt, wird der Druck, den der präfrontale Kortex auf den zingulären Gyrus ausübt, den Körper zur Produktion von Stresshormonen anregen. Wenn die Reaktion anhält, kann das möglicherweise ernste Folgen haben. Jedesmal wenn man über ein tief zurückgehaltenes Geheimnis nachdenkt, können Stresshormone wie Kortison anfluten, die das Gedächtnis, den Blutdruck, den Magen-Darm-Trakt und den Stoffwechsel beeinflussen. Diese Hormone schließen auch Norepinephrin ein, das Teile des Gehirns beeinflusst, wo das Gedächtnis gesteuert wird. Deshalb geschehen Unfälle.
    Je größer das Geheimnis, umso intensiver ist der Konflikt im Gehirn. Sogar der Schlaf kann gestört werden, was zu emotionalen Stimmungsschwankungen und einer Neigung schlecht gelaunt zu sein oder die Haltung zu verlieren führen kann.
    Anmerkung des Übersetzers: (Quelle: Wikipedia)
    Der Gyrus cinguli (lat. Gürtelwindung) ist ein Teil des limbischen Systems und ein Teil des Telencephalons, des Endhirns. Er liegt zentral im Gehirn und enthält eine lange Assoziationsbahn. Der Gyrus ist beteiligt an der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen sowie bei Lern- und Gedächtnisprozessen. Er scheint eine entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung der äußeren Umwelt und der Verknüpfung mit der inneren Gefühlslage zu spielen. Mitgefühl und emotionale Bindung sind hier lokalisiert. Bei Störungen des allgemeinen Lebensgefühls und einer negativen Stimmungslage lassen sich hier häufig Veränderungen in der neuronalen Aktivität nachweisen. Auch Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit zu verlagern und, sich Veränderungen anzupassen und Optionen zu erkennen sind hier lokalisiert.
    Der präfrontale Kortex ist ein Teil des Frontallappens der Großhirnrinde, er befindet sich an der Stirnseite des Gehirns und ist eng mit sensorischen Assoziationsgebieten des Kortex, mit subkortikalen Modulen des limbischen Systems und mit den Basalganglien verbunden. Der präfrontale Kortex empfängt sensorischen Signale und steht in korrelativem Zusammenhang mit der Integration von Gedächtnisinhalten und emotionalen Bewertungen. Die Funktionen werden als notwendige Bedingung für eine situationsangemessene Handlungssteuerung und der Regulation emotionaler Prozesse angesehen.




  • COLOURFUL  
     I live in the land with everlasting sunshine. Here live the animals with the bags on their bellies.  Those bags are carriers for their babies. Those animals move forwards by jumping together with their   babies.Nearby my small nest, there are big nests for the people, which live here.  Those people have nice colors at their skin. Although, they reside in the nests, and have nice colors like me, they cannot fly. Once I observed the people dancing around the fire. After the painted man kindled the fire, the startled lizards escaped out of the bush. My favorite food are lizards, so I decided to use this method to catch them … I seized a kindled branch, flew away and dropped it over a shrub. The shrub was inflamed and the lizards run out of shade directly in my open beak.

    WHITE: I live nearby the river in the ice- cold region. Above the river, there are the hills covered with snow. Sometimes the river has pack ice too. The people that live here heat their houses, so I prepared my nest under the roof.  Those people wear warm clothes and boots made of fur. At the river coast there is my favourite food: shells and shrimps. Because of the icy weather, shells and shrimps are warm dressed, in the hard clothing. To take it off, I fly high holding them in my beak. Therefore, I drop it towards the cliffs. After that, I land and enjoy the smashed food.
    BROWN: My nest is situated on the walnut tree- branch. I am keen of walnuts.    I am clothed with the feathers, and the walnuts are clothed with a stiff, unbreakable outfit. With my beak I cannot take it off. Formerly, the humans use to walk through the forest, collect walnuts, flowers or to listen our songs. However, in the middle of the forest is now an asphalted road. The people do not walk anymore, but drive by fast on the road. Currently, I collect and spread the walnuts at the road; the passing cars smash them off. After that I collect the nutmeats
    REDDISH
    : My nest is nearby a great lake. At the lake -coast there are many anglers. Patiently, with a rod in the hand they try to catch the fish. Fresh fish is my favourite food. Sometimes, the anglers throw the pieces of bread for me. I drop it in the lake and remain flying over it, waiting for the fish. When the fish nibbles, I plunge and catch the fish.

    AUTHOR’S NOTE     
    The birds learn from the humans; can we learn from the birds? The bird’s food based on the vegetables, fruits, walnuts and fish contain no cholesterol. They live in the concordance with a nature. The birds most likely live a long and healthy life. Biologist Douglas Dixon postulated in the “Zoology in the future”, that the birds will survive humans and will remain at the Earth for next 50 million years.

    Copyright Dr.med.André Simon
    Übersetzung von Dr. Dietrich Weller

    Bunt
    Ich lebe im Land des ewigen Sonnenscheins. Hier leben die Tiere mit den Beuteln auf ihrem Bauch. Diese Beutel tragen ihre Babys. Diese Tiere bewegen sich vorwärts, indem sie mit ihren Babys hüpfen. In der Nähe meines kleinen Nests befinden sich große Nester für die Leute, die hier leben. Diese Leute haben hübsche Farben auf ihrer Haut. Obwohl sie in Nestern hausen und hübsche Farben haben wie ich, können sie nicht fliegen. Einmal habe ich die Leute beobachtet, wie sie um das Feuer tanzten. Nachdem der bemalte Mann das Feuer anheizte, flohen die verblüfften Eidechsen aus dem Busch. Meine Lieblingsspeise sind Eidechsen. Deshalb beschloss ich, diese Methode zu nützen, um sie zu fangen. Ich schnappte einen entfachten Ast, flog davon und warf ihn über einen Strauch. Der Strauch wurde entzündet, und die Eidechsen rannten aus dem Schatten direkt in meinen offenen Schnabel.

    Weiß
    Ich lebe in der Nähe eines Flusses in der eiskalten Gegend. Oberhalb des Flusses liegen die Berge mit Schnee bedeckt. Manchmal führt der Fluss auch Packeis. Die Leute, die hier leben, wärmen ihre Häuser, also habe ich ein Nest unter dem Dach gebaut. Diese Leute tragen warme Kleider und Schuhe, die aus Pelz hergestellt wurden. Am Flussufer gibt es meine Lieblingsspeise: Muscheln und Krabben. Wegen des eisigen Wassers sind die Muscheln und Krabben warm angezogen in der harten Kleidung. Um sie zu entfernen, fliege ich hoch und halte sie im Schnabel. Dann werfe ich sie an die Klippen. Danach lande ich und genieße die geknackte Nahrung.

    Braun
    Mein Nest liegt auf dem Walnussbaumast. Ich bin scharf auf Walnüsse. Ich bin mit Federn bekleidet. Und die Walnüsse sind mit einem steifen, unzerbrech-lichen Anzug bekleidet. Mit meinem Schnabel kann ich ihn nicht entfernen. Früher sind die Menschen durch die Wälder spaziert und haben Nüsse gesammelt oder Blumen oder um unseren Gesängen zuzuhören. Aber jetzt verläuft mitten im Wald eine asphaltierte Straße. Die Menschen gehen nicht mehr spazieren, sondern fahren schnell auf der Straße. Zurzeit sammle ich die Walnüsse und verteile sie auf der Straße, die vorbei fahrenden Autos knacken sie auf. Danach sammle ich mein Nussfleisch ein.

    Rötlich
    Mein Nest liegt in der Nähe eines großen Sees. An der Seeküste gibt es viele Angler. Geduldig versuchen sie mit einer Angel in der Hand den Fisch zu fangen. Frischer Fisch ist meine Lieblingsspeise. Manchmal werfen die Angler Brotstücke für mich aus. Ich werfe sie in den See und bleibe im Flug darüber. Wenn der Fisch knabbert, tauche ich ein und fange den Fisch.

    Bemerkung des Autors.
    Die Vögel lernen von den Menschen; können wir von den Vögeln lernen? Die Vogelnahrung, die auf Gemüse, Früchten, Walnüssen und Früchten basiert ist, enthält kein Cholesterin. Sie leben in Übereinstimmung mit der Natur. Die Vögel leben wahrscheinlich ein langes und gesundes Leben. Der Biologe Douglas Dixon behauptete in der “Zoologie der Zukunft”, dass die Vögel die Menschen überleben und auf der Erde fur die nächsten 50 Millionen Jahre bleiben werden.