Tag: Schnee

  • (2.4.2022)

    für Heidi

    Der unerwartete Aprilschnee
    hat gemächlich, großzügig
    mit seinem bezaubernden Glanz
    die Wiesen und Felder bedeckt
    Das lichte, weite, weiße Meer
    vereinigt sich am Horizont
    mit dem strahlenden Himmelsblau
    Hellgrüne, frische Farbtupfer zarter Blätter
    veredeln das grazile Gemälde
    weiß-bräunlich gestreifter Bäume
    Vielfältige Spuren im Schnee
    besingen die Vergänglichkeit
    Beseelt sind wir wieder
    Hand in Hand unterwegs
    mitten in diesem wirklichen Wunder

    ֎֎֎

  • (21.1.2022)

    Durch die seidene Schneedecke
    strecken sie ihre zarten Arme
    mir liebkosend entgegen
    Sie wissen wohl
    wer sie einst
    liebevoll gepflanzt hat

    ֎֎֎

  • (26.11.2021)

    Die Sperlinge waren heute wieder hier
    in unserem kleinen Garten
    angelockt durch die beiden Vogelhäuschen
    Die Lebensfreude meiner gefiederten Verwandten
    brachte tausend Sonnen
    in meinem verzauberten Herzen
    zum hellen Gesang
    Und dann ganz unerwartet
    tanzten leichtfüßig
    verspielte Schneeflocken
    auf der spätherbstlichen bunten Bühne

    ֎֎֎

  •   

    Wie ein leiser Schleier lag die Abenddämmerung über dem Land ….
    Schon früh dunkelt es jetzt ein , denn es war die längste Nacht im Jahr
    Der Weg nach Hause war noch weit- viel weiter in der Dunkelheit als am Tag!
    Die Schatten der beginnenden Nacht greifen nach dem einsamen Wanderer
    Und die Kälte war ohne Licht noch viel kälter ….
    noch über diesen Hügel und über den nächsten Hang ….
    noch durch den dunkelsten Pfad im Wald
    Dann-dann-ist der Wanderer daheim:
    Daheim in der Wärme, daheim im Licht!
    Es wird Freunde geben, die mit dem Heimkehrer feiern ….
    Und die Vorfreude treibt seine Schritte an.
    Doch dann merkte er, dass die Hügelkette unendlich fern wurde
    Und sein Blick umsonst nach dem Lichtschein des Hauses sucht ….
    Und je mehr er suchte , desto mehr blinken plötzlich viele Lichter auf ….
    überall ….und nur ganz kurz!
    Der Wanderer war sehr irritiert, er konnte sich nicht mehr orientieren
    Und die Nacht legte sich schwer über das Land.
    Und dann hörte er Geräusche aus allen Richtungen
     wie ein geheimnisvolles Flüstern … auf das er hören musste!
    Er wurde nun sehr müde und setzte sich unter eine hohe Tanne.
    Es war ihm auf einmal so wohl …
    So wohl gelehnt an den Stamm des mächtigen Baumes unter seinen hängenden Zweigen ,
    ie schwer waren vom Tragen des Schnees
    So wohl mit den blinkenden Strahlen aus Eiskristallen
    So wohl mit den Melodien aus unbekannten Klängen, die sich die Tiere singen
    Er saß
             In der Kälte            –  die warm wurde
             In der Dunkelheit  – die voller Licht war
             In der Stille           – ohne Einsamkeit     :
    Die Spitze der Tanne wurde nun von einem starken Stern erhellt
    Und jetzt wusste der Wanderer
    Das ist die heilige Nacht
    Wesen der Welt und Wesen des Himmels
    Wer sie spürt, der ist angekommen

    Harriet Keller-Wossidlo für die Weihnachtsfeier Klinik Barmelweid 2003