Tag: Vea

  • Wir Ärzt/innen können uns leidtun. Da haben wir geschlagene fünf Jahre studiert, weitere fünf Jahre für eine Spezialisierung daraufgesetzt, und dann kommen die Patienten und wissen alles besser, weil sie längst das Internet, eine Wunderheilerin oder einen Scharlatan befragt haben. Die helfen zwar bisweilen und wer heilt hat Recht, doch hätten die Halb-Informierten gern noch den Segen von uns [Akade]Mikern, unter deren Augen sie dann weiter auf ihren esoterischen Pfaden wandeln. Sei’s drum. Auch in der Antike war dergleichen gang und gäbe. So heißt es, der älteste Kult auf der Tiberinsel in Rom habe dem Flussgott Tiberinus gegolten; doch als die Stadt 293 v. Chr. von einer schweren Seuche heimgesucht wurde, verlangten Bürger und Magistrate nach der Hilfe eines Größeren. Also holten sie sich aus Epidauros den berühmten Heilgott Asklepios, der in Gestalt einer Schlange den Ort für seinen künftigen Tempel auf der Insel bestimmte[1].      

    Über Asklepios und die andere große Heilgottheit der Antike, Hygieia, ist so viel Rühmliches geschrieben worden, dass hier kein Wasser ins Meer getragen werden soll. Es gibt ja genügend Göttinnen und Götter, die unter verschiedenen Aspekten verehrt werden, auch – wenngleich eher nebensächlich – unter demjenigen der Heilkunst. Heilgottheiten zweiter Ordnung[2]! Ihre Zahl ist groß, sodass eine Auswahl getroffen werden muss, eine sehr subjektive, versteht sich.

        1. Apollon/aplu/Apollo.

    Das ist zunächst Apollo. Wie kann das sein? Apollon, ein Heilgott zweiter Ordnung? Nun, sein Sohn Asklepios stellt ihn bei Weitem in den Schatten. Die Verdienste des Vaters sind im Hinblick auf Heilungen weniger bekannt und lange nicht so spektakulär. Sie werden oft nicht genügend gewürdigt. Der schöne, ewig jugendliche Apoll jedoch, Herr des Orakels, Musenführer, trefflicher  Bogenschütze und Vegetationsgott, kann sich Großmut leisten. Einem seiner Lieblinge, Iapyx, verleiht er sogar die Gabe der Heilkunst[3]. Im Übrigen wird er bereits im 5. Jh. v. Chr. als Heilgott Apollon Maleatas verehrt. Das hoch über Epidauros gelegene Heiligtum entwickelt sich am mykenischen Kultort des Heil-Heros Maleas[4]. Jüngere Heilstätten, die Asklepieia, schließen sich gern an die älteren des Apollon an, wie Mantinea, Aigeira oder Sikyon[5].

    In der Ilias tritt der Gott in Doppelfunktion als Verursacher und Überwinder von Katastrophen auf. Er sendet ins Heer den Pestpfeil und gebietet der Seuche dann wieder Einhalt, nachdem er durch Sühneleistungen zufrieden gestellt ist[6].

     Als Diomedes dem Aineas mit einem Steinwurf das Hüftgelenk zerschmettert, greift Apollon helfend ein. Aphrodite will gerade ihren Sohn vom trojanischen Schlachtfeld entrücken, wird dabei aber selbst von Diomedes verwundet. Apollon springt ihr bei, birgt Aenaeas und lässt ihn von Mutter Leto und Schwester Artemis im Adyton seines Tempels in Troja pflegen[7].

     Hektor wird ebenfalls durch einen Stein verletzt, über dem Schildrand nahe dem Halse[8]. Zeus beauftragt Apollon, sich um ihn zu kümmern. Die Therapie ist eher suggestiv als chirurgisch. Dem trojanischen Königssohn wird Kraft eingehaucht – mit vollem Erfolg, denn gleich darauf nimmt der Genesene zum Schrecken der Achäer wieder am Kampfgeschehen teil[9].    

     Psychosomatisch behandelt Apollon auch den Glaukos, den ein Pfeil des Teukros in den Arm getroffen hat, sodass er die Lanze nicht fest zu halten vermag[10]. Er bittet den Gott:

    Schläfre die Schmerzen ein, gib Kraft mir
    es hörte ihn Phoibos Apollon,
    Stillte sofort die Schmerzen und ließ an der leidigen Wunde
    Trocknen das schwarze Blut und legte Kraft in den Mut ihm[11].

    Arzt der Götter ist nach Aussage der Ilias Paiéon. In mykenischer Zeit verehrt man ihn als individuelle Gottheit Paiawon oder pa-jo-wo[12], bevor er später unter den Namen Iepaiéon und Paián mit Apollon verschmilzt[13]. Aus der Odyssee erfahren wir, dass Leute aus Ägypten, die sich besonders gut auf Pharmaka verstehen, vom Geschlechte des Paiéon abstammen[14].

     Vor Troja wird auch Ares verwundet. Zeus trägt dem Paiéon auf, ihn zu heilen,

    Und Paiéon streute ihm auf schmerzstillende Kräuter,
    und er heilte ihn…[15]

     Ähnlich kuriert er den von einem Pfeilschuss des Herakles getroffenen Hades mit lindernden Kräutern, die er darüber streute[16].

     Seit der Zeit der Tarquinier, im späten 6. Jh. v. Chr. wird in Rom der etruskische Aplu (=Apollon/Apollo) verehrt. Weihinschriften und anatomische Votive weisen auf die spezifischen Aspekte von Fruchtbarkeit, Genesung und Gesundheit[17] hin. Im 5. Jh. v. Chr. führt er die Beinamen ἀλεξίκακοϛ/Übelabwehrer, Παιάν und Apollo Medicus. Seit 449 v. Chr. befindet sich auf dem Marsfeld sein Altar, das Apollinar[18]. Ein Tempel wurde ihm während einer Seuche gelobt und 431 v. Chr. eingeweiht[19]. Im 4. und 2. Jh. v. Chr. erfolgten Umbauten. Weitere 100 Jahre später erkennt C. Sosius die Zeichen der Zeit und schließt sich dem Octavian/Augustus an, nachdem er zuvor ein Parteigänger des MarcAnton gewesen ist. Von 34 v. Chr. an lässt Sosius den Tempel des Apollo Medicus grundlegend erneuern[20].

    Julius Caesar berichtet in den Jahren 51/50 v. Chr. von den Galliern, sie seien der Meinung, dass Apollo die Krankheiten vertreibe[21]. In Alesia, dem gallischen Oppidum der Mandubier, berühmt wegen des Vercingetorix und der Belagerung und Eroberung durch die Römer, trägt Apollo den einheimischen Namen Moritasgus (Abb. 1)[22].

                        

    Abb. 1: Oberschenkel mit Knie für Apollo Moritasgus, Nach: Cazanove 2009, 358. 361 Abb. 7

        Besser bekannt und weiter verbreitet ist im gallo-römischen Raum der Gott Grannus, der ebenfallsdieZüge desApollo Medicus übernommen hat. In Aachen, dem lateinischen Aquae Granni, nutzen Heilung suchende bis heute die alkalischen schwefelhaltigen Kochsalzquellen. Votiv-Altäre mit Inschriften für Grannus und seine Kultgenossin Sirona stammenu. a.ausdem kleinen Pilgerheiligtum Hochscheid im Hunsrück. Mit Schlange und Schale ist Sirona an Hygieia angeglichen[23]. Die Verehrung des Paares Apollo Grannus und Sirona führt weit über Gallien und die Germania inferior hinaus. Mit Weihinschriften belegen Heilstätten wie Aquincum in Pannonien oder Sarmizegetusa in Dakien die Verbreitung des Kultes in den Donauländern[24].

          2. Athena/Menrva/Minerva

     Am Wege zum sogenannten Alpion befindet sich ein Tempel der Athena Ophthalmitis. Den soll Lykurgos geweiht haben, als ihm das eine Auge von Alkandros ausgeschlagen wurde, weil die Gesetze, die er gab, dem Alkandros nicht gefielen. Er floh an diesen Platz, und die Lakedaimonier verteidigten ihn, dass er nicht auch noch das andere Auge verlor, und daher baute er den Tempel der Athena Ophthalmitis[25].Ein prophylaktisches Weihgeschenk. Ob Athena dem Lykurg wieder zum beidäugigen Sehen verholfen hat, lässt Pausanias offen.

     In kultischer Hinsicht ähnelt die römische Minerva Medica der griechischen Athena Hygieia, als Schützerin der Gesundheit [26]. Topographische Schriften aus dem 3. Jh. n. Chr. erwähnen einen in der Regio V Augustea (Esquiliae)[27] gelegenen Tempel der Minerva Medica, dessen Areal annähernd der heutigen Via Carlo Botta entspricht[28]. Auf dem Fragment einer Tonlampe aus dem nahen Votivdepot ist in “archaischen” lateinischen Buchstaben der Name der Göttin eingeritzt[29]. Vom Heiligtum selbst sind heute keine Reste mehr zu sehen[30]. Einen gleichfalls auf dem Esquilin an der Via Giovanni Giolitti gelegenen zehneckigen Kuppelbau, der zu den Horti Liciniani gehört, aber “unter dem Phantasienamen Tempio di Minerva Medica” (Abb. 2) bekannt ist, schließen die Altertumsforscher definitiv aus[31].

           

    Abb. 2: Fälschlich als “Tempel der Minerva Medica” bezeichneter Bau.                                            Aufnahme der Verfasserin.

        Nicht nur im Heiligtum auf dem Esquilin wurde Minerva als göttliche Ärztin  verehrt. Bei Travo/Piacenza gefundene Inschriften, in denen sie ausdrücklich “Medica” genannt wird, weisen auf ein Heil-Heiligtum hin. Coelia Iuliana, die aus schwerer Krankheit gerettet und Tullia Superana, die von einem  entstellenden Haarausfall befreit wurde[32], richten Dank-Adressen an Minerva.

                         

    3: Frauenkopf mit “Darstellung von Haarausfall”? Nach Holländer 1912, 304 Abb. 196

    Die Schriftquelle allerdings mit einem Terrakotta-Kopf vom Votivdepot auf dem Esquilin (Abb. 3) zu verbinden ist zwar reizvoll aber unzutreffend. Für die vermeintliche “Alopezia areata” gibt es eine rein mechanische Erklärung: die nachträglich applizierten ornamentalen Hakenlocken konnten dem kontinuierlichen Abrieb, dem sie über Jahrhunderte hinweg ausgesetzt waren, auf die Dauer nicht standhalten[33].

     Außer Köpfen und Statuetten enthielt das Depot Fragmente von Gliedmaßen, die scheinbar mit “Pusteln” übersät waren (Abb. 4). Auch hier rivalisiert nüchterne Betrachtungsweise mit retrospektiven Diagnosen: Statuen von Satyrn und Silenen zeigen häufig ein fellartiges Integument, dessen “Erhabenheiten”[34] den Plaques der Extremitäten ähneln. Es sind Statuen-Fragmente, keine Körperteil-Votive mit pathologischen Veränderungen.

                            

    Abb. 4 : Armfragment  vom Esquilin, Terrakotta.   Nach: Baggieri 1999, 49 Abb. 27 

    Unter den zahlreichen Terrakotten aus dem Depot befinden sich weibliche Gewandfiguren, von denen einige mit Schild und Aegis als gewappnete Minerva charakterisiert sind, außerdem Doppelgöttinnen, Wickelkinder, Votivköpfe, anatomische Votive und Tierfiguren[35].   

     Im Norden des antiken Fiesole liegt ein weiteres der Minerva Medica zugeschriebenes Heiligtum, in dem eine kleine bronzene Eule, die Begleiterin  der Athena/Minerva, zum Vorschein kam. Weitere Bronzen, Körperteilvotive in Form von Beinen und Füßen, spielen möglicherweise auf die therapeutischen

    Fähigkeiten der Göttin an[36]. Ähnliches gilt vermutlich für einen als Votiv-Herz gedeuteten Miniatur-Cippus aus Lavinium. Nach der eingeritzten Inschrift hat ihn die Etruskerin Senenia der Göttin Menrva geweiht; die Form der Buchstaben weist in das 3. Jh. v. Chr.[37]

     Auch eine kleine in der Gallia Romana entstandene Tavola ansata aus Bronze, auf der ein Augenpaar dargestellt ist, trägt eine Weihinschrift an Minerva[38].  

    Ein “perfektes Beispiel für die Angleichung einer römischen und einer lokalen Gottheit” sei die Göttin Sulis Minerva[39]. Ihre Verehrung in Bath/Aquae Sulis ist an zahlreichen Inschriften, beeindruckenden Tempelruinen und großartigen Badeanlagen ablesbar.      

        3. Aphrodite/Turan/Venus:

    Im Kampf gegen den Latiner Turnus wird Aenaeas von einem Pfeil getroffen.

    … mitten im Worte, da schwirrte.
    Sieh, ein gefiederter Pfeil, …
    man weiß nicht,
    Welche Hand ihn geschnellt…Aenaeas,
    Der nur Schritt vor Schritt am langen Speere sich stützte.
    Grimmig ringt er, den haftenden Pfeil am zerbrochenen Rohre
    Auszuziehn

    Schon kam Iapyx, …ein Liebling des Phoebus
    Eilends herbei, dem einst, von heftiger Liebe ergriffen,
    Seine eigenen Künste und Gaben freudig Apollo
    Anbot…[40]

    Doch auch der Arzt Japyx ist machtlos, der Pfeil sitzt fest wie eingewachsen. Da naht Venus, die ihren Sohn Aenaeas nicht länger leiden sehen kann, mit ihrem kretisches Heilkraut,

    heimlichdas Gesicht in dunkle Wolken sich hüllend, (Abb. 5) mischt sie die heilsamen Tropfen der Pflanze in das Wasser, mit dem Japyx die Wunde reinigt, da entflieht der Schmerz aus dem Körper und das Geschoss fällt heraus, von selber und zwanglos. 

                            

    Abb. 5: Pompeianisches Wandbild, um 70 n. Chr..      Nach: Simon 1990, 222 Abb. 280

    In Lavinium gründet Aenaeas für seine göttliche Mutter ein von Strabon erwähntes Heiligtum namens Aphrodisium. Körperteilvotive des 4. und 3. Jhs. v. Chr. belegen den Heilcharakter der Stätte[41].

    Unter den Aspekten von Reinheit und Reinigung wurden panitalische und lokale Göttinnen mit Venus assoziiert. Zu den ersteren gehört Mefitis, diealleÜbel zu heilen und Befleckung und Krankheit hinweg zu nehmen vermag. Ihre Macht äußert sich zwar im ‘berüchtigten’ Dunst, beruht aber auf der reinigenden Kraft des Schwefels[42]. Mit ihrer römischen Kultgenossin Juno Lucina teilt sie die Verehrungsstätte, einen Hain (lucus) an der Nordspitze des Esquilin[43]. Venus Cloacina trägt Sorge für die Reinheit der ganzen Stadt[44]. Ihr Heiligtum liegt auf dem Forum Romanum, nicht weit von der Cloaca Maxima.     

        4. Artemis/Artumes/Diana

       Dass Artemis zusammen mit ihrer Mutter Leto den von Apoll aus dem Schlachtgetümmel entrückten Aeneias im Heiligtum auf der Burg von Trroja pflegt, war schon angeklungen[45].

    Wie ihr Bruder kann sie Wunden schlagen, aber auch heilen.

    wenn in der Stadt die Menschen das Alter erreichen,
    Kommt die Freundin der Pfeil’ und der Gott des silbernen Bogens,
    welche sie unversehens mit sanften Geschossen erlegen[46].
       

    In großer Bedrängnis wegen einer schrecklichen Seuche ruft der Chor in Sophokles’ Oedipus drei Zeus-Kinder an:

    Himmlische Tochter des Zeus, erhabne Athene, dich ruf ich zuerst.
    Artemis dann, deine Schwester, die Schützerin unseres Landes,
    Und den Fernhintreffer Apoll, euch Wehrer des Todes.
    Habt ihr schon früher die Flamme des Unheils verscheucht,
    Dann kommet auch jetzt[47].

        Die kleinasiatische Artemis Anaeitis trägt in Anspielung auf ihren Begleiter Men bisweilen eine Mondsichel[48]. Manchmal ist sie durch ihre Tracht an Artemis Ephesia, durch begleitende Tiere an Potnia Theron angeglichen. Auf lydischen Marmorstelen aus der Gegend von Sardes sprechen Genesene der Großen Mutter und gnädig Hörenden Anaeitis[49] den Dank für ihre Hilfe bei Augenleiden, wunden Füßen, Brustkrankheiten und intestinalen Problemen aus.

    Unter dem Schutz der Ortsgöttin Diana Abnoba[50]steht die Therme von Badenweiler.EinAltar verkündet den Namen[51]. Der Fluss Hister [Oberlauf der Donau] entspringt in Germanien an den Abhängen des Berges Abnoba gegenüber der Stadt Rauricum in Gallia und gleitet jenseits der Alpen…unter dem Namen Danuvius dahin…[52]

    Auch zu Mattiacum in Germanien jenseits des Rheins gibt es warme Quellen; das aus ihnen geschöpfte Wasser bleibt drei Tage lang heiß, setzt aber an den Rändern Bimsstein an[53]. In Aquae Mattiacae/Wiesbaden fand sich eine Statuenbasis mit Dank-Inschrift an Diana Mattiaca.

           5. Herakles/Hercle/Hercules:

        …in Hyettos aber steht ein Tempel des Herakles; Kranke können hier Heilung finden;…und in Messene auf Sizilien befreie Herakles von Krankheiten aller Art[54]. In Ephesos habe er den Ausbruch der Pest verhindert[55]. Überhaupt rühmen Beinamen wie Alexikakos, Apotropaios und Soter, lateinisch Custos, Tutor, Defensor, ihn als Abwehrer und Retter in Seuchengefahr[56].  

      

    Abb. 6: MarmorRelief Athen, 4. Jh. v. Chr. Körperteil-Votive für Herakles.    
    Nach: van Straten 1981, 106 Nr. 1.1 Abb. 50.           

    Das Relief aus pentelischem Marmor (Abb. 6) zeigt links den an seiner Keule kenntlichen Herakles, vor dem eine Adorantin kniet. Auf dem rechten Abschnitt der Tafel erkennt man Extremitäten und weibliche Körperteile[57].

        Eine Inschrift aus einer dakischen Villa rustica ist dem Hercules Magusanus pro salute sua et suorum gewidmet[58]. Er schützt die  Heilquellen, und auch die vulkanischen Seen im Zentrum der Apenninenhalbinsel seien ihm zu verdanken[59]. In Tibur/Tivoli lindern die Schwefelquellen der Aquae Albulae   rheumatische Schmerzen und Muskelverspan-nungen[60].

        6. Hermes/Turms/Mercurius:

    Wieder geht es um Seuchen, lateinisch pestilentia, griechisch Loimós genannt. Durch Herumtragen eines Widders befreit Hermes die Stadt Tanagra von der Pest[61].

     In Tanagra…in Bezug auf die Heiligtümer des Hermes, des Kriophoros [des Widderträgers] …erzählen sie …dass Hermes ihnen eine Epidemie abwehrte, indem er einen Widder um die Mauer herumtrug, und deshalb schuf Kalamis eine Kultstatue des Hermes mit einem Widder auf den Schultern.

    Wer aber von den Epheben als der schönste erklärt wird, dieser läuft am Fest des Hermes rings um die Mauer mit einem Schaf auf den Schultern[62].

                     

    Abb. 7:  Hermes kriophoros, Paris Louvre, frühklassisch. Nach Jeammet 2003, 30 Abb. 10

     Der homerische Hymnos preist Hermes als den Führer im Traumland und als Vermittler des süßen Schlafs, den er nach Belieben nehmen oder gewähren kann[63]. Das Hermodaktylon, ein dem gleichnamigen Gott zugeschriebenes mit Colchicum autumnale gleichgesetztes Kraut rufe Lethargie und Träume hervor[64].

        Hermes chthonios geleitet die Toten und sorgt für Regeneration und Wohlergehen aller lebenden Wesen.

        Als Gott der Fruchtbarkeit wird er auch in Phallos-Gestalt und als Φάλης verehrt[65]. Die Hermen mit ihrem wichtigsten Kennzeichen, dem männlichen Geschlechtsorgan, sind ihm geweiht[66].

                             

    Abb. 8: Hermes-Herme, München, frühklassisch.  Aufnahme der Verfasserin                

    Hermes ist imstande, die männliche Kraft wieder herzustellen[67]. Die Linozostis oder das Parthenion wurde von Hermes entdeckt. Daher nennen es bei den Griechen viele Hermu poa, bei uns nennen es aber alle Mercurialis[68],was bei Krankheiten der Geschlechtsteile Verwendung findet[69].                                     

     …

    Doch wir sind nicht so ganz, wir alte Heiden, verlassen,
    Immer schwebet ein Gott über der Erde noch hin,

    Eilig und geschäftig, ihr kennt ihn alle, verehrt ihn!
    Ihn, den Boten des Zeus, Hermes, den heilenden Gott.
    Fielen des Vaters Tempel zu Grund, bezeichnen die Säulen
    Paarweis kaum noch den Platz alter verehrender Pracht,      
    Wird des Sohnes Tempel doch stehn, und ewige Zeiten
    echselt der Bittende stets dort mit dem Dankenden ab[70].

     Wem die vielen Zitate den Sinn verwirren, tausche den Gott Hermes gegen die lateinische Version, Mercurius, und wechsle von den Römischen Elegien zu den Venezianischen Epigrammen:

    Camper der jüngere trug in Rom die Lehre des Vaters
    Von den Tieren uns vor, wie die Natur sie erschuf,

    Armer Camper, du hast ihn gebüßt, den Irrtum der Sprache,
    Denn acht Tage danach lagst du und schlucktest Merkur[71].

         7. Demeter/Vea/Ceres

     In Fontanile di Legnisina/Vulci wurden Uterus-Modelle gefunden, von denen zwei eine geritzte Inschrift tragen: Vei, “der Vea“, der etruskischen Entsprechung zu Demeter/Ceres. Die Uteri sind reliefartig flach, mit nahezu konzentrisch angeordneten Wülsten. Das ungewöhnliche Motiv ließ an eine Darstellung der Gebärmutter post partum denken[72].      

     In Troizen hatte Demeter einen sehr alten Kult, bei dem Ferkel, Phallen aus Teig und Pinienzapfen in Gruben geworfen wurden, ein chthonisches Frauenfest, das sich auf Empfängnis und glückliche Geburt bezog[73]. Sieben Demeter-Heiligtümer liegen im Umkreis von Troizen.   

     An der Küste aber befindet sich an der Grenze von Hermione ein Heiligtum der Demeter mit Beinamen Thermasia[74]. Der Name weist auf nahe gelegene warme Quellen und Bäder hin. Für die Demeter Thermasia sind Heiligtümer gebaut, das eine an der Grenze gegen Troizen…und eins in der Stadt [Hermione] selbst. …  

    Vom troizenischen Land springt eine Halbinsel weit ins Meer vor, und darauf ist ein nicht großes Städtchen…Ungefähr dreißig Stadien davon befinden sich warme Bäder…Wasser…das noch jetzt hervorkommt, warm und furchtbar salzig. Wenn man hier gebadet hat, ist weder kaltes Wasser in der Nähe, noch kann man sich ins Meer werfen und ohne Gefahr schwimmen; denn es gibt hier neben anderen Tieren sehr viele Haie[75].

    Auch die Demeter von Eleusis hat Verbindung zur Heilkunst und empfängt, gemeinsam mit Asklepios, kultische Ehren[76]. In Lakonien …ist ein Heiligtum der Demeter mit Beinamen der eleusinischen. Hier soll…Herakles von Asklepios verborgen worden sein, als er seine Wunde heilte[77].       

     Aus dem Hydromanteion[78] des Demeter-Heiligtums von Patrai/Patras berichtet Pausanias über ein “untrügliches” Orakel für Kranke. Lasse man einen Spiegel bis zur Wasserfläche der heiligen Quelle herab und bete zur Göttin, so zeige sich der Kranke im Spiegel noch lebend oder bereits tot[79].     

     In erstaunlich umfassendem Sinn rühmen kaiserzeitliche Schriftsteller die therapeutischen Fähigkeiten der Göttin. Artemidoros berichtet von einer  glücklichen Rettung mit Hilfe von Demeter, Kore und Iakchos: die Gottheiten hätten die Kranken angewiesen von ihren Betten aufzustehen. Die danach prompt eingetretene mythische Heilung entspricht dem aus Joh. 5, 8 bekannten Wunder[80]. Der Orphische Hymnus an Demeter 19-20 preist sie als Bringerin von Gesundheit, Wohlfahrt, Frieden und wirtschaftlicher Prosperität.

    Frühzeitig erkannte man in einem Relief aus Plovdiv/Philippopolis einen  Beleg für ihre augenärztliche Tätigkeit. Die Inschrift nennt eine Stratia, die der Göttin für ihren Beistand bei einem ophthalmologischen Problem dankt. Ob die Weihgeberin tatsächlich als Blinde oder Sehbehinderte dargestellt ist[81]?

                                  

    Abb. 9: Demetri Eukrates, 4. Jh. v. Chr. (?).    Nach: Steinhart 1995, 34 f. Taf. 9

        Das Marmor-Relief aus dem Telesterion von Eleusis (Abb. 9) ist durch eine horizontale Zierleiste zweigeteilt. Den oberen Abschnitt beherrscht der mit einem Diadem geschmückte Kopf der Göttin. Von ihrem Hals und den Wangen gehen Strahlen aus,

     – Weithin strahlt es von Licht aus ihrem unsterblichen Körper… das feste
    Haus erfüllte ein strahlendes Funkeln, als wären es Blitze –

    so heißt es im homerischen Demeter-Hymnos[82]. Die im unteren Feld dargestellten Sinnesorgane, Augen und Nase, erinnern an Votive aus anderen Werkstoffen in der Form von maskenartigen Teilen des Gesichts[83].     

         Ein Epigramm des Antiphilos[84] schildert die Erfahrung eines Mysten im Telesterion von Eleusis: 

    Zum Tempel hin ging ich am Stock, uneingeweiht wie ich war,
    …die Göttinnen initiierten mich  und noch in derselben Nacht
    war ich geheilt von der Umnachtung der Augen.
    Ohne Stock ging ich hinunter zur Stadt und verkündigte die heiligen Riten
     der Demeter, lebhafter mit meinen Augen als mit meiner Zunge.

    – aus gutem Grund, denn bekanntlich hatten die Initiierten über die geheimen Vorgänge während der Eleusinien strengstes Stillschweigen zu bewahren.

    Immer wieder wird Demeter mit Augen-Heilungen in Verbindung gebracht[85]

    Bezieht sich aber das (wieder) erworbene Sehvermögen auf eine physische oder eine rituelle Fähigkeit oder auf beide? Wurde den Initianten während der geheimnisvollen Vorgänge im Telesterion das Sehen im sensorischen oder/und das “Schauen” im höheren spirituellen Sinne zuteil?[86]

    Wie ist die Häufung von Augen-Darstellungen in bestimmten Votiv-Depots zu erklären? In Ponte di Nona bei Rom schwanken die Zahlenangaben zwischen 400 und 1000[87]! Eine Begründung für die Weihung von Augen-Darstellungen bietet in erster Linie die Bitte um Genesung des Organs “Auge” bzw. der Dank für dessen Heilung, gefolgt von der apotropäischen Bedeutung gegen einen  “bösen” Blick, sowie das schützende Auge der beschenkten, über ihre Gläubigen wachenden Gottheit. Endlich könnten die Augenvotive den eleusinischen Göttinnen deshalb gewidmet sein, da sie im Verlauf der Mysterien den zu Iniziierenden im metaphorischen Sinne den Übergang von ihrer Blindheit in das Licht gewähren[88].         

        8. Dea Febris/Θεὸς Πυρετός und Malaria:

        In Rom besaß die Fiebergöttin neben ihrem Haupttempel auf dem Palatin noch zwei weitere Heiligtümer[89]. Wie aus den Abhandlungen Galens, dem  Corpus Hippokraticum und verschiedenen Inschriften hervorgeht, verehrte man die Gottheit in drei Varianten, Tertiana, Quartana und der gefährlichsten, ἡμιτριταῖος, die wir  Tropica nennen[90]. Nach den antiken Beschreibungen der intermittierenden Fieberattacken besteht kein Zweifel, dass nicht nur banales Fieber sondern die verschiedenen Malaria-Typen bekannt waren. Das männliche Äquivalent, der griechische Fiebergott Θεὸς  Πυρετός, wird selten genannt, ist aber in Kilikien durch die Inschrift auf einem kleinen Altar aus dem 3. Jh. n. Chr. belegt[91].

        Die häufigen Funde anatomischer Votive des Typus “Organi Poliviscerali” in einer Region Mittelitaliens, wo bis vor wenigen Jahrzehnten noch die Geißel der  Malaria  wütete, ließen F. Fabbri vermuten, dass Weihgaben in Form von Eingeweiden mit eben dieser Krankheit in Verbindung stehen, treten doch häufig genug neben den charakteristischen Fieberanfällen auch gastrointestinale Symptome  auf[92]. Zahlreiche etrusko-italische Terrakotta-Votive geben die inneren Organe wieder, sei es als Rundplastik, in Form von Eingeweidetafeln oder als menschliche Körper mit fensterartigem Einblick in die Leibeshöhle[93].                    

    Abb. 10: Aus der Sammlung Stieda, Gießen, Inv. T III-9
    Aufnahme M. Recke, Gießen- Frankfurt am Main

    Zu letzteren gehört das Terrakotta-Votiv aus der Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität Gießen, Stiftung Ludwig Stieda (Abb. 10). Es zeigt einen bekleideten männlichen Körper, durch dessen Fenster-Öffnung von  inneren Organen vor allem Herz, Lunge und Leber zu sehen sind, während etwa die Darmschlingen nur noch vermutet werden können[94].

     Der von Fabbri formulierte hypothetische Zusammenhang zwischen Votivi poliviscerali und Malaria überzeugt nicht so recht. Milz und Leber haben bei der Erkrankung zwar Schwerstarbeit zu leisten und können erheblich anschwellen.  Wir wissen heute, dass Körperteil- Votive nur äußerst selten mit pathologischen Veränderungen wiedergegeben wurden. Wie hätte man das Wechselfieber als Leitsymptom der Malaria ins Bild setzen wollen? Sind die Koroplasten deshalb auf das gastrointestinale System ausgewichen, das sie im Ganzen und wie üblich “normal” darstellten und dabei die Milz ganz und gar vernachlässigten? Sektionen fanden bei den Etruskern wohl (nur?) an Tieren statt… 

    Das sind kurz angerissene Überlegungen einer heutigen pathologisch-anatomisch orientierten Medica, die sich bisher von Eingeweide-Votiven als spezifischem Geschenk an die Fiebergöttin nicht hat überzeugen lassen können.           

        9. Glykon, der neue Heilgott eines Scharlatans 

    Lukian von Samosata[95] berichtet in “Alexander oder der Lügenprophet” von einem in die Jahre gekommenen Lustknaben, der mit großer Umsicht und viel  kaufmännischem Geschick auf eine zweite Karriere hinarbeitet. In  Paphlagonien, an der Südküste des Schwarzen Meeres, gibt er sich als Enkel des Asklepios aus und etabliert eine zahme Riesenschlange als neuen Heilgott  Glykon. Seine Aktion ist, wenn auch vorwiegend regional[96], außerordentlich erfolgreich. Eines der “Bildnisse” des neuen Gottes schafft es sogar auf die Agora von Athen[97]

                           

    Abb. 11:  Athen, Agora-Museum, frühes 3. Jh. n. Chr..    Nach Grimm 2008, 45 Abb. 24

        Es ist einmal so: wer heilt, hat Recht!

    Abgekürzt verwendete Literatur und Abbildungsnachweis:

    Baggieri 1999: G. Baggieri – M. L. Rinaldi Veloccia (Hrsg.), “Speranza e Sofferenza” nei Votivi  Anatomici dell’ Antichità (Roma 1999)      Abb. 4   

    Bartoloni – Bendettini 2011: G. Bartoloni – M. G. Benedettini, Veio. Il deposito votivo di Comunità (Roma 2011) 

    Benedum 1986: Chr. Benedum, Asklepios und Demeter, JdI 101, 1986, 137-157

            D. Burr Thompson, Miniature Sculpture from the Athenian Agora (Meriden,

            Connecticut 1974)       Abb. 11

    Coarelli 2019: F. Coarelli, Rom. Der archäologische Führer (Darmstadt 62019)

    Comella 1986: A. Comella, I Materiali Votivi di Falerii (Roma 1986) degli ex voto anatomici nel mondo romano (Roma 2009)

    Comella 2001: A. Comella, Il Santuario di Punta della Vipera (Roma 2001)

    Comella – Stefani 1990: A. Comella – G. Stefani, Materiali Votivi del Santuario di Campetti a Veio (Roma 1990)

    Costantini 1995: S. Costantini, Il Deposito Votivo Campestre di Tessenano (Roma 1995)

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    Schäfer 2001: A. Schäfer, Götter aus dem Rheingebiet in Dakien und Pannonien, in: W. Spickermann (Hrsg.), Religion in den Germanischen Provinzen Roms (Tübingen 2001) 259-284  

    Simon 1985: E. Simon, Etruskische Kultgottheiten, in: Die Etrusker (Stuttgart – Zürich 1985) 152-167

    Simon 1990: E. Simon, Die Götter der Römer (München 1990)      Abb. 5

    Steinhart 1995: M. Steinhart, Das Motiv des Auges in der griechischen Bildkunst (Mainz 1995)

    Steinhart 2004: M. Steinhart, Die Kunst der Nachahmung (Mainz 2004) 95  E Stei

    Van Straten1981: F. T. van Straten, Gifts for the Gods in: H. S. Versnel (Hrsg.), Faith, Hope and Worship (Leiden 1981) 65-151      Abb. 6

    Vergil, Aeneis Lateinisch-Deutsch (Darmstadt 71988)

    Wamser-Krasznai 2016: W. Wamser-Krasznai, Lepra im Alten Italien? Almanach deutschsprachiger Schriftsteller-Ärzte (Filderstadt 2016) 530-537

    Wamser-Krasznai 2016: W. Wamser-Krasznai, Bene lava. Wasser und Baden in der Antike, in: Beschwingte Füße (Budapest 2016) 64-78

    Wamser-Krasznai 2017: W. Wamser-Krasznai, Alte Augen, in: Streufunde (Filderstadt 2017) 61-70

    Wamser-Krasznai 2017: W. Wamser-Krasznai, Ärzte und Tod in der Alten Welt, in: Streufunde (Filderstadt 2017) 71-83

    Wamser-Krasznai 2021: W. Wamser-Krasznai, Herzen? in: Füllhorn (Filderstadt 2021) 63-77

    Wamser-Krasznai 2021: W. Wamser-Krasznai, Verletzte und verletzende Götter, in: Füllhorn (Filderstadt 2021) 110-112

    Wamser-Krasznai 2021: W. Wamser-Krasznai, Nymphe: Göttin – Junge Frau – Puppe , in: Füllhorn (Filderstadt 2021) 159-183


    [1] Coarelli 2019, 334; Krug 1985, 163 f.; Wamser-Krasznai 2021, 125 f.

    [2] Divinità secondarie, dii accensi, Fabbri 2019, 175.

    [3] s. Abb. 5. Verg. Aen. 12, 391- 429.

    [4] DNP 7, 768; Krug 1985, 130.

    [5] Paus. VIII 9, 1; VII 26,6; II 10,1.

    [6] Il. 1, 44-61. 382 f. 455 f. 471 f. Laser 1983, S 88.

    [7] Il. 5, 311f. 445-448;  Wamser-Krasznai 2021, 111.

    [8] Il. 14, 409-413; Laser 1983, S 89.

    [9] Il. 15, 262. 286-290.

    [10] Il. 16, 517-520.

    [11] Il. 16, 527-529

    [12] DNP 5, 244; Laser 1983, 95.

    [13] Hom. h. an Apollon 272. 500.517 f.; Plut. quaest. conv. 745a, ThesCra VI, 225 f.

    [14] In Ägypten.. bringt die fruchtbare Erde mancherlei Kräuter hervor…dort ist jeder ein Arzt der kundiger ist als die andern , Hom. Od. 4, 229-232.

    [15] Il. 5, 899-901; Laser 1983, S 94; Wamser-Krasznai 2021, 111 f.

    [16] Hom. Il. 5, 401 f.

    [17] Fabbri 2019, 197-202.

    [18] Liv. III 63, 7.

    [19] Liv. IV 25, 3  Die Seuche (pestilentia) führte in diesem Jahr dazu, dass die anderen Dinge ruhten. Dem Apollo wurde für die Genesung des Volkes ein Tempel gelobt. Comella1986, 196 und Anm. 600.  

    [20] Fabbri 2019, 198; La Rocca 1988, 121 f.  Coarelli 2019, 267.

    [21] Galli…habent opinionem: Apollinem morbos depellere, C. J. Caesar, De bello gallico VI, 17.

    [22] Deyts 1992, 108; Krug 1985, 178; LIMC VII (1994) 779-781 Nr. 1. 2 Taf. 562 (Á. M. Nagy).

    [23] Krug 1985, 176 Abb. 80.

    [24] Schäfer 2001, 259 f. 269.

    [25] Paus. III 18, 2.

    [26] C. Martini 1990, 12. 

    [27] Zwischen dem Campus Viminalis und dem Tempel der Isis Patrizia, Gregorovius 1926, 22 f.;  C. Martini 1990, 9.

    [28] Coarelli 2019, 215-218 mit Plan vom Esquilin. Etwa bei halb sechs ist die wahrscheinliche Lage des Tempels markiert.     

    [29] Die Lokalisierung und die Zuordnung der Votivgaben an Minerva Medica sind “nicht unumstritten”, DNP 8, 213; Gatti Lo Guzzo 1978, 14-16. 145 f. Taf. 55 b; LIMC II, 1075, CIL I2 2 460= VI4   2, 30980; VI2  10133; Cic.div. 2, 59, 123; Cic.de divinat. C. Martini 1990, 9 f. Abb. 1.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

    [30] In Grabungsberichten vom Ende de 19. Jahrhunderts seien Reste des Heiligtums bei einer Tuffmauer beschrieben, C. Martini 1990, 8.

    [31] C. Martini 1990, 9; Coarelli 2019, 29.

    [32] CIL XI, 1305: Minervae memori Tullia Superiana restitutione facta sibi capillorum votum solvit libens merito; De Cazanove 2009, 366; Fabbri 2019, 67 Abb. 21. S. 122. 181; Gatti Lo Guzzo 1978, 16; C. Martini 1990, 11.

    [33] = umschriebener Haarausfall. Vgl. Kopf vom Votivdepot Tessenano, Costantini 1995, 33 f. Taf. 5 a, an dessen ‘Schnittlauchlocken” der Zahn der Zeit besonders intensiv genagt hat; ferner: Baggieri1999, 37  Abb. 2; Gatti Lo Guzzo 1978, 87 f. Taf.33 a; Grmek – Gourevitch 1998, 344-347 Abb. 275: “Ce mal est archéologique et non médical. Certaines boucles … pourraient être tombées parce que mal fixées”; Holländer 1912, 304 Abb. 196. MacIntosh Turfa 367 Nr. 330 a; C. Martini 1990, 11; Ongaro1978, 752-754, Abb. 3-5, drei Ansichten des Kopfes; Sambon 1895, 147 f.; Wamser-Krasznai 2015, 39 f. Bild 4. 

    [34] “In realtà potrebbe essere un frammento di una statua di satiro”, Baggieri 1999, 49; Gatti Lo Guzzo 1978, 139 Nr. 9 Taf. 52 d; Grmek – Gourevitch 1989, 344 f. Abb. 273 f.; Holländer 1912, 307-309 Abb. 201-203; Wamser-Krasznai 2015, 36 f. Bild 1.

    [35] Coarelli 2019, 218; C. Martini 1990, 13-19 Abb. 3-19; RE 30 (1932) 1788.

    [36] Germogli – De Marco 2011, 17. 40; Fabbri 2004/05, 135 Nr. 37; Fabbri 2019, 178 f. Abb. 77. S. 181; LIMC II, 1051 (G. Colonna).

    [37] Fenelli 1984, 336 Anm. 38-40 Abb. 11; de Cazanove 2009, 355 f. Anm. 3 Abb. 2; Macintosh Turfa 2004, 363 Nr. 303; Wamser-Krasznai 2021, 66 Anm. 17.

    [38] Aus Mirebeau-sur-Bèze, Arrondissement Dijon, De Cazanove 2009, 359. 362 Abb. 10 Umzeichnung.

    [39] Solinus, Collectanea rerum memorabilium, 3. Jh. n. Chr., Cuncliff 52012, 24.  26. 51 Abb. 28; DNP 2000, 213 f. Krug 1985, 180.

    [40] Verg. Aen. 12, 311-429.

    [41] Aphrodite-Frutis-Venus, Simon 1990, 218.

    [42] Hom. Il. 16, 228 ff.  Od. 22, 481 f.; Simon 1990, 221-223. Mefitis=Mofette. Cic. de divin. I 79; LIMC VI, 400-402; anders Plin. n. 208; Verg. Aen. VII 84; RE XV, 1, 118. Coarelli 2019, 218; DNP 1131.

    [43] Ov. fast. 2, 440 ff. Plin. n. 16, 235.

    [44] Simon 1990, 223 Abb. 281.

    [45] Hom. Il. 5, 311f. 445-448

    [46] Hom. Od.15, 407 f.; Hoenn 1946, 80.

    [47] Hoenn 1946, 95.

    [48] Diakonoff 1979, 139-188.

    [49] Megale Meter, Thea epekoo, Diakonoff 1979, 141 Nr. 2 Abb. 3a-c. 145. 154. 187  Nr. 48 Abb. 37. 144. 180 Nr. 7 Abb. 8. 144 Nr. 8 Abb. 10; van Straten 1981, 136 Nr. 42.1. Nr. 40.2. Nr. 42.2; Hoenn 1946, 198 Anm. 106-108.

    [50] Krug 1985, 174 f. 

    [51] Heinz 1983, 151 Abb. 157

    [52] Plin. n. IV  24, 79.

    [53] Plin. n. XXXI 17, 20.

    [54] Böotien, Paus. IX 24, 3; Forsèn 1996, 149; ThesCra VI, 232.

    [55] Philostrat. v. Ap. 8, 7, 28 Jones, ThesCra VI, 232.

    [56] Schol. Aristoph. Ran. 501; Forsèn 1996, 149; Simon 1985, 159.

    [57] Hygieia 2014, 215 f. Abb. 82; van Straten 1981, 106 Nr. 1.1 Abb. 50.

    [58] Dazu Schäfer 2001, 260 f.

    [59] Benedum 1985, 144; Fabbri 2004/05, 119; Fabbri 2019, 202-204; Forsèn 1996, 149 f.; LIMC V (1990) 196-253; Wamser-Krasznai 2016, 71 Bild 5; dies. 2021, 166 Abb. 4. 

    [60] Fabbri 2019, 167 f.

    [61] Perdrizet 1903, 311; Steinhart 2004, 95.

    [62] Paus. IX 22,1; Veyries 1884, 3.

    [63] Hom. h. an  Hermes 4, 14. 449. 578; Hom. Od. VII, 138. XXIV 3-5; Il. XXIV 445 f.

    [64] Dioscur. IV 189 f.

    [65] Lukian. Apol. 3. Iupp. tr. 42.

    [66] RE VIII, 1, 774. 788-790.

    [67]Aristoph. Pax 711 f.; Petron. sat. 140; RE VIII, 1, 788.

    [68] Plin. n. XXV 38. 39.

    [69] Plin. n. XXIV 166; RE VIII, 1, 775.

    [70] J. W. Goethe, Römische Elegie 17, 35-42.

    [71] J. W. Goethe, Venezianische Epigramme 146.

    [72] de Cazanove 2009, 355 Anm. 4; Fabbri 2019, 124 f. Abb. 67 a; J. Macintosh Turfa, ThesCra I, 2004, 363 Nr. 302; Ricciardi 1988/89, 189 Abb. 48

    [73] Benedum 1986, 142 f. Anm. 38.

    [74] Paus. II 34, 6. 7; II 34, 12.

    [75] Paus. II 34, 1. 2.

    [76] Benedum 1986, 145 f.

    [77] Paus. III 20.

    [78] Wasser-Orakel. Paus. VII 21. 12.13.

    [79] Benedum 1986, 147; Petridou 2017, 102 f .

    [80] Artemidoros, Oneirocritica 2.39.10-24; Joh. 5, 8: “Steh auf, nimm dein Bett und wandle. Und alsbald wurde der Mensch gesund”.

    [81] 3. Jh. n. Chr., Petridou 2017, 107 f.; Rubensohn 1895, 362.

    [82] Hom. h. An Demeter, 278-280.

    [83] Fabbri 2019, 70 Abb. 23; Lehmann 2006, 93 Abb. 38 a; Hygieia 2014, 218 Abb. 86.

    [84]Anthologia Palatina 9. 298, 10. Jh. n. Chr.; Forsén 1996, 142 f.; Petridou 2017, 104; Rubensohn 1895, 363.

    [85] Rubensohn 1895, 362; DNP 3, 1997, 423 (F. Graf).

    [86] Forsén 1996, 142-144. 157; Epopteia, der höchste Grad der Initiation bei den eleusinischen Mysterien, van Straten 1981, 122 Nr. 13.1 Abb. 56; Hesych, Epopis? Petridou 2017, 103; Wamser-Krasznai 2017, 67.

    [87] Fabbri 2019, 73 Anm. 121; Potter 1989, 41-43.

    [88] Fabbri 2019, 186; Petridou 2017, 111.

    [89] Sayar – Siewert – Taeuber 1989, 16 f. Anm. 35-41.

    [90] RE 14, 1 (1928) 833-844.

    [91] Sayar – Siewert – Taeuber 1989, 16 f. Nr. 7 Abb. 8.

    [92] Magen-Darm-Bereich, Fabbri 2004/05, 113-115. 119 f. Dies. 2019, 105-115.

    [93] Fabbri 2019, 106 f. Abb. 58-60; Recke – Wamser-Krasznai 2008, 110-122 Abb. 36-47

    [94] Recke – Wamser-Krasznai 2008,  118-120 Abb. 46

    [95] Satiriker des 2. Jhs. n. Chr. aus dem Süd-Osten von Anatolien, am oberen Euphrat.

    [96] Grimm 2008, 43-46 Abb. 24.

    [97] Burr Thompson 1959, 79; Wamser-Krasznai 2017, 80 Bild 8.