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Schlagwort: Sterben

Friedwald (Amir Mortasawi)

Der Friedwald (3.11.2020)  Leben und Tod gehen Hand in Handleisten manchem Wahnsinn WiderstandSei mit meinem Baum im Einklangbringe Freude mit und Gesangdenke nach über Einheiten und Kreisläufeüber Wolken, Regen und Wasserläufedenke nach über Asche und Glutüber das weite Meer, Ebbe und Flut Amir Mortasawi Dr. med.Dr. med. Amir Mortasawi 1962 in Bam/Iran geboren wuchs ich in Teheran auf und besuchte dort eine iranische Grundschule. Nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung gehörte ich zu den ersten iranischen Schülern, denen ab dem 5. Schuljahr…

Coronarien II (Gabriele Stotz-Ingenlath)

Azaleen Sie blühen eben im Verborgenen,                                                        unzugänglich: Die Gewächshäuser sind derzeit geschlossen wie Museen, vielbesuchte, engräumige. So entfalten sie sich üppig ungesehen, dem hiesigen Vorfrühling exotisch voraus, umsonst umgepflanzt aus dem Osten und gezüchtet in Abendlandböden – zu wessen Freude denn nun? Dabei bräuchten wir genau jetzt ihre Spur von Rosa im Dunkel, ihre Blütenkränze in der Begrenzung. Sind sie  auch schön ohne Betrachter? Urbi et orbi Mehr kann er nicht tun. Ein Äußerstes an Segen und Gebet – für…

Lebendige Endlichkeit (Amir Mortasawi)

(17.5.2020) Wenn ich die Mutter Erdeendgültig eng warm umarmewerden Regenwürmer sich fröhlich schlängelnAmeisen ihre prächtigen Hügel rege bauenKirschbäume Fruchtkörbe freigebig füllenBirkenzweige in der Brise bezaubernd baumelnMohnblumen den Lebensmut sanft besingenWenn ich die Mutter Erdeendgültig eng warm umarmewird der Wind mich mitnehmenauf seiner weiten Reiseüber Berge, Wüsten und Wälderzu Geburtsstätten heller Wasserquellenzu türkisblauen Meeren des Freimuts ֎֎֎ Amir Mortasawi Dr. med.Dr. med. Amir Mortasawi 1962 in Bam/Iran geboren wuchs ich in Teheran auf und besuchte dort eine iranische Grundschule. Nach Bestehen…

Macht und Ohnmacht in der Medizin (Dietrich Weller)

Schon als Schüler erlebte ich regelmäßig in der Kinderarztpraxis meines Vaters Grundlagen der Behandlung. Die Höhensonne sollte die Aufnahme von Vitamin D fördern, das die Kinder – auch meine Schwester und ich!- als scheußlichen Lebertran essen mussten. Wunden nähte mein Vater mit sterilen Fäden, die er in kleinen Fläschchen aufbewahrte. Ich durfte sogar manchmal den Faden abschneiden. Jeder Faden musste einzeln in die Klemmhaltung der Nadel eingefädelt werden. – Die Nadeln bewahrte Vater in einer Dose auf, die mit dem…

Endlichkeit (Amir Mortasawi)

Endlichkeit (20.12.2019)   Der wesentliche Unterschied zwischen dir und vielen Zeitgenossen ist der bewusste Umgang mit der natürlichen Gegebenheit unserer Endlichkeit und daraus folgend die Dankbarkeit bei der gezielten Gestaltung der verbleibenden Zeit ֎֎֎   Amir Mortasawi Dr. med.Dr. med. Amir Mortasawi 1962 in Bam/Iran geboren wuchs ich in Teheran auf und besuchte dort eine iranische Grundschule. Nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung gehörte ich zu den ersten iranischen Schülern, denen ab dem 5. Schuljahr an der Deutschen Schule Teheran im Rahmen…

Kapitalistisch erzogen (Amir Mortasawi)

Kapitalistisch erzogen (11.12.2019)   Getrieben, gereizt, gierig rastlos durch Zeit und Raum rasend verbrannten sie die geschenkte Gelegenheit ihre Umwelt  wahrhaftig zu berühren  Am Ende gab es eine gewaltige Grube gefüllt mit grimmigen Gestalten ohne wesentliche Wärme ֎֎֎ Amir Mortasawi Dr. med.Dr. med. Amir Mortasawi 1962 in Bam/Iran geboren wuchs ich in Teheran auf und besuchte dort eine iranische Grundschule. Nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung gehörte ich zu den ersten iranischen Schülern, denen ab dem 5. Schuljahr an der Deutschen Schule…

A Promise – Ein Versprechen (André Simon übersetzt von Dietrich Weller)

A PROMISE     Once in the time of great drought, a peasant Xiang had no rice to nourish his family, and even no money to buy it. He went to the feud ruler of Wu ( who was also a river keeper) to borrow four sacks of rice. The feud ruler said: “Soon, I would collect my taxes from my subjects, and after I would loan to you 96 tóngbì (copper coins) to buy four sacks of rice.  Would…

Panta rhei (Wilfried Dinter)

  Wenn plötzlich alles anders ist, Was ist besonderes daran? Wir wissen doch, dass alles fließt, Der Zeiten Lauf hält niemals an. Aus Sternenstaub zur Erde schwebend Erblicken wir das Licht der Welt. Behaucht von Odem, sind wir lebend Aus den Atomen auf die Erd` gestellt. Und plötzlich stehst im Leben drin Du armer Tor. Wer gibt dir Ziel und Sinn, Und wer die Richtung vor? Der Weg, den du beschreitest – Ist`s Geschick? Der Kampf, den du bestreitest –…

Was wäre, wenn wir alle immer ehrlich wären (Dietrich Weller)

Beitrag Dietrich Weller zum BDSÄ-Kongress 2019 in Bad Herrenalb Moderation Helga Thomas, Samstag, 22. Juni 2018, 11 h  Was wäre, wenn wir alle immer ehrlich wären? In der Bibel steht: „Deine Rede sei ´ja, ja`, oder ´nein, nein`.- Alles andere ist vom Übel.“ Das wird bestätigt durch den Satz eines Autors, dessen Namen ich nicht mehr erinnern kann: „’Ja‘ ist richtig. ‚Nein‘ ist richtig. ‚Ja aber‘ ist immer falsch.“ Wenn doch alles so einfach wäre! Wikipedia definiert Ehrlichkeit als Aufrichtigkeit…

Rezension: Timo Fischer, Die Stufe höchster Dringlichkeit (Dietrich Weller)

Timo Fischer, Die Stufe höchster Dringlichkeit, Kriminalroman ISBN 9781097342921   Üblicherweise geschieht in einem Kriminalroman der Mord auf den ersten Seiten. Damit wird der Leser rasch auf Hochspannung gebracht und zum Weiterlesen verführt. Der Leser will ja wissen, wer der Mörder war und warum er so gehandelt hat. Der Autor dieses Buchs verfolgt eine andere Strategie: Im Vorwort steht gleich am Anfang, dass Kommissar Lenski in der Mordkommission arbeitet und verzweifelt ist. Wir wissen also, dass etwas Schlimmes geschehen ist,…

✎ 2020 Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte (BDSÄ)