Schlagwort: Gesellschaft

  • Eine Geschichte darüber, wie es ist, plötzlich auf der anderen Seite zu sein
    Heute
    „Haben Sie schon einmal über einen Strick nachgedacht?“
    Die Frage kommt so beiläufig, als würde der Gutachter mich fragen, ob ich meinen Kaffee lieber schwarz oder mit Milch trinke. Er blickt nicht einmal auf. Ich hatte erwartet, er würde wenigstens seine Augenbrauen hochziehen, seinen Kopf etwas nach unten neigen, um mich dann mit durchdringendem Blick über den Rand seiner Brillengläser zu mustern. Nichts.
    Seine Finger fliegen über die Tastatur eines klobigen Laptops, der leise summt. Etwa alle vierzig Sekunden nippt er an seinem viel zu heißen Automatenkaffee. Bei jedem Hinstellen verschüttet er etwas. Das dunkle Büro riecht nach kaltem Rauch der Mittagspause, die er vor zehn Minuten beendet hat.
    Die Augen des Gutachters sind leer und schauen unendlich gelangweilt aus. Er hat so ein Gespräch heute schon viermal geführt und ist nichts mehr als der Torwächter eines Budgets, das vor drei Wochen abgelaufen ist.
    Er weiß es. Ich weiß es.

    Der Stuhl, auf dem ich sitze, ist so hart, dass ich mehrfach hin- und her rutschen muss, da ich das Gefühl habe, dass das harte Holz meine Sitzbeine durchbohren könnte. Dieser Stuhl hier gibt einem das Gefühl, möglichst unerwünscht zu sein, seine Verweildauer möglichst auf ein Minimum zu begrenzen.
    Meine Jacke habe ich angelassen, zugeknöpft. Auch wenn Juli ist. Sie ist mein Panzer gegen den Raum.

    „Wie bitte?“, frage ich. Meine Stimme klingt leise, fast entschuldigend.

    „Ein Strick“, wiederholte er, tippte ungerührt weiter und sah beiläufig auf seine Armbanduhr.
    Klack.
    Klack.
    Klack.
    Was auch immer er tippen mochte, während ich nichts sagte.
    Er sah so aus, als habe es gestern Abend Germknödel mit Vanillesoße bei ihm zu Abend gegeben. Ich wusste nicht, wie so jemand aussah, bei dem es so etwas zum Abendessen gab. Aber in meinen Vorstellungen war das so. Oder aber Rosmarinkartoffeln vom Backblech mit einem medium Steak vom argentinischen Rind, das ganze an Orangen-Senf-Soße. Vielleicht gab es auch beides bei ihm.
    Ein ganz klein wenig Hunger hatte ich schon, nur eben keinen Hunger nach Leben. Also gab es auch nichts zu essen. Die Rechnung war ganz einfach.

    „Oder Schlaftabletten? Springen? Haben Sie konkrete Pläne? Vorbereitungen getroffen? Wenn Sie keine akute Eigengefährdung aufweisen, kann ich Sie im Gutachten für die Krankenkasse nicht als dringlich einstufen. Und ohne dringlich werden Sie in diesem Jahr sicherlich keinen Therapieplatz mehr bekommen. So sind die Richtlinien.“

    Er braucht ein Codewort. Wenn ich sage: Nein, ich will mich nicht umbringen, ich bin nur unendlich müde und spüre seit Monaten nichts mehr, falle ich durch das Raster. Dann bin ich chronisch, aber stabil. Stabil bedeutet: Kein Notfall. Kein Notfall bedeutet: Wartelistenplatz 387. Wenn ich sage Ja, ich habe den Strick schon im Keller, ruft er die Polizei und lässt mich von hier abtransportieren… auf eine geschlossene Station, auf der ich mit Tavor ruhig gestellt werde, man mir in Narkose einen Schlauch durch die Nase stopft, um mich zu ernähren. Dann werde ich dort rumliegen, eigentlich therapiebedürftig. Aber was man mit mir machen wird, ist nichts anderes als ein Konservieren. Einige Tavordosen später wird einem ein Stundenplan ausgehändigt: Lauftherapie, Ergotherapie, Einzelgespräch, Gruppentherapie. Zu keinem der Dinge kann ich aufstehen, zu allem fehlt mir die Kraft. Dann wird man mir mangelnde Mitarbeit vorwerfen, mir sagen, entweder Sie machen mit oder Sie landen wieder auf der geschlossenen Station. Dann zwingt man seinen müden Körper dazu, Elefanten aus Ton zu bauen oder einen Korb zu flechten, mit fremden Menschen am Fluss langzutraben und sich Geschichten von Menschen anzuhören, die man sich nicht anhören möchte. All dies wird man in einer Perfektion tun, man wird es abarbeiten. Ärzte werden sagen: sie ist auf dem richtigen Weg. Dann wird man entlassen, alles ist genauso schlimm, genauso schwarz in einem, wenn nicht schwärzer.
    Und jetzt sitze ich hier, zerbreche mir den Kopf über meine Wortwahl. Dabei bin ich so verzweifelt, dass ich nichts möchte als einfach frei rauszusprechen. Das System zwingt mich, meine eigene Tragödie zu skalieren, das richtige Maß an Verzweiflung zu transportieren, nicht zu viel, nicht zu wenig, eben genau so, um die Bürokratie zu füttern.
    Was soll ich also sagen? Natürlich habe ich dezidiert über all dies nachgedacht. Über einen geflochtenen Strick, die halten besser…Ein Juteseil… die sind robust, widerstandsfähig, in verschiedenen Stärken verfügbar, Länge fünf bis fünfzig Meter, hohe Stabilität und Reißfestigkeit, 597 kg Tragkraft, 3-schäftig geschlagen, vielseitig einsetzbar, lässt sich sogar färben, 2,95€ pro Meter, lieferbar in 1-2 Werktagen, zzgl. 5,95 € Versand, ich musste also noch nicht mal die Wohnung verlassen. Und dann wird der Paketbote klingeln, mir das Paket übergeben, nichtwissend, was er da eigentlich tut und mir noch einen schönen Tag wünschen.
    Natürlich war er längst im Keller. Natürlich hatte der Postbote mich nichtsahnend angegrinst.
    Fertig geknüpft. Nach Anleitung.

    „Nein, habe ich nicht.“

    Ich hatte nicht nur einmal darüber nachgedacht, sondern sehr viele Male.
    „Ok, das heißt Sie sind stabil. Das tut mir leid, das wird nicht reichen.“
    Es tat ihm nicht leid – das wusste ich. Und hätte er mir wenigstens in die Augen gesehen, hätte er die Halbwahrheit erahnen können. Aber so war ich – ich war perfekt, um durch das Raster zu fallen. Ich hatte noch so viel Fähigkeit, dies alles zu reflektieren, dass ich wusste, dass mich keine geschlossene Station aus all dem heraus holen würde. Ich brauchte einen Psychotherapeuten. Oder eine Psychotherapeutin. Dringend. Es war fünf nach zwölf.
    „Wir könnten es mit Medikamenten versuchen. Oder aber die somatische Schiene, dafür muss ich Sie zum Neurologen schicken.“
    „Weiß ich – dort habe ich einen Termin, am 15. Dezember. Der erste, den es gab.“
    „Vielleicht könnten Sie den Radius Ihres Wohnorts erweitern, was die Suche nach einem Facharzt angeht. Sie wohnen… in… Moment.“
    Seine Augen schwirren über den Laptop.
    „Ah, Sie haben ja einen Doktortitel. Worin haben Sie den denn gemacht? Doch nicht etwa in arktischer Tiefseeforschung?“
    Vermutlich machte er sich gerade über meine Jacke im Juli lustig.
    „Medizin“, antworte ich knapp.
    „So so.“ Es war ihm unangenehm, seine Worte reichten nicht für mehr.

    Alle Fragen, die ihm eindeutig zeigen würden, dass ich alles andere als stabil bin, lässt er entweder gekonnt aus, vergisst sie zu stellen, oder es interessiert ihn sowieso nicht. Oder eine Mischung aus allem.
    Wie sieht es in Ihrem Kühlschrank aus?
    Was ist mit Rechnungen?
    Gehen Sie raus?
    Stehen Sie überhaupt auf?
    Wie lange sind Sie schon zu Hause?
    Wann haben Sie zuletzt gegessen?
    Gibt es auch mehr an Kalorien als den Orangensaft, den Sie letzte Woche getrunken haben?
    Weiß eigentlich irgendjemand, wie es Ihnen geht?
    Man konnte innerlich sterbend vor einem Psychiater sitzen.
    Er nippt erneut an seinem Kaffee, während ich nach dem Wasserglas greife, das mir seine Sekretärin hingestellt hatte. Ich hatte seit zwei Tagen nichts getrunken. Es tat gut, meinen trockenen Mund zu benetzen und das leicht sprudelnde Wasser meinen Hals hinunter laufen zu lassen und zu spüren, wie es meinen leeren Magen langsam blubbernd ausfüllte.
    „Gut, ich wünsche Ihnen alles Gute. Sollten Sie es doch mit Medikamenten versuchen wollen, können Sie über mein Sekretariat einen Termin machen. Melden Sie sich im nächsten Quartal. Wegen der Überweisung. Zum Neurologen.“
    „Der nächste, bitte“, höre ich im Weggehen.
    Es war 13:15. In etwa einer Stunde hatte ich einen Termin bei der Hausärztin. Zwei Termine an einem Tag, das war für jemanden, der eine bleierne Schwere in sich trug, nicht leicht.
    Eigentlich war es nicht meine Hausärztin, ich musste mein Auto eine halbe Stunde bemühen, um dort hinzugelangen. Selbstverständlich war auch ich im Besitz eines fußläufig entfernten Hausarztes, sofern man so jemanden „besitzen“ konnte. Aber nun kamen zwei Dinge zusammen: sein dreiwöchiger Urlaub und, was noch viel wichtiger war: ein hartnäckiger Infekt, der vor mehr als einem Jahr nicht von mir weichen wollte, schien damals sowohl meinem Körper zu viel, als auch meinem fußläufig entfernten Hausarzt. Darum suchte ich eben jene Ärztin auf – es war damals eine gute Idee und ich weiß noch, dass ich diese Praxis verlies und den Gedanken „bei schwierigen Dingen“ hierhin zurückzukommen in meinem Hinterkopf parkte.
    Diese Angelegenheit war nicht nur schwierig, sie war nicht leicht in Worte zu fassen und vor allem auch schwer zusammenzufassen. Dieser Termin heute Morgen war nur eins der Paradebeispiele, wie ich seit vielen Monaten durch das System fiel. Es war längst nicht mehr nur noch fünf vor zwölf.
    Mein eigentlicher Besuchsgrund bei ihr war allerdings ein ganz anderer: ich schlug mich seit geraumer Zeit mit einer Luftnot herum, die mitten aus dem Schlaf heraus nachts auftrat. Da ich keine Alpträume hatte, oder mich zumindest an keine erinnern konnte, schienen mir seelische Ursachen eher unwahrscheinlich.
    In letzter Zeit war es so unangenehm, dass es nicht möglich war, dies weiter vor mir herzuschieben.
    Ich hielt mir die Option offen, ihr – sollte sich die Gelegenheit ergeben – einen kurzen Abriß über meine ausweglos scheinende Lage zu geben.
    Um kurz nach zwei betrat ich die Praxis. Sie war das Gegenteil dieses dunklen Gutachterbüros.
    Ich saß gerade zwei Minuten im Wartezimmer, in einem gemütlichen Stuhl, da wurde ich auch schon von ihr abgeholt. Ich folgte ihr ins Sprechzimmer – der Stuhl, in welchen ich mich dort plumpsen ließ, war noch gemütlicher. Uns trennte ein Schreibtisch. Vor mir saß der erste Mensch seit Monaten, der seine Hände nicht, noch bevor ein Hallo seinen Mund verließ, auf der Tastatur eines Laptops platzierte, sondern diese ruhig auf dem Schoß gefaltet hatte. Das war ich so nicht gewöhnt. Damit war auch schon die Entscheidung gefallen.
    „Was kann ich tun?“, fragte sie geduldig und sah mich an. Wie mich niemand angesehen hatte in den letzten Monaten.
    Ich rutschte nervös so weit an den Rand des Stuhls, dass neben mir noch jemand hätte Platz nehmen können.
    „Ich…also…wollen Sie erst mein körperliches Problem hören? Oder lieber erst in die Abgründe meiner Seele abtauchen?“
    Ich war etwas verwundert über meine Formulierung, aber es kam einfach so aus mir raus.
    „Letzteres… ist… also… letzteres… ist… eigentlich…. Es ist….“
    „Es ist schlimmer?“, fragte sie.
    „Genau.“
    Die Worte sprudelten aus mir raus. Ich versuchte, so gut ich konnte, das letzte halbe Jahr zusammenzufassen. Sie wandte den Blick nicht von mir ab. Die Tränen waren nicht mehr aufzuhalten. Ich versuchte, zusammenzufassen, was sich kaum zusammenfassen ließ.
    Als ich fertig war, war die Stille im Raum zum ersten Mal weder erdrückend noch niederschmetternd, sondern befreiend. Zum ersten Mal war da kein Tippen auf irgendeinem Laptop, kein sich Verstecken hinter einem Computer, kein Rezept, das parallel ausgefüllt worden ist, kein hektisches Schauen auf die Armbanduhr.

    „Ich möchte Sie morgen wieder sehen.“

    Das war eine gute Idee, hierhin zu fahren, dachte der kleine Rest meines gesunden Anteils in mir drin. Der, der mich aufgegeben hatte, sagte gar nichts. Vermutlich zu schwach für überhaupt irgendetwas.

    Ein Jahr zuvor

    Ich drehe den Schlüssel in der Wohnungstür um und lasse die massive Tür sanft ins Schloss fallen.
    Das Gewicht meiner Tasche erinnert mich daran, dass mein Frühstücksbrot noch in ihr sein musste und ich es, wie so oft, geschmiert wieder mit nach Hause genommen hatte.
    Viel Zeit hatte ich nicht mehr, ich war auf dem Geburtstag einer guten Arbeitskollegin eingeladen.
    Ich kramte mein Käsebrot hervor, biss rein und stellte fest, dass es genauso schmeckte, wie ich mir den Geschmack eines Käsebrots nach zwölf Stunden eingesperrt sein in meiner Tasche vorstellte.
    Während ich auf der trockenen Rinde herumkaute, öffnete ich die Kühlschranktür. Da stand sie: Meine selbstgemachte Limetten-Mohn-Torte. Ein wenig stolz war ich schon.
    Mein Magen war, abgesehen von dem Käsebrot, so leer, dass er beinahe schmerzte, was wiederum dazu führte, dass ich mich dabei ertappte, wie ich darüber nachdachte, in welchem Winkel man sich so geschickt ein Stück der Torte rausschneiden könnte, sodass man sie anschließend wieder zusammenschieben kann, als sei nichts passiert.
    Ich grinste…darüber was Hunger mit einem machen konnte.

    Einige Stunden später kam ich nach vielen guten Gesprächen, kross gebratenen Grillwürstchen, bunten Gemüsesticks, herzhaftem Käse und einer fantastisch schmeckenden Torte zufrieden zu Hause an.

    Das war ein guter Start ins Wochenende.
  • Der kleine Wandertraum, ein Vorwort aus der Realität
    Ein kleiner, süßer Wandertraum
    Mit zottigem, gelbrotem Haar
    Durchsichtig, ja, ich sah ihn kaum
    Wie er gestaltet war

    Besuchte mich fast jede Nacht.
    Wir sprachen, lachten leise.
    Er sagte mir noch zärtlich sacht
    Heute gehe ich auf meine Reise,

    Auf meine Reise zu den andern
    Die ich noch kennen lernen muss.
    Nach all dem Tanzen, Krabbeln Wandern
    komm ich zu dir zurück zum Schluss

    und werde dir die Traumgeschichten
    genau und wahrheitstreu berichten.
    Ich verlasse dich jetzt mäuschenschnell.
    Du wachst jetzt auf, es wird schon hell.

    Ich war noch müde, war kaum wach
    War er schon wieder da:
    Oh weh, oh weh, oh plumps, oh ach
    Höre nur, was mir geschah:

    Ich erreichte nicht den Wanderzug.
    Am Bahnhof wurde demonstriert.
    Ein Engel fing mich ein im Flug
    Hat mir die Haare abrasiert

    und brachte mich zum großen Herrn.
    Der schnarchte heilig weich
    und träume mich als Friedensstern
    In seinem Himmelreich.

    Herr rief mir zu: Zurück zur Erde
    Du kahl geschorener Wandertraum
    Auf das dort Frieden, Freiheit werde
    Allein, ich weiß, ich glaub es kaum

    Ich sehe doch, was wirklich ist!
    Meine Engel helfen nicht!
    Du Wandertraum, du bleibst, du bist
    Mein gesalbtes Friedenslicht.

    Lass wenigstens die Menschen träumen
    Von dem was unerreichbar weit.
    Lass Träume ihren Hass umsäumen
    Bevor zum Töten sie bereit

    Sich selbst und dich, mein Traum vernichten. –
    So bin ich wieder hier bei dir.
    Ich bitte dich, du sollst berichten
    Von deinem Wandertraum, von mir.

    Vorstellung und Definition
    Meine verehrten Damen und Herren, liebe Gen Beschnittene,
    Als leitender Wandertraum begrüße ich Sie herzlich in diesem Seminar.
    Was ist ein Wandertraum? Was unterscheidet mich von einem gewöhnlichen Traum?
    Zunächst: Wanderträume sind eine Spezies der gewöhnlichen Träume. Träume gehören zu den Vögeln in der menschlichen Geisteswelt. Wanderträume aber sind mehr. Sie sind die Flügel eines individuellen menschlichen Geistes. Der Wandertraum vernetzt die Vorstellungswelt mit dem realen Körper eines anderen Menschen. Im realen Schlaf springt er aus Wissen, Verstand und Gefühl in die Höhen einer fantasiereichen Vorstellung. Er hebt sich aus dem Meer der Wünsche, gleitet über kalte Gletscher und kochende Geysire, bis der Träumende liebeserregt oder angstzitternd erwacht.
    Organisation und soziale Gliederung von uns Wanderträumen sind einerseits gebunden an unsere Schöpfer, Ernährer und Wirtsmenschen, andererseits sind wir frei in Inhalt, Gestaltung und Zielsetzung unserer Tätigkeit. Wir stehen außerhalb der realen Naturgesetze. Denn die Zeit ist reversibel in unseren Traumwelten. Wir können erneut sterben und, unsere Feinde töten, immer wieder denselben Fisch aus dem Erinnerungsfluss angeln, und, so oft wir wollen, denselben Spaß ertanzen.
    Wir sind Demokraten und hierarchisch organisiert. Der wichtigste Wandertraum ist gebunden an die totalen Herrscher in der realen Welt, gefolgt von den Kollegen in den Gehirnen der Journalisten, Gotteskrieger, Politiker und Psychiater. Wir wandern in Wirten als wahrhaftig lange und eindrucksvolle Träume. Manchmal sammeln wir das Geträumte in unserem Gedächtnisrucksack und verkaufen die Erinnerungstücke an den nächstbesten Wirt. Manchmal sind sie von Einfluss, häufig aber nicht.
    Wenn sie zu brutal und abscheulich sind, dann rufen wir den Allmächtigen zu Hilfe. Das hat aber kaum Einfluss, weil er oft während unseres Besuches nicht schläft oder unzugänglich laut schnarcht
    Nur selten habe ich ihn persönlich erreichen können. Häufig musste ich mich mit Besuchen bei den irdischen Total – Mächtigen oder zumindest Partiell – Mächtigen begnügen.
    Persönliches Erleben und Erfahrungen
    So spricht mein Wandertraum von Absicht, Grenzen, Zuständigkeit und Ziel der total Mächtigen.
    Ich bin ein gewaltgieriger Wandertraum, geträumt von absolut totalen Mordtyrannen. Vom wahnsinnigen Russenzar P., vom rücksichtslos trampelnden Universalgauner T, vom knieend gedenkenden Grufti S, und vom einst vergasten, grausam gemarterten, jetzt gierig tötenden Drohnengeier N.
    All diesen weisheitsverlorenen Machtsüchtigen bin ich aus Gründen meiner Existenz zu Dank verpflichtet. Das heißt aber nicht, dass ich ihren Absichten und Traumzielen zustimme. Nein, so blöd und menschheitsfeindlich funktioniere und bin ich nicht strukturiert.
    Natürlich erinnere ich mich an den mächtigen skrupellosen W. U. Er träumte mich als Fluchtursache seiner fliehenden Landleute und träumte mit mir wie er die Mauer als antifaschistischen Schutzwall gegen den „Kriegsbrandherd Westberlin errichten wird. Wieder aufgewacht, verkündete er lautstark ‘‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen‘,
    Die Berliner Mauer wurde trotzdem schnell und absolut trennend gebaut So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich, sein ehemaliger Wandertraum dagegen unternehmen können oder sollen?‘
    Nun, das liegt schon Jahre zurück. Ein anderer Vorfall hat mich erst vor wenigen Tagen erreicht. Beteiligt bin ich diesmal als ein Wandertraum von niedrigem Stand. Ein kleiner und unbedeutender Autor Wandertraum wünschte sich, dass sein kürzlich erschienenes Buch ‚das döse und das gute Nichts‘ auf der Leipziger Buchmesse ausgestellt werde. Der Verlag L. druckt das Buch, wurde aber kurz vor dem Messetermin von dem Verlag T aufgekauft.
    Auf die Anfrage, ob das Buch noch auf der Messe gezeigt werde, erlebte der Wandertraum die frohe Antwort; ‚Selbstverständlich, wir freuen uns auf Ihr Werk. Aber der Verlag L war auf der Ausstellung nicht präsent. Der Verlag T erklärte für die Ausstellung in Leipzig nicht zuständig zu sin‘. Auf die Frage: Wer denn zuständig sei, folgte die totale Antwort: ‚Niemand sei zuständig zu wissen, wer für irgendetwas zuständig ist.‘
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich dagegen unternehmen können oder sollen? Ist jetzt die künstliche Intelligenz KI dafür zuständig?‘
    Ich habe als Wandertraum ständig Probleme mit der künstlichen Intelligenz. Die künstliche Intelligenz ist wahrlich die dümmste Intelligenz, die ich Wandertraum erfahren habe. Sie versteht allenfalls Buchstaben, kaum Wörter, fast nie Sätze und findet nahezu niemals ein Ende.
    Ich mache ihr deswegen keine Vorwürfe und bitte Sie, meine Damen und Herren, sowie Gen-beschnittene, das ebenfalls nicht zu tun. Bitte bedenken Sie, dass die Zeit in den virtuellen Welten sich völlig anders gestaltet als in der Realität. Virtuell kann man sich die Schuhe vor den Strümpfen anziehen. Ich und mein Wandertraum sind für die irdischen Träumer unverständlich, weil wir so in ihrer Welt nicht funktionieren. Ich frage: Ist das vielleicht der Grund, warum die KI die dümmste Intelligenz auf Erden ist?
    Vielleicht fehlen weitere Wanderträume als Gesprächspartner? Intelligenz und Nachhaltigkeit werden nur dann erkannt, wenn darüber mehrere Wanderträume in die Realität berichten.
    Wir Wanderträume sind unentbehrlich, weil der Allmächtige nur selten schläft und wir deshalb bei ihm unsere Erlebnisse nicht darlegen können. Deshalb müssen viele Wanderträume unerfüllt und die Macht der irdischen Träumer unkontrolliert bleiben.
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was können oder sollen wir dagegen unternehmen? Streiken oder demonstrieren? Das Böse in die Zukunft jenseits der Erlebnisgrenze, oder in die Vergangenheit bei vergessenem Gedenken verlegen?
    Danksagung
    Für eure Anwesenheit und die guten Ratschläge im nächsten Schlaf danke ich euch. Wünsche eine gute Zeit und herzliche Grüße.
    Euer Wandertraum

  • Der kleine Wandertraum, ein Vorwort aus der Realität
    Ein kleiner, süßer Wandertraum
    Mit zottigem, gelbrotem Haar
    Durchsichtig, ja, ich sah ihn kaum
    Wie er gestaltet war

    Besuchte mich fast jede Nacht.
    Wir sprachen, lachten leise.
    Er sagte mir noch zärtlich sacht
    Heute gehe ich auf meine Reise,

    Auf meine Reise zu den andern
    Die ich noch kennen lernen muss.
    Nach all dem Tanzen, Krabbeln Wandern
    komm ich zu dir zurück zum Schluss

    und werde dir die Traumgeschichten
    genau und wahrheitstreu berichten.
    Ich verlasse dich jetzt mäuschenschnell.
    Du wachst jetzt auf, es wird schon hell.

    Ich war noch müde, war kaum wach
    War er schon wieder da:
    Oh weh, oh weh, oh plumps, oh ach
    Höre nur, was mir geschah:

    Ich erreichte nicht den Wanderzug.
    Am Bahnhof wurde demonstriert.
    Ein Engel fing mich ein im Flug
    Hat mir die Haare abrasiert

    und brachte mich zum großen Herrn.
    Der schnarchte heilig weich
    und träume mich als Friedensstern
    In seinem Himmelreich.

    Herr rief mir zu: Zurück zur Erde
    Du kahl geschorener Wandertraum
    Auf das dort Frieden, Freiheit werde
    Allein, ich weiß, ich glaub es kaum

    Ich sehe doch, was wirklich ist!
    Meine Engel helfen nicht!
    Du Wandertraum, du bleibst, du bist
    Mein gesalbtes Friedenslicht.

    Lass wenigstens die Menschen träumen
    Von dem was unerreichbar weit.
    Lass Träume ihren Hass umsäumen
    Bevor zum Töten sie bereit

    Sich selbst und dich, mein Traum vernichten. –
    So bin ich wieder hier bei dir.
    Ich bitte dich, du sollst berichten
    Von deinem Wandertraum, von mir.

    Vorstellung und Definition
    Meine verehrten Damen und Herren, liebe Gen Beschnittene,
    Als leitender Wandertraum begrüße ich Sie herzlich in diesem Seminar.
    Was ist ein Wandertraum? Was unterscheidet mich von einem gewöhnlichen Traum?
    Zunächst: Wanderträume sind eine Spezies der gewöhnlichen Träume. Träume gehören zu den Vögeln in der menschlichen Geisteswelt. Wanderträume aber sind mehr. Sie sind die Flügel eines individuellen menschlichen Geistes. Der Wandertraum vernetzt die Vorstellungswelt mit dem realen Körper eines anderen Menschen. Im realen Schlaf springt er aus Wissen, Verstand und Gefühl in die Höhen einer fantasiereichen Vorstellung. Er hebt sich aus dem Meer der Wünsche, gleitet über kalte Gletscher und kochende Geysire, bis der Träumende liebeserregt oder angstzitternd erwacht.
    Organisation und soziale Gliederung von uns Wanderträumen sind einerseits gebunden an unsere Schöpfer, Ernährer und Wirtsmenschen, andererseits sind wir frei in Inhalt, Gestaltung und Zielsetzung unserer Tätigkeit. Wir stehen außerhalb der realen Naturgesetze. Denn die Zeit ist reversibel in unseren Traumwelten. Wir können erneut sterben und, unsere Feinde töten, immer wieder denselben Fisch aus dem Erinnerungsfluss angeln, und, so oft wir wollen, denselben Spaß ertanzen.
    Wir sind Demokraten und hierarchisch organisiert. Der wichtigste Wandertraum ist gebunden an die totalen Herrscher in der realen Welt, gefolgt von den Kollegen in den Gehirnen der Journalisten, Gotteskrieger, Politiker und Psychiater. Wir wandern in Wirten als wahrhaftig lange und eindrucksvolle Träume. Manchmal sammeln wir das Geträumte in unserem Gedächtnisrucksack und verkaufen die Erinnerungstücke an den nächstbesten Wirt. Manchmal sind sie von Einfluss, häufig aber nicht.
    Wenn sie zu brutal und abscheulich sind, dann rufen wir den Allmächtigen zu Hilfe. Das hat aber kaum Einfluss, weil er oft während unseres Besuches nicht schläft oder unzugänglich laut schnarcht
    Nur selten habe ich ihn persönlich erreichen können. Häufig musste ich mich mit Besuchen bei den irdischen Total – Mächtigen oder zumindest Partiell – Mächtigen begnügen.
    Persönliches Erleben und Erfahrungen
    So spricht mein Wandertraum von Absicht, Grenzen, Zuständigkeit und Ziel der total Mächtigen.
    Ich bin ein gewaltgieriger Wandertraum, geträumt von absolut totalen Mordtyrannen. Vom wahnsinnigen Russenzar P., vom rücksichtslos trampelnden Universalgauner T, vom knieend gedenkenden Grufti S, und vom einst vergasten, grausam gemarterten, jetzt gierig tötenden Drohnengeier N.
    All diesen weisheitsverlorenen Machtsüchtigen bin ich aus Gründen meiner Existenz zu Dank verpflichtet. Das heißt aber nicht, dass ich ihren Absichten und Traumzielen zustimme. Nein, so blöd und menschheitsfeindlich funktioniere und bin ich nicht strukturiert.
    Natürlich erinnere ich mich an den mächtigen skrupellosen W. U. Er träumte mich als Fluchtursache seiner fliehenden Landleute und träumte mit mir wie er die Mauer als antifaschistischen Schutzwall gegen den „Kriegsbrandherd Westberlin errichten wird. Wieder aufgewacht, verkündete er lautstark ‘‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen‘,
    Die Berliner Mauer wurde trotzdem schnell und absolut trennend gebaut So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich, sein ehemaliger Wandertraum dagegen unternehmen können oder sollen?‘
    Nun, das liegt schon Jahre zurück. Ein anderer Vorfall hat mich erst vor wenigen Tagen erreicht. Beteiligt bin ich diesmal als ein Wandertraum von niedrigem Stand. Ein kleiner und unbedeutender Autor Wandertraum wünschte sich, dass sein kürzlich erschienenes Buch ‚das döse und das gute Nichts‘ auf der Leipziger Buchmesse ausgestellt werde. Der Verlag L. druckt das Buch, wurde aber kurz vor dem Messetermin von dem Verlag T aufgekauft.
    Auf die Anfrage, ob das Buch noch auf der Messe gezeigt werde, erlebte der Wandertraum die frohe Antwort; ‚Selbstverständlich, wir freuen uns auf Ihr Werk. Aber der Verlag L war auf der Ausstellung nicht präsent. Der Verlag T erklärte für die Ausstellung in Leipzig nicht zuständig zu sin‘. Auf die Frage: Wer denn zuständig sei, folgte die totale Antwort: ‚Niemand sei zuständig zu wissen, wer für irgendetwas zuständig ist.‘
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was hätte ich dagegen unternehmen können oder sollen? Ist jetzt die künstliche Intelligenz KI dafür zuständig?‘
    Ich habe als Wandertraum ständig Probleme mit der künstlichen Intelligenz. Die künstliche Intelligenz ist wahrlich die dümmste Intelligenz, die ich Wandertraum erfahren habe. Sie versteht allenfalls Buchstaben, kaum Wörter, fast nie Sätze und findet nahezu niemals ein Ende.
    Ich mache ihr deswegen keine Vorwürfe und bitte Sie, meine Damen und Herren, sowie Gen-beschnittene, das ebenfalls nicht zu tun. Bitte bedenken Sie, dass die Zeit in den virtuellen Welten sich völlig anders gestaltet als in der Realität. Virtuell kann man sich die Schuhe vor den Strümpfen anziehen. Ich und mein Wandertraum sind für die irdischen Träumer unverständlich, weil wir so in ihrer Welt nicht funktionieren. Ich frage: Ist das vielleicht der Grund, warum die KI die dümmste Intelligenz auf Erden ist?
    Vielleicht fehlen weitere Wanderträume als Gesprächspartner? Intelligenz und Nachhaltigkeit werden nur dann erkannt, wenn darüber mehrere Wanderträume in die Realität berichten.
    Wir Wanderträume sind unentbehrlich, weil der Allmächtige nur selten schläft und wir deshalb bei ihm unsere Erlebnisse nicht darlegen können. Deshalb müssen viele Wanderträume unerfüllt und die Macht der irdischen Träumer unkontrolliert bleiben.
    So überlegt und sagt mir bitte: ‚Was können oder sollen wir dagegen unternehmen? Streiken oder demonstrieren? Das Böse in die Zukunft jenseits der Erlebnisgrenze, oder in die Vergangenheit bei vergessenem Gedenken verlegen?
    Danksagung
    Für eure Anwesenheit und die guten Ratschläge im nächsten Schlaf danke ich euch. Wünsche eine gute Zeit und herzliche Grüße.
    Euer Wandertraum

  • Wachstum über alles Wachsen
    Überall in unserem Land
    In Berlin, in Bayern Sachsen
    Spuck t in Eure Wachstumshand

    Überall in Straßen, Gassen
    Stellt mit Demos Zeichen auf.
    So kann ein jeder wachsen lassen
    Im brutalen Wachstums Lauf.

    Wer aber liest die Zeichen
    Deutet Morgen, Weg und Sinn?
    Wer kann verstehen, will erreichen
    Des Wachstums Nutzen und Gewinn?

    Wer greift zu Spaten, Sichel, Schere
    Schneidet Wachstum Rand um Rand
    Damit die Ernte saftig werde
    Im überheißen Wachstumsland?

    Wollt ihr das totale Wachsen
    Mit Marter, Neid und Qual gewollt
    Dann ölt die Räder und die Achsen,
    damit der Wagen weiter rollt.

    Wollt ihr aber Zukunft leben
    In eurer Welt, in unserem Land
    Dann müsst ihr der Freiheit Grenzen geben
    Überall und mit Verstand.

  • Im Alter ist nach Knall und Fall
    Das Leben schon in seinem Stall,
    Schaut mühsam durch die Käfigstäbe
    Wo es noch etwas Sonne gäbe.

    Erinnerung ist dein Sonnenschein.
    Er dringt in deinen Käfig ein,
    Lässt für dich statt freies Leben
    Geist und die Gedanken schweben.

    Die Wirklichkeit, sie bleibt dir fremd.
    Sie ist das Jugendausgehhemd.
    Die Zeit hat dir es ausgezogen,
    Hat dir vielleicht auch vorgelogen

    Im Alter wirst du reif und weise.
    In deiner langen Lebensreise
    Wirst du an Erfahrung klug.
    Wie dem auch sei, meist bleibt genug

    An Verstand und Geist erhalten
    Um den Käfig zu verwalten.
    Über draussen steif zu lästern
    Die Welt, sie war doch besser – gestern!


  • Fruchtbarkeitsorgane-in-antiken-Darstellungen-1

  • Beiträge zur Lesung 1 von Klaus Kayser (Fulda 2024)

    Ach, es sind viel zu viele

    Ich traf die Natur

    Im kahlen, trockenen Wald

    Sie weint

    ‚Sieh, meine Bäume sterben!‘

    ‚Verdurstet durch Mangel

    An Wasser und Regen?‘

    ‚Nein, durch viel zu viele Menschen.‘

    Ich traf eine Frau

    Sie kämpft gegen Gott.

    Verliert ihr Kopftuch

    ‚Hör den Wind des Teufels!‘

    ‚Ein Teufelswind

    Verweht das Kopftuch des Engels?‘

    Nein, es toben zu viele Gottes Wächter.

    Ich traf ein Kind

    Es bettelt um Essen.

    Kann nicht aufrecht gehen.

    ‚Gefallen im Wüstensand!‘

    Der Sand der Wüste

    Verschluckt Milch und Brei?‘

    Nein, zu viele werden geboren.

    Ich traf eine Mutter

    Sie kniet am Grab.

    Trauert um ihren Sohn.

    ‚Erschossen im teuflischen Krieg‘

    ‚Ihr Sohn musste kämpfen

    Gegen die Wut eines Dämons?‘

    Nein, gegen zu viele Teufel im Land.

    Ich traf mich selbst

    Denke an Trauer und Leid.

    Suche was wo gewesen.

    ‚Die Zukunft verloren‘

    So fragt mein Geist

    ‚Gibt es nichts mehr zu tun?‘

    Ich weiß es nicht.

    Viel zu viele färben Wolken blau.

    Englisches Küchenlied

    Mama ist so fleißig

    Ist ein scharfes Weib.

    So sorglos froh!

    Mama ist so schön

    Brüht ihren Kaffee gut.

    So sorglos froh!

    Mama sucht den Mann

    Der rot zur Hölle floh.

    So sorglos froh!

    Mama küsst den Freund

    Erregt mit gleichem Ziel.

    So sorglos froh!

    Mama ist so glücklich

    Herzen schwellen heiß.

    So sorglos froh!

    English kitchen song

    Mama is so busy

    Is a spicy girl.

    Oh happy oh!

    Mama is so pretty

    Brews her coffee well.

    Oh happy oh!

    Mama miss her husband

    He escaped to hell.

    Oh happy oh!

    Mama kiss her lover

    Senses connatural.

    Oh happy oh!

    Mamma is so happy

    All hearts run hot and swell.

    Oh happy oh!

    Der Wandertraum

    Ein kleiner, süßer Wandertraum

    Mit zottigem, gelb roten Haar

    Durchsichtig, ja, ich sah ihn kaum

    Wie er gestaltet war

    Besuchte mich fast jede Nacht.

    Wir sprachen, lachten leise.

    Er sagte mir noch zärtlich sacht

    Heut gehe ich auf meine Reise,

    Auf meine Reise zu den andern

    Die ich noch kennen lernen muss.

    Nach all dem Tanzen, Krabbeln, Wandern

    Komm ich zu dir zurück zum Schluss

    Und werde dir die Traumgeschichten

    Genau und wahrheitstreu berichten.

    Ich verlasse dich jetzt mäuschenschnell.

    Du wachst jetzt auf, es wird schon hell.

    Ich war noch müde, war kaum wach

    War er schon wieder da:

    Oh weh, oh weh, oh plumps, oh ach

    Höre nur, was mir geschah:

    Ich erreichte nicht den Wanderzug.

    Am Bahnhof wurde demonstriert.

    Ein Engel fing mich ein im Flug

    Hat mir die Haare abrasiert

    Und brachte mich zum großen Herrn.

    Der schnarchte heilig weich

    Und träume mich als Friedensstern

    In seinem Himmelreich.

    Herr rief mir zu: Zurück zur Erde

    Du kahl geschorener Wandertraum

    Auf das dort Frieden, Freiheit werde

    Allein, ich weiß, ich glaub es kaum

    Ich sehe doch, was wirklich ist!

    Meine Engel helfen nicht!

    Du Wandertraum, du bleibst, du bist

    Mein gesalbtes Friedenslicht.

    Lass wenigstens die Menschen träumen

    Von dem was unerreichbar weit.

    Lass Träume ihren Hass umsäumen

    Bevor zum Töten sie bereit

    Sich selbst und auch dich Traum vernichten. –

    So bin ich wieder hier bei dir.

    Ich bitte dich, du sollst berichten

    Von deinem Wandertraum, von mir.

    Wenn Teufel träumen

    Wenn Teufel träumen, wird es dunkel,

    Das Licht vergilbt im Morgengrau.

    Es gibt ein Raunen, ein Gemunkel,

    Niemand weiß es so genau,

    Dass in der Hölle tiefsten Schlot

    Sich Träume dort zusammen finden,

    Die Engeln gleich, in höchster Not

    Ein grausam Traumgewand sich binden

    Den Teufeln in die Augen tropfen

    Damit diese, dem Brauen gleich

    Den bitteren Geschmack des Hopfen

    Einträumen in ihr Teufelsreich.

    Sie winden sich dann Angst umwoben

    Das Gewebe schnürt den Atem zu

    Die Gedärme fangen an zu toben

    Aus ist es mit der Teufelsruh.

    Unausgeschlafen, froh noch am Leben

    Das alles war doch nur ein Traum

    Ein Teufelstraum, doch deshalb, eben

    Ja man denkt, versteht es kaum

    Wird gleich das Böse neu geboren

    Gemeinheit in die Welt gesetzt

    Ein neues Opfer auserkoren,

    Um die weite Welt gehetzt.

    Gemartert mit Elektroschock

    Dass Angst in Herz und Seele wächst.

    Traum treibt den bösen Teufelsbock:

    Mein Gott, die Welt, ist sie verhext?

    Gleicht sie einem Teufelstraum?

    Wer träumt uns unsere Teufel aus?

    Sind wir nur ein Sahneschaum

    In einem irren Teufelsschmaus?

    Ich kann dir auf diese Fragen

    Keine gute Antwort sagen.

    Vielleicht ruft man in tiefster Nacht:

    Aufwachen! Du, hei, aufgewacht!

    Auf der Straße fordern sie
    Die totale Demokratie!
    Setzt ein Zeichen
    Hass und Hetze müssen weichen
    Dem Gedenken, jetzt oder nie!
    So senkt das Haupt, fallt auf die Knie!

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  • Cornelia Mohrmann wurde am 24.05. 1961 als älteste Tochter in eine Arztfamilie in Tübingen geboren.   2013 erschien beim damals noch existierenden Mainzer Salonlöwe-Verlag der erste Teil ihrer Historischen Trilogie „Ich malte die Sonne“ – die Geschichte einer fiktiven jungen deutschen Malerin am Hof Ludwigs XIV. Die Folgebände erschienen 2014 und 2015. Ihren ersten Kriminalroman mit dem Titel „Grenzfälle“ veröffentlichte sie 2020 beim Spielberg-Verlag. Mittlerweile ist nicht nur die 2. Auflage erschienen, es steht auch der Folgekrimi vor der Inverlagnahme.

  • Die totale Demokratie (von Klaus Kayser)

    Auf der Straße fordern sie
    Die totale Demokratie!
    Setzt ein Zeichen
    Hass und Hetze müssen weichen
    Dem Gedenken, jetzt oder nie!
    So senkt das Haupt, fallt auf die Knie!

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