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Schlagwort: Literatur

Dichtende Bäume (Amir Mortasawi)

Dichtende Bäume (2.11.2020) Betrachte mich als einen Baumund meine Gedichte als seine Früchteoder als seinen Schutz und Schattenfür Suchende und WandererDie Wurzeln dieses Baumesverweilen auch im Iranmit seiner uralten reichhaltigen ErdeDynastien und Herrscher kamen und gingenwie Wolken und Stürmedie Wiege barmherziger Betrachtungenblieb und bleibt ֎֎֎     Amir Mortasawi Dr. med.Dr. med. Amir Mortasawi 1962 in Bam/Iran geboren wuchs ich in Teheran auf und besuchte dort eine iranische Grundschule. Nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung gehörte ich zu den ersten iranischen Schülern, denen…

Was mir mein Freund, das Papierwesen, riet (Helga Thomas)

Tagebuch Was mir mein Freund, das Papierwesen, riet Auf dem Weg von der S-Bahn zu meiner Praxis komme ich an einem Straßenantiquariat vorbei. Jedes Buch, egal wie alt, wie neu, wie groß, wie klein, wie dick, wie dünn, wie gut erhalten oder weniger gut, kostet 1 Euro. Eine unendliche Versuchung für mich, aber zudem noch eine unendlich viel größere Bereicherung und … ich habe immer Geschenke parat. Heute fiel mein Blick auf den Anfang eines Titels, doch bevor ich ihn…

The Story – Die Geschichte (André Simon, übersetzt von Dietrich Weller)

The art of composing and telling stories is the oldest art. What is the story? Aristotle’s definition: “The story takes with its fists from the magma of life, from the hot clay, from the living body its „pound of flesh“, and makes it something that we can understand as a whole, complete”. Nobody can live without the stories, because without it ,we cannot arrange our life. We are always in the core of a story, we have to determine the…

Hölderlin mal drei (Klaus Kayser)

Herbert und Hölderlin – ein deutsches Requiem Prolog Dem Herbert und dem HölderlinDas Lebenslicht einst beiden schien.Hölderlin, dem GeisttitanHerbert auch, dem armen Mann,Der sich aus der Armut raffteZum Marine Maat es schaffteDann bescheiden, pünktlich, klugNach dem Krieg die Post austrug.Er wurde neunzig Jahre altAls er aus dem ZeitenspaltEinsam in das Jenseits fuhr.Ein Grabstein ziert die Lebensspur.Er bleibt verschollen, unbekanntAuch sein Verdienst für VaterlandAnstand, Ehre, Einsatz, PflichtKümmern seine Nachwelt nicht.Hölderlin, in frischen  JahrenIst bekannt und Kunst erfahren.Goethe, Schiller, Hegel, FichteZünden Friedrich…

Lesen (Amir Mortasawi)

Lesen (9.12.2019)   Lesen bildet blühende Landschaften wenn die Bereitschaft zum Staunen die Sehnsucht nach Begreifen der Mut zum Verwerfen die Ausdauer zum Gestalten und die Liebe für das Leben warmherzig vereint fließen ֎֎֎ Amir Mortasawi Dr. med.Dr. med. Amir Mortasawi 1962 in Bam/Iran geboren wuchs ich in Teheran auf und besuchte dort eine iranische Grundschule. Nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung gehörte ich zu den ersten iranischen Schülern, denen ab dem 5. Schuljahr an der Deutschen Schule Teheran im Rahmen eines…

Grand Tour (Waltrud Wamser-Krasznai)

Grand Tour 1958 Beim Wieder-Lesen von D. Richters „Goethe in Neapel“[1] bin ich diesmal an dem Begriff „Grand Tour“ hängengeblieben. Damit ist die Kavaliersreise gemeint. die Aristokraten-Sprösslinge, später auch Söhne von wohlhabenden Bürgern, im 18. und 19. Jahrhundert nach Italien, und dort vor allem nach Venedig, Rom und Neapel unternahmen. In Begleitung der hoffnungsvollen jungen Männer waren oft Kunstgelehrte und Literaten, meist Dienerschaft und immer reichlich Gepäck, denn die Reise ging über viele Wochen und Monate. Nicht alle hatten einen…

Gelagerte Frauen (Waltrud Wamser-Krasznai)

  Im Gegensatz zur Liegestellung in mehr oder weniger horizontaler Körperhaltung, ggf. mit leicht unterstütztem Kopf, meint das „Lagern“ eine Position mit halb aufgerichtetem Oberkörper und erhobenem Kopf, englisch „reclining“, also zurückgelehnt lagern. Dabei stützt sich der Protagonist auf den linken Arm und streckt die Beine, vom Betrachter aus gesehen, nach links. Die Beinhaltung selbst variiert, was zur Unterscheidung in ein „östliches“ und ein „westliches“ Liegeschema führte[1]. Im letzteren Fall ist das linke Bein ausgestreckt, das rechte mit gebeugtem Knie…

Geo- und Ethnographisches zu Kelten und Germanen (Waltrud Wamser-Krasznai)

Geo- und Ethnographisches zu Kelten und Germanen in C. Julius Caesar, De Bello Gallico[1] (58-51 v. Chr.)   Die Schilderung hält sich so eng wie möglich an den Text des Bellum Gallicum, dessen Belegstellen mit in Klammern gesetzten römischen und arabischen Ziffern angegeben sind  – ergänzt durch passende Passagen aus der Germania des Publius Cornelius Tacitus, auf die mit Fußnoten hingewiesen wird. Wörtliche Zitate aus den Übersetzungen ins Deutsche stehen in Anführungszeichen. Quellen: Julius Caesar, Der Gallische Krieg, Lateinisch-Deutsch, Herausgeber:…

Ex Castris – Römische Soldaten am Limes (Waltrud Wamser-Krasznai)

  Römer und Germanen, Italiener und Deutsche sind von alters her verbunden in Freud und Leid, in Freundschaft und Feindschaft, in Herablassung und Bewunderung. Was dem Deutschen sein Fleckerl-Teppich (Sachsen-Weimar-Eisennach, Reuß jüngere Linie, Löwenstein-Wertheim-Freudenberg) ist dem Italiener sein Campanilismo. Germanicus war ein Beiname derjenigen römischen Feldherren und Kaiser, denen es gelang, die Scharte der verlorenen Varusschlacht auszuwetzen und sich – vorübergehend – ein namhaftes Stück Germanien einzuverleiben. Anfangs bestehen die römischen Militärlager aus Erdwällen mit hölzernen Palisaden, die Unterkünfte aus…

Was wäre, wenn wir alle immer ehrlich wären (Dietrich Weller)

Beitrag Dietrich Weller zum BDSÄ-Kongress 2019 in Bad Herrenalb Moderation Helga Thomas, Samstag, 22. Juni 2018, 11 h  Was wäre, wenn wir alle immer ehrlich wären? In der Bibel steht: „Deine Rede sei ´ja, ja`, oder ´nein, nein`.- Alles andere ist vom Übel.“ Das wird bestätigt durch den Satz eines Autors, dessen Namen ich nicht mehr erinnern kann: „’Ja‘ ist richtig. ‚Nein‘ ist richtig. ‚Ja aber‘ ist immer falsch.“ Wenn doch alles so einfach wäre! Wikipedia definiert Ehrlichkeit als Aufrichtigkeit…

✎ 2020 Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte (BDSÄ)