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Schädlich
Du wolltest Macht und unterdrücken,
doch wollt` es dir bei ihr nicht glücken.
Damit kamst du nicht klar.So fingst du an, sie zu bekämpfen,
zu schaden ihr, wo es nur ging,
anstatt sie zu beschützen.Statt stolz zu sein,
denkst stets sie klein,
willst immer nur der Größte sein.
Doch das wird dir nichts nützen.Copyright Dr. Uta-Christine Breitenstein
aus dem Buch Alles hat sein Zeit, deutscher lyrik verlag
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Frau Holle
Denk ich zurück an Kindertage,
da fällt mir die Frau Holle ein.
Du wolltest stets die Tüchtige sein,
doch lässt dich heute noch bedienen.
Ist da nicht etwas schief gelaufen?
Du konntest dir stets alles kaufen.
Bekamst das Gold noch obendrein.Copyright Dr. Uta-Christine Breitenstein
aus dem Buch Alles hat seine Zeit, deutscher lyrik verlag
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Falscher Ehrgeiz
Von klein auf hörte sie die Worte:
Für mich, da musst du anders sein.
Einmal zu dünn
und dann zu blass.
Der Gang war falsch,
die Schuh zu flach
und dann zu dick,
es fehlt der Schick.
Und später, als sie älter wurde,
da fand sie keine Bilder mehr.
Und sah sie in den Spiegel dann,
erkannte sie sich nicht.
Da packte sie den Spiegel ein
und macht` sich auf den Weg.
Tauchte tief in ihre Seele ein:
Erkannte sich,
weiß, das bin ich,
eine andere wollt` ich niemals sein.Copyright bei Dr. Uta-Christine Breitenstein
aus dem Buch Alles hat seine Zeit, deutscher lyrik verlag
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Ich wünsche euch, ich wünsche dir
nach altem Brauche dort und hier
zum neuen Jahr und Christenfeste
vom Guten nur das Allerbeste,
vor allem aber woll’n auf Erden
wir selber etwas besser werden,
zu schaffen jetzt schon hier hinieden
ein kleines Stück vom Himmelsfrieden.(07.01.2015) © E W Grundmann
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In was wird meine Liebe sich wandeln,
all das,
was ich erfuhr
durch sie
und durch Dich?
Der Schmerz des Abschieds,
die Wut der Enttäuschung,
die schwebende Leichtigkeit
und später
das Erkennen eigener Schuld,
nicht mehr klagen und beklagt werden.
Und wieder seh ich
den ersten Blick,
der mich traf,
durch den ich Dich erkannte
und höre,
wie Du nach meinem Namen gefragt,
ganz leise,
hinter meinem Rücken.
Und wieder erleb ich,
wie wir uns an den Händen ergriffen
und jeder führte
und wurde geführt
bis unsere Wege sich trennten.
In was
wird all das sich wandeln?Copyright Dr. Helga Thomas
Dieses Gedicht wurde beim BDSÄ-Jahreskongress 2014 vorgetragen zum Thema „Kommen und Gehen“
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Die innere Stimme
ich kann sie nicht hören
nicht so
wie als Kind ich sie hörteIst sie verstummt?
oder ist mein Ohr
das innere
ertaubt?Sehen?
Kann ich auch nicht
im eigenen Innern
zu dunkel
ist es dortDoch ich spüre
in mir
ganz leicht
die GebärdenSpricht mein Engel
so zu mir?
Dann kann ich es lernen
wieder
die innere Stimme
zu verstehen5.02.2014
Meine inneren Ohren
sind verschlossen
waren sie jemals geöffnet?
Habe ich innere Ohren?So kann ich nicht hören
die Lieder der Engel
ihr Wort an michSo kann ich nicht sprechen
mit ihnen
und den anderen Wesen
um sie herum
um michVerstummt
verstummt nicht schweigend
erfüllt mich Trauer
um den Verlust dessen
was ich nie besaß:
das innere GehörIm Dunkel der Nacht
im Dunkel geschlossener Augen
in der Stille
der äußeren
nun schlafenden Welt
spüre ich
einen HauchIch ahne:
mein Engel hat sich bewegt
hat gerade
seine Flügel
schützend um mich gelegtEin stechender Schmerz
irgendwo
in mir. . .Ob sich mein inneres Ohr
Nun öffnet?16.8.2011
Es muss sich was ändern
aber . . .
Wann?
Wie?
Und vor allem:
was?Das
von dem ich meine
es müsse sich ändern . . .
vielleicht ist das
die einzige Konstante
im Plan meines Lebens?Doch es bleibt das Gefühl
warnend
beunruhigend
nervend
das Gefühl:
es muss sich was
ändernSonst . . .
bricht das Neue
mit Gewalt über mich herein
oder
kraftlos
rutsche
rutsche nicht stürze
nicht falle
ich in den Abgrund . . .
Man gab ihm den Namen
Depression8.8.2011
Traum umgibt uns, die wir Träumer sind.
Grillparzer, Melusine/Calderon
Traum umgibt uns
die wir Träume sind
so nah ich dir im Traum
doch du erkennst mich nicht
ich nah dir im Abenddämmern
am alten Baum
wo die Wege sich kreuzen
und manchmal das Käuzchen ruftZuweilen begleitet mich
der schwarze Hund
meiner Schwester
du musst ihn nicht fürchten
auch die Krähe nicht
mit dem blauschwarz schimmernden Gefieder
Diese Vögel singen nicht
und der Hund ist stumm
wie ichDoch hör:
in dir
sind alle meine Worte bewahrt
und alle Melodien
seit Urbeginn
als das Wasser zu fließen begann
und die Schönheit gebar
und Sonne Mond und Sterne04.12.2010
Copyright Dr. Helga Thomas
Die Gedichte wurden vorgetragen beim BDSÄ-Jahreskongress 2014 zum Thema „Die innere Stimme“
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Schreibblockade
In meiner Dichterstube sitz` ich hier
Vor mir ein weißes Blatt Papier.
Es ruft von innen: „Du sollst schreiben!“
Doch könnt´ ich dies und jenes treiben,
Zum Beispiel davon zu berichten,
Was ich sonst täte – ohne dichten:
Wie in den nahen Park zu geh`n
Um Bäum` und Pflanzen zu bestimmen,
Vor alten Eiben sinnend steh`n,
Nur weg vom Horror vacui, dem schlimmen.
Und die Gedanken fliegen hin zum Gingko –Baum
Zur Chamaezyparis, Lawson – Zypresse.
Der Bärlauch sprießt, man riecht ihn kaum,
Der Weißdorn hier weckt mein Interesse.
Als Heilmittel einst hochgeschätzt,
Wird er nun durch Chemie ersetzt.
Zurück nun die Gedanken fliegen
Und sehen das Papier dort liegen.
Nur ein paar Worte stehen drauf.
Zu träge der Gedanken Lauf.
Gibt es denn wirklich kein Entweichen?
Ach ja:
Die Gartenbank ist noch zu streichen …Copyright Dr. Wilfried Dinter
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Zwiespalt
Ich möcht` so gerne einen Schlager schreiben –
Von Herz und Schmerz und Lust und Leid und so.
Und anderen und mir die Zeit vertreiben,
Den Augenblick genießen, unbeschwert und froh.
Wie oft hat man es schon versucht, dem Ernste zu entfleuchen,
Emporzusteigen aus dem engen Tal,
Die Grübeleien wegzuscheuchen,
Doch stand im Weg der intellektuelle Sündenfall.
Dort auf dem Berge wohnt das Licht –
Hinaus aus tiefer, düstrer Enge !
Der Aufstieg nimmt die letzten Kräfte nicht,
Dort oben tönen and`re Klänge.
Und neue Kräfte werden frei,
Sie schaffen uns das Einfach – Wahre.
Die Grübeleien sind vorbei.
Es gilt nur noch das Helle, Klare.
Und also weitet sich der Sinn
Und heiter kann ich wieder abwärts steigen
Mit der Erkenntnis: Nicht der Welt entflieh`n –
Ihr ist nicht nur der Ernst zueigen!
Denn ernst ist jede Heiterkeit.
Ohn` tief`re philosophische Gedanken,
Nur soviel: Alles kommt zu zweit –
Die Rose mit der Dornen Ranken.
Drum möcht` so gern ich einen Schlager schreiben,
Von Herz und Schmerz und Lust und Leid und so.
Das eine wie das andere nicht übertreiben –
So zwischen zappenduster – lichterloh.
Copyright Dr. Wilfried Dinter
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Septemberlicht
Dumpfer Schwüle, gleißender Helle
Folgt klärendes Blau.
Purpurnes Rot wird fahl,
Sterbende Blüten zur Frucht.
Letzte Ernte in den Gärten,
Dahlien und Astern.
An Sandsteinmauern wilde Reseden.
Copyright Dr. Wilfried Dinter
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Hochsommer
Sinn suchend getrieben,
Hastiger Stillstand.
Sonntagsnachmittagstote Straßen,
lastende Sommereinsamkeit.
Geraubte Stunde, geschenkte Zeit:
Fließendes Leben,
Einssein mit den Naturwesen
Im Kreis des Ewigen.
Copyright Dr. Wilfried Dinter