Schlagwort: Natur

  • (19.11.2021)

    Um von der grenzenlosen Schönheit
    dieser endlichen Unendlichkeit
    tief ergriffen zu sein
    reicht mir ein herbstliches
    durchlöchertes buntes Blatt

    ֎֎֎

  • (19.11.2021)

    für meine Enkelkinder

    Guten Morgen meine Lichtlein
    Bunt und hell, schön und klein
    Viele Fragen zur frühen Stunde
    Wer trägt Blumen in dem Munde
    Gibt es in den Wolken Flocken
    Tragen Schafe lange Socken
    Was sagen dazu die Glocken
    Ding, dong, ding / Dong, ding, dong
    Ding, dong, ding / Dong, ding, dong

    Sind die Blätter nachts auch grün
    Wer kann den Wundertee brüh’n
    Wie kriegen Äpfel ihre Flecken
    Wer kann sich mit Freude recken
    Wer kann sich nun tanzend hocken
    Hat ein Einhorn lange Locken
    Was sagen dazu die Glocken
    Ding, dong, ding / Dong, ding, dong
    Ding, dong, ding / Dong, ding, dong

    Jetzt reichen die vielen Fragen
    Lasst uns tanzen, lasst uns sagen
    Freundschaften sind wunderbar
    Manchmal üppig, manchmal rar
    Holt euch schnell die bunten Socken
    Hände hoch und hurtig hocken
    Wie schön singen nun die Glocken
    Ding, dong, ding / Dong, ding, dong
    Ding, dong, ding / Dong, ding, dong

    ֎֎֎

  • Foto von Dr. Dietrich Weller

    (19.11.2021)

    Um von der grenzenlosen Schönheit
    dieser endlichen Unendlichkeit
    tief ergriffen zu sein
    reicht mit ein herbstliches
    durchlöchertes buntes Blatt

    ֎֎֎

  • Erde

    (30.8.2021)

    Auch im dichtesten Nebel
    kann ich deine Schönheit
    einatmen
    berühren
    erfassen

    ֎֎֎

  •                                

    Reingehen möchte ich
    tief in den summenden Wald
    und umkehren vielleicht nur
    wenn letzte Schatten
    zum Schlaf alles legen
    im satten Gras
    auf jeder innigsten Lichtung
    Den Flüsterern
    lauschen wir gern
    sie besingen die Nacht
    halten uns fest
    halten uns
    die lichtscheuen Linien,
    das säuselnde Flimmern
    der drängenden Schönheit
    Ein nacktes Menschenkind
    steh ich in ihr
    und versperrt ist der Rückweg
    unkenntlich der Pfad hin zu Mutter
    Sollte ein Teil von ihr sein
    doch nimmer kehrt heim
    der einmal Verstoßene
    Er wollte den Baum
    anders nur setzen,
    hat nur gespürt wie es sein kann
    sich zu entscheiden im Zweifel
    und im Triumph zu bezweifeln
    Das Kindchen blickt hoch
    hoch auf der Lichtung
    zum silbernen Kosmos
    im frischesten Gras
    Es wird sich nicht abwenden
    es wird weiter fragen
    und immer wieder
    immer wieder verzweifeln
    ein geometrisches Wesen
    dein Wesen, Pallas Athene
    wundert sich
    und verändert die Welt
    Singen
    immerfort singen
    werd´ ich für Mutter
    Trübsal und Schmerz
    suche ich bei ihr zu lindern
    in ihr,
    der heilenden Allmacht

  • (21.5.2021)

    Iwona und Elias Davidsson gewidmet

    Uralte Bäume!
    Mit Bewunderung
    Begeisterung
    Demut
    erlebe ich eure Anwesenheit
    Mit euch tanze ich kreisend
    die Hände zum Himmel gestreckt
    den Blick in die Ferne gerichtet
    die Befindlichkeiten abgelegt
    Ihr seid die wahre Verkörperung
    der Eigenständigkeit und Verbundenheit
    des Rückgrats und der Biegsamkeit
    der Geduld und Beharrlichkeit
    der endlosen Endlichkeit
    der Sehnsucht nach Leben

    ֎֎֎

  • (21.5.2021)

    Jahrhundert alte Bäume
    den Himmel auf den Armen tragend
    kleine Kinder
    auf den Wiesen Ball spielend
    langschwänzige Papageien
    die Brunstzeit besingend
    Des Lebens Rad dreht sich

    ֎֎֎

  • für meine Enkelkinder

    Wenn die Schmetterlinge lachen
    Raupen Purzelbäume machen
    wenn die Blätter lustig klatschen
    und die Vögel fröhlich quatschen
    wenn dein Gesicht strahlend lacht
    und so mir Geschenke macht
    dann ist sich mein Herz ganz sicher
    ein Kindlein ist satt und sicher֎֎֎

  •                                                    Berlin 27. Mai 1971

    Die Fliege, die verirrt den Ausweg sucht
    wie eine Möwe , die das Meer nicht findet
    und glaubt die Schaumkronen als Wolken
    Sie geben ihr Leben aus,
    zerreißen ihr Weh  wie dünne Netze
    auch Balken zerbersten ohne Schrei
    wie Musik in verödeten Ohren
    aber  Sonne ist nur Finsternis im Inneren der Figur—-

  • Frühjahrsputz

    (8.3.2021)

    in Erinnerung an Jaleh Esfahanai (1921-2007)

    Mit der Sonne als Wegweiser
    bin ich wach unterwegs
    Auch wenn die klare Kälte
    noch die Oberhand hat
    berichten der bunte Krokusteppich
    und das betriebsame Rabenpaar
    dass der farbenfrohe Frühling
    fröhlich vor der Tür steht

    Angesichts des Aufstands der Blümchen
    des wieder erwachten Grüns
    des berauschenden Gesangs der Bäche
    und der bezaubernden Gemälde der Wolken
    werde ich im Gebäude meiner Gedanken
    dem Frühjahrsputz die Ehre erweisen

    Dann werde ich voller Liebe
    ausgewählte Düfte meiner Visionen
    als berufene Botschafter der Lebensfreude
    wie friedliche fleißige Vögel
    weit, weit, weit fliegen lassen

    ֎֎֎